Diese Masterarbeit geht der Hypothese nach, dass syrische und afghanische Geflüchtete durch explizit-induktive Vermittlung von Genusregeln mittels realer Wörter Genuszuweisungskategorien abstrahieren, welche sie dann autonom auf Kunstwörter anwenden.
Im ersten Teil der Arbeit wird über die Dimensionen des Genus Auskunft gegeben. Danach wird erklärt, wo die Schwierigkeiten beim Erwerb der Genuszuweisung zu verorten sind. Anschließend wird die Frage der Sinnhaftigkeit der Genusvermittlung diskutiert, da theoretisch auch Äußerungen mit falschem Genus zu keinen Verständnisproblemen führen. Die Studie und die Auswahl der Testitems sind angelehnt an Wegener. Die Auswahl der Items erfolgte nach morphonologischen Genuszuweisungskriterien sowie nach dem monosyllabischen Prinzip. So sind Einsilber tendenziell Maskulina, mit Ausnahme der mit < f/ch+t > auslautenden Substantive. Nach einer kurzen Beschreibung der Lehr- und Lernbedingungen erfolgt eine Auswertung der Studie, die mit einem Ausblick endet.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Einleitung
- 2 Genus
- 2.1 Genus-Sexus-Korrelation
- 2.2 Arbitrarität oder Motiviertheit
- 2.2.1 Phonologische Prinzipien
- 2.2.2 Semantische Prinzipien
- 2.2.3 Morphologische Prinzipien
- 2.3 Defaultgenus
- 2.4 Funktion des Genus
- 2.5 Grammatische und pragmatische Genuskongruenz
- 2.5.1 Grammatische und pragmatische Kongruenz bei Menschenbezeichnungen
- 2.5.2 Grammatische und pragmatische Kongruenz in anderen Referenzdomänen
- 2.5.3 Pragmatische Kongruenz bei feldexternen und genuslosen Substantiven
- 2.6 Morphologie der Genusmarker
- 2.7 Salienz, Frequenz und Validität von Genusmarkern
- 2.7.1 Salienz
- 2.7.2 Frequenz
- 2.7.3 Validität
- 2.8 Zusammenfassung und Relevanz der Genuszuweisungskategorien
- 3 Genuszuweisung im Unterricht
- 3.1 Phasen des Genuserwerbs
- 3.2 Problematik bei der Vermittlung der Genuszuweisung
- 3.2.1 Bedeutungsgehalt der Flexive
- 3.2.2 Probleme mit Pronomen, welche als Artikel verwendet werden
- 3.3 Relevanz von Genus: Sollten Genuszuweisungen im Unterricht vermittelt werden?
- 3.4 Kunstwörter als Messinstrument
- 4 Situationsanalyse und didaktische Überlegungen zur Lerngruppe
- 4.1 Information zur Lerngruppe
- 4.2 Didaktisches Konzept
- 4.3 Unterrichtsmodell
- 5 Hypothesen
- 6 Forschungsdesign
- 6.1 Auswahl der Genuskategorien und Items
- 6.2 Aufbau des Fragebogens und Untersuchungsverlauf
- 6.3 Störfaktoren
- 6.4.1 Auswahl der Stichprobe
- 6.4.2 Maßnahmen zur Elimination
- 6.5 Dateneingabe und Auswertung mit SPSS Statistics 24
- 7 Auswertung und Analyse
- 7.1 GR1 - Einsilberregel
- 7.2 GR2 - Einsilberregel mit
im Auslaut - 7.3 GR3 - Substantive mit -heit/-keit/-ung/-ei Suffix
- 7.4 GR4 Schwaregel
- 7.5 GR5 Substantive mit -lein bzw. -chen
- 7.6 GR6 Substantive mit -ment oder -um Suffix
- 7.7 Defaultwerte für Prä- und Posttest
- 8 Zusammenfassung der Ergebnisse und Resultate
- 9 Ausblick
- 10 Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Masterarbeit untersucht die morphologisch-phonologischen Kategorien der Genuszuweisung im Nominativ Singular bei syrischen und afghanischen Flüchtlingen. Ziel ist es, mithilfe von Kunstwörtern quantitative Daten zu erheben und die Anwendbarkeit von Genusregeln zu analysieren. Die Arbeit trägt somit zur Erforschung des Genuserwerbs im Kontext des Deutsch-als-Zweitsprache-Unterrichts bei.
- Analyse der Anwendbarkeit morphologisch-phonologischer Prinzipien der Genuszuweisung
- Untersuchung des Genuserwerbs bei syrischen und afghanischen Flüchtlingen
- Evaluation der Eignung von Kunstwörtern als Messinstrument im Spracherwerb
- Didaktische Implikationen für den Deutschunterricht als Zweitsprache
- Quantitative Erhebung und Auswertung der Daten mithilfe statistischer Methoden
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Genuszuweisung im Deutschen ein und beschreibt den Forschungsstand. Es wird die Relevanz der Untersuchung für den Deutschunterricht als Zweitsprache (DaZ) hervorgehoben und die Forschungsfrage formuliert. Die methodische Vorgehensweise wird kurz skizziert.
2 Genus: Dieses Kapitel bietet einen umfassenden Überblick über das grammatische Genus im Deutschen. Es werden die Zusammenhänge zwischen Genus, Sexus und semantischen, morphologischen sowie phonologischen Prinzipien der Genuszuweisung beleuchtet. Die Konzepte des Defaultgenus und der grammatischen sowie pragmatischen Genuskongruenz werden ausführlich erläutert, inklusive der Herausforderungen bei der Anwendung dieser Prinzipien. Die morphologischen Marker des Genus und deren Salienz, Frequenz und Validität werden ebenfalls thematisiert.
3 Genuszuweisung im Unterricht: In diesem Kapitel wird die Problematik der Genusermittlung und -vermittlung im DaZ-Unterricht behandelt. Es werden die Phasen des Genuserwerbs beschrieben und Schwierigkeiten bei der Vermittlung des grammatischen Genus identifiziert. Die Frage nach der Relevanz expliziter Genusvermittlung im Unterricht wird diskutiert, und der Einsatz von Kunstwörtern als geeignetes Messinstrument für die Erhebung der Genuszuweisungskompetenz wird begründet.
4 Situationsanalyse und didaktische Überlegungen zur Lerngruppe: Dieses Kapitel beschreibt die Lerngruppe der syrischen und afghanischen Flüchtlinge, ihre sprachlichen Vorkenntnisse und den Kontext des DaZ-Unterrichts. Es skizziert das didaktische Konzept und das gewählte Unterrichtsmodell für die Studie. Die Kapitel 5 und 6 werden detaillierter auf das Forschungsdesign eingehen, beginnend bei der Auswahl relevanter Genuskategorien.
7 Auswertung und Analyse: Dieses Kapitel präsentiert die Ergebnisse der Studie. Die Daten werden mithilfe verschiedener statistischer Verfahren ausgewertet, und die Ergebnisse werden im Hinblick auf die Forschungsfragen interpretiert. Die Analyse konzentriert sich auf die Anwendung der einzelnen Genusregeln (GR1-GR6) und deren korrekte bzw. fehlerhafte Anwendung bei den Kunstwörtern. Der Vergleich der Prä- und Posttest-Ergebnisse wird ebenfalls diskutiert.
Schlüsselwörter
Deutsch als Zweitsprache, Sprachdidaktik, Genuszuweisung, morphonologische Prinzipien, Kunstwörter, Prä- und Posttest, quantitative Forschung, syrische und afghanische Flüchtlinge, Genuskongruenz.
Häufig gestellte Fragen (FAQ) zur Masterarbeit: Morphologisch-phonologische Kategorien der Genuszuweisung
Was ist der Gegenstand dieser Masterarbeit?
Diese Masterarbeit untersucht die morphologisch-phonologischen Kategorien der Genuszuweisung im Nominativ Singular bei syrischen und afghanischen Flüchtlingen, die Deutsch als Zweitsprache (DaZ) lernen. Es wird analysiert, wie gut diese Lernenden Genusregeln anwenden können.
Welche Ziele verfolgt die Arbeit?
Die Arbeit zielt darauf ab, mithilfe von Kunstwörtern quantitative Daten zur Anwendbarkeit von Genusregeln zu erheben und den Genuserwerb dieser Lerngruppe zu untersuchen. Weiterhin wird die Eignung von Kunstwörtern als Messinstrument im Spracherwerb evaluiert und didaktische Implikationen für den DaZ-Unterricht abgeleitet.
Welche Themenschwerpunkte werden behandelt?
Die Arbeit behandelt die Analyse der Anwendbarkeit morphologisch-phonologischer Prinzipien der Genuszuweisung, die Untersuchung des Genuserwerbs bei syrischen und afghanischen Flüchtlingen, die Evaluation von Kunstwörtern als Messinstrument, didaktische Implikationen für den DaZ-Unterricht und die quantitative Datenanalyse mit statistischen Methoden.
Wie ist die Arbeit strukturiert?
Die Arbeit umfasst Kapitel zur Einleitung, einem umfassenden Überblick über das grammatische Genus im Deutschen (inkl. Genus-Sexus-Korrelation, Defaultgenus, Genuskongruenz, Morphologie der Genusmarker, etc.), der Genuszuweisung im Unterricht (inkl. Phasen des Genuserwerbs und Problematiken der Vermittlung), einer Situationsanalyse der Lerngruppe, der Hypothesenbildung, dem Forschungsdesign (inkl. Auswahl der Genuskategorien, Aufbau des Fragebogens und statistischer Auswertung mit SPSS), der Auswertung und Analyse der Ergebnisse (inkl. Interpretation der Ergebnisse für verschiedene Genusregeln), einer Zusammenfassung der Ergebnisse, einem Ausblick und einem Fazit.
Welche Methoden werden eingesetzt?
Die Arbeit verwendet quantitative Forschungsmethoden. Es werden Kunstwörter eingesetzt, um die Anwendung von Genusregeln zu testen. Die Daten werden mithilfe von SPSS Statistics 24 erhoben und ausgewertet. Prä- und Posttests werden durchgeführt, um den Lernerfolg zu messen.
Welche Ergebnisse werden präsentiert?
Die Auswertung und Analyse präsentiert die Ergebnisse der Studie im Hinblick auf die Anwendung verschiedener Genusregeln (GR1-GR6) und deren korrekte bzw. fehlerhafte Anwendung bei den Kunstwörtern. Der Vergleich der Prä- und Posttest-Ergebnisse wird ebenfalls diskutiert.
Welche Schlussfolgerungen werden gezogen?
Das Fazit der Arbeit fasst die wichtigsten Ergebnisse zusammen und zieht Schlussfolgerungen für den DaZ-Unterricht. Es wird bewertet, inwieweit die untersuchten morphologisch-phonologischen Prinzipien der Genuszuweisung von den syrischen und afghanischen Flüchtlingen angewendet werden können und welche didaktischen Implikationen sich daraus ergeben.
Welche Schlüsselwörter beschreiben die Arbeit?
Deutsch als Zweitsprache, Sprachdidaktik, Genuszuweisung, morphonologische Prinzipien, Kunstwörter, Prä- und Posttest, quantitative Forschung, syrische und afghanische Flüchtlinge, Genuskongruenz.
- Arbeit zitieren
- Sebastian Kasprowicz (Autor:in), 2017, Morphologisch-phonologische Kategorien der Genuszuweisung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1360059