Seitdem man 1910 in dem Münsterschen Fragment Z1 die Melodie zu Walthers Palästinalied überliefert gefunden hat, wurde diese Melodie mit anderen Melodien des Mittelalters in Verbindung gebracht. In dieser Arbeit möchte ich die beiden Lieder, die durch die Kontrafakturdiskussion rund um das "Palästinalied" vernetzt worden sind, vergleichen und den Gedanken der Kontrafaktur in Frage stellen.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Kontrafaktur und Walthers von der Vogelweide Palästinalied
- 2. Zum Kontrafakturbegriff
- 3. Die marianische Antiphon Ave regina caelorum, mater regis
- 4. Maria, moder unde maget reyne aus der Bordesholmer Marienklage
- 5. Vergleich
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die Kontrafakturdiskussion rund um Walthers von der Vogelweides Palästinalied. Dabei werden zwei Lieder - Walthers Palästinalied und die marianische Antiphon Ave regina caelorum, mater regis - verglichen und der Gedanke der Kontrafaktur hinterfragt.
- Kontrafaktur im Mittelalter
- Walthers von der Vogelweide Palästinalied
- Die marianische Antiphon Ave regina caelorum, mater regis
- Liedervergleich
- Kritik des Kontrafakturbegriffs
Zusammenfassung der Kapitel
- Kapitel 1: Dieses Kapitel beleuchtet die Kontroverse um Walthers Palästinalied und seine mögliche Beziehung zu anderen mittelalterlichen Melodien, insbesondere Jaufre Rudels "Lanquan li jorn". Es beleuchtet verschiedene Meinungen von Musikwissenschaftlern, die das Palästinalied als Kontrafaktur zu verschiedenen Melodien einordnen, und stellt Ronald Taylors These vor, dass es sich um eine Original-Komposition Walthers handelt.
- Kapitel 2: Hier wird der Begriff "Kontrafaktur" definiert und seine Entwicklung im Laufe des Mittelalters beschrieben. Es werden verschiedene Arten der Kontrafaktur erläutert, darunter die Umtextierung von weltlichen Liedern zu geistlichen und die Nachdichtung von literarischen Vorlagen.
- Kapitel 3: Dieses Kapitel konzentriert sich auf die marianische Antiphon "Ave regina caelorum, mater regis". Die Entstehung und Verwendung dieser Antiphon im 14. Jahrhundert werden untersucht, und es werden verschiedene Theorien über ihren Ursprung und ihre Beziehung zu anderen marianischen Antiphonen diskutiert.
- Kapitel 4: Dieses Kapitel befasst sich mit dem Lied "Maria moder unde maget reyne" aus der Bordesholmer Marienklage und stellt mögliche Beziehungen zu Walthers Palästinalied dar.
Schlüsselwörter
Kontrafaktur, Palästinalied, Walter von der Vogelweide, Ave regina caelorum, mater regis, marianische Antiphon, Liedvergleich, mittelalterliche Musik, Musikwissenschaft, Melodie, Text, Lieddichtung.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Hauptthema der Untersuchung zum Palästinalied?
Die Arbeit vergleicht Walthers von der Vogelweide Palästinalied mit anderen mittelalterlichen Liedern und hinterfragt dabei den musikwissenschaftlichen Begriff der Kontrafaktur.
Was bedeutet „Kontrafaktur“ in der mittelalterlichen Musik?
Kontrafaktur bezeichnet die Umtextierung einer bestehenden Melodie, beispielsweise wenn ein weltliches Lied mit einem neuen geistlichen Text versehen wird.
Welche Rolle spielt die Antiphon „Ave regina caelorum“?
Diese marianische Antiphon wird im Rahmen der Kontrafakturdiskussion als möglicher Bezugspunkt für die Melodie des Palästinaliedes untersucht.
Ist das Palästinalied eine Originalkomposition von Walther?
Während viele Forscher eine Kontrafaktur vermuten, vertritt Ronald Taylor die These, dass es sich um eine eigenständige Originalkomposition Walthers handeln könnte.
Was ist die „Bordesholmer Marienklage“?
Aus diesem Werk stammt das Lied „Maria moder unde maget reyne“, das in der Arbeit ebenfalls zum Vergleich mit Walthers Werk herangezogen wird.
Warum ist das Münstersche Fragment Z1 so wichtig?
In diesem Fragment wurde 1910 die Melodie zum Palästinalied überliefert gefunden, was erst die wissenschaftliche Diskussion über dessen Ursprung ermöglichte.
- Arbeit zitieren
- Claudia Gheorghita (Autor:in), 2009, "Ave regina caelorum, mater regis" und "Maria moder unde maget reyne", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1359218