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Pädagogik, Architektur und Schülerschaft. Zusammenspiel von Raum und Schule

Titel: Pädagogik, Architektur und Schülerschaft. Zusammenspiel von Raum und Schule

Masterarbeit , 2023 , 202 Seiten , Note: 1.3

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Pädagogik - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Ziel dieser Masterarbeit ist es, die Rolle der Architektur und Raumgestaltung in Bildungseinrichtungen zu beleuchten und zu betonen, wie sie das Lernen und die individuelle Entwicklung der Schüler beeinflussen können. Dabei wird auch die Bedeutung von „Raum als dritter Erzieher" und das Konzept des offenen Klassenzimmers in Betracht gezogen.

Diese Arbeit untersucht die Entwicklung der Auffassungen über die Bedeutung von Architektur und Raumgestaltung in der Bildung, angefangen bei Loris Malaguzzis Ideen aus den 1950er Jahren über den "Raum als dritter Erzieher". Während nach dem zweiten Weltkrieg die ästhetische und psychologische Wirkung von Gebäuden vernachlässigt wurde, zugunsten des funktionalen Nutzens, erlebte die Beachtung des psychologischen Faktors eines Raums durch die Schularchitektur eine Renaissance seit Mitte der 1970er Jahre mit der Theorie des offenen Klassenzimmers. Trotz dieser Entwicklungen wird die monofunktionale Sichtweise auf einen Klassenraum noch immer als Norm angesehen, was die Nutzung vielfältiger Lernformen einschränkt und die individuelle Talententfaltung hemmt. Der Artikel unterstreicht die Notwendigkeit, diese Perspektive zu überdenken und neu zu gestalten, um das volle Potenzial von Lernumgebungen ausschöpfen zu können.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Theoretischer Rahmen

1.1 Begriffsdefinitionen

1.1.1 Architektur

1.1.2 Architekturpsychologie

1.1.3 Wohlbefinden

1.2 Geschichte der Schulbaugestaltung

1.2.1 16. Jahrhundert

1.2.2 19. und 20. Jahrhundert

1.3 Theorie

1.3.1 Der Raum als dritter Erzieher

1.4 Notwendigkeit und Motivation der Umgestaltung von Schulen

1.4.1 Ganztagsschulen

1.4.2 Ganztagsschule und Berufskolleg

1.4.3 Inklusion

1.5 Psychologie der Architektur

1.5.1 Farbpsychologie

1.5.2 Psychologie des Lichts

1.5.3 Psychologische Wirkung von Baumaterialien

2. Aktueller Forschungsstand zur Schulhausarchitektur

2.1 Bisherige Modelle von Schulraumgestaltung

2.1.1 Klassenraum-Plus-Modell

2.1.2 Cluster-Modell

2.1.3 Lernlandschaft

2.2 Musterschulen

2.2.1 Laborschule Bielefeld

2.2.2 Ørestad Gymnasium Kopenhagen

2.2.3 Alemannenschule Wutöschingen

2.2.4 Erzbischöfliches Berufskolleg Köln

3. Projekt-Design

3.1 Forschung und Zielsetzung

3.2 Methode und Vorgehen

3.3 Durchführung

3.4 Konzeption und Erläuterung des Fragebogens

3.5 Auswertung des Fragebogens

4. Ergebnisdarstellung

5. Diskussion der Ergebnisse

6. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Diese Masterarbeit untersucht den Einfluss der Schulhausarchitektur auf das Wohlbefinden von Schülern eines kaufmännischen Berufskollegs. Basierend auf der Theorie „Der Raum als dritter Erzieher“ und einer quantitativen Untersuchung bei zwei unterschiedlichen Bildungsgängen, wird analysiert, inwiefern bauliche Gestaltungen der Lernumgebung die Wahrnehmung und das Befinden der Lernenden beeinflussen.

  • Zusammenhang zwischen Schularchitektur und dem Wohlbefinden der Lernenden
  • Psychologische Wirkung von Farbgestaltung, Lichteinfall und Baumaterialien
  • Vergleich von Modellen der Schulraumgestaltung (Klassenraum-Plus, Cluster, Lernlandschaften)
  • Analyse der Wahrnehmungsunterschiede zwischen Vollzeit- und Teilzeitschülern

Auszug aus dem Buch

1.3.1 Der Raum als dritter Erzieher

Die Theorie des Raums als dritten Erzieher basierend auf der Reggio-Pädagogik, welche von dem italienischen Erziehungswissenschaftler Loris Malaguzzi mitentwickelt wurde, akzentuiert den Raum als dritten Erzieher, schreibt diesem somit eine große Bedeutung zu und fungiert als Rahmen- und Impulsträger. Der erste Erzieher ist das Kind selbst, während das soziale Umfeld, darunter auch die Lehrkraft als zweiter Erzieher apostrophiert wird (vgl. Beek 2001).

Die verschiedenartig interpretierbare und teils missverständliche Metapher des Raumes als dritten Erzieher wird von einigen anderen Wissenschaftlern in Frage gestellt (vgl. Dreier 1994, zitiert nach Knauf 2010). Trotz der in der Theorie immanenten großen Importanz des Raumes sei hier nicht eindeutig, ob sich dieser den ersten beiden Erziehern unterordnet und somit an Wichtigkeit verliert (vgl. Knauf 2010). Im klassischen Sinne des Aufzählungscharakters steht die Lehrperson nach dieser Theorie an zweiter Stelle und somit hierarchisch gesehen über dem Raum, was konträr zum eigentlichen Kern der Theorie wäre. Diese plädiert an erster Stelle für das selbstständige Lernen der Schüler*innen, wofür der Raum vor der Lehrperson stehen müsste.

Piagets Ansatz des Konstruktivismus ergänzt diese Theorie und untermauert die Wichtigkeit des Zusammenspiels von Raum und Mensch, geht auf die Andersartigkeit eines jeden Individuums ein, spricht sich somit gegen die herkömmliche Wissensvermittlung der meisten Schulen aus und plädiert für die Wichtigkeit selbstverantwortlicher Lernprozesse (vgl. Klaßen 2005).

Die Zweitrangigkeit der Lehrperson und die Bedeutsamkeit des Raums, mit dem damit einhergehenden selbstständigen Lernen der Schüler*innen, steckt den Rahmen dieser Arbeit.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Theoretischer Rahmen: Hier werden die zentralen Begriffe, wie Architektur und Architekturpsychologie, sowie die historische Entwicklung und die Theorie des Raumes als dritter Erzieher als Basis der Arbeit erörtert.

2. Aktueller Forschungsstand zur Schulhausarchitektur: Dieser Abschnitt analysiert verschiedene Modelle wie das Klassenraum-Plus-Modell oder die Lernlandschaft und stellt Musterschulen als praktische Beispiele vor.

3. Projekt-Design: Beschreibung der Forschungsziele sowie der verwendeten quantitativen Methode zur Erhebung und Auswertung des Online-Fragebogens an einem kaufmännischen Berufskolleg.

4. Ergebnisdarstellung: Präsentation der empirischen Daten und statistischen Auswertung der Wahrnehmung von Architektur durch die Schüler.

5. Diskussion der Ergebnisse: Kritische Reflexion der Untersuchungsergebnisse und deren Rückkopplung zum theoretischen Teil.

6. Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung des Einflusses der Architektur auf das Wohlbefinden und Empfehlungen für künftige Schulbauplanungen.

Schlüsselwörter

Schularchitektur, Architekturpsychologie, Wohlbefinden, Berufskolleg, Lernlandschaft, Cluster-Modell, Raum als dritter Erzieher, Farbpsychologie, Schulentwicklung, Gestaltung der Lernumgebung, Inklusion, Ganztagsschule, Raumwahrnehmung, Schülerbefragung, quantitative Forschung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit?

Die Arbeit untersucht den Einfluss der Schularchitektur auf das Wohlbefinden von Schülern an einem kaufmännischen Berufskolleg und hinterfragt dabei die pädagogische Bedeutung der Gestaltung von Lernräumen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?

Die Arbeit deckt die Grundlagen der Architekturpsychologie, die historische Entwicklung von Schulbauten, moderne Raummodelle sowie die psychologische Wirkung von Farben, Licht und Materialien ab.

Welches Ziel verfolgt die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es herauszufinden, ob die Schulbaustruktur signifikante Auswirkungen auf das Wohlbefinden der Lernenden hat und wie sich Wahrnehmungen zwischen verschiedenen Bildungsgängen unterscheiden.

Welche wissenschaftliche Methode wird eingesetzt?

Die Autorin verwendet eine quantitativ-standardisierte Methodik in Form eines selbst entwickelten Online-Fragebogens, der an Schüler eines kaufmännischen Berufskollegs gerichtet wurde.

Was wird im Hauptteil der Untersuchung behandelt?

Der Hauptteil widmet sich dem Projekt-Design, der Konzeption des Fragebogens sowie der anschließenden Ergebnisdarstellung und Diskussion basierend auf den statistischen Auswertungen.

Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind unter anderem Architekturpsychologie, Schularchitektur, Lernumgebungen, Wohlbefinden und Berufskolleg.

Gibt es einen Unterschied in der Wahrnehmung zwischen Vollzeit- und Teilzeitschülern?

Die Arbeit geht der Frage nach, ob die unterschiedliche Nutzungsdauer des Schulgebäudes (Vollzeit vs. Ausbildungsklassen) zu einer veränderten Wahrnehmung der architektonischen Umgebung führt.

Wie bewerten die Schüler den Einfluss des Mobiliars und des Lichts?

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Lichtverhältnisse im Raum einen hohen Stellenwert einnehmen, teilweise sogar über dem Aspekt der Farbgestaltung stehen.

Ende der Leseprobe aus 202 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Pädagogik, Architektur und Schülerschaft. Zusammenspiel von Raum und Schule
Hochschule
Universität zu Köln  (WiSo)
Note
1.3
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2023
Seiten
202
Katalognummer
V1364009
ISBN (PDF)
9783346891112
ISBN (Buch)
9783346891129
Sprache
Deutsch
Schlagworte
pädagogik architektur schülerschaft zusammenspiel raum schule
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2023, Pädagogik, Architektur und Schülerschaft. Zusammenspiel von Raum und Schule, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1364009
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