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Perte d’une chance - loss of chance - Haftung für den Verlust einer Chance

Titel: Perte d’une chance - loss of chance -   Haftung für den Verlust einer Chance

Seminararbeit , 2009 , 31 Seiten , Note: 15 Punkte/Gut

Autor:in: Elena Lange (Autor:in)

Jura - Andere Rechtssysteme, Rechtsvergleichung
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit wurde im Rahmen eines Seminars zum internationalen Deliktsrecht angefertigt. Sie setzt sich mit dem Problem der Haftung für den Verlust einer Chance im französischen, englischen und deutschen Recht auseinander. Anhand der wichtigsten Fallgruppen (Gewinn,-Karriere- und Heilungschance) werden die Unterschiede der einzelnen Rechtsordnungen herausgearbeit. Zuletzt wird zu den Lösungswegen Stellung genommen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Rechtsvergleichende Untersuchung

A. Problemstellung

I. Länderberichte

1. Frankreich (perte d’une chance)

a) Grundzüge des französischen Haftungsrechts

aa) Haftungsgrundlagen

bb) Prozessuales

b) Anwendungsbereich und Voraussetzungen der perte d’une chance

aa) „chance réelle et sérieuse“

bb) Tatsächlich verlorene Chance

cc) Allgemeine Haftungsvoraussetzungen

c) Entwicklung der „klassischen“ perte d’une chance in der Rechtsprechung

aa) Verlust einer Prozesschance

bb) Verlust einer Karrierechance

cc) Verlust einer Gewinnchance

d) Verlust einer Heilungschance/Zweite Form der perte d’une chance

aa) Entwicklung der Rechtsprechung

bb) Weiter Anwendungsfälle

e) Zusammenfassung

2. England (loss of chance)

a) Grundzüge des englischen Haftungsrechts

aa) Haftungsgrundlagen

bb) Prozessuales

b) Entwicklung der loss of chance in der Rechtsprechung

aa) Verlust einer Gewinnchance

bb) Verlust einer Prozesschance

cc) Verlust einer Heilungschance

dd) Zusammenfassung

3. Deutschland

a) Vereinbarkeit der Chancenlehre mit dem deutschem Haftungsrecht

b) Verlust einer Karrierechance

c) Verlust einer Gewinnchance

d) Verlust einer Prozesschance

e) Verlust einer Heilungschance

II. Zusammenfassung

B. Gesamtergebnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Haftung für den Verlust einer Chance (perte d’une chance / loss of chance) im französischen, englischen und deutschen Recht. Dabei wird insbesondere der Frage nachgegangen, inwiefern der Verlust eines in der Zukunft liegenden, unsicheren Vorteils als ersatzfähiger Schaden qualifiziert werden kann und wie die Schadensbemessung bei derartigen Konstellationen erfolgen sollte.

  • Rechtsvergleichende Analyse der Haftungssysteme in Frankreich, England und Deutschland
  • Kategorisierung der Fallgruppen: Verlust einer Prozess-, Karriere-, Gewinn- oder Heilungschance
  • Diskussion der Problematik von Kausalitätsmängeln bei der Schadensberechnung
  • Kritische Würdigung des „Alles-oder-Nichts-Prinzips“ gegenüber einer anteiligen Proportionalhaftung
  • Einordnung in europäische Modellgesetze wie die UNIDROIT Principles

Auszug aus dem Buch

a) Grundzüge des französischen Haftungsrechts

Vor einer konkreten Einzeldarstellung der Lösungen, welche für das Chancenproblem in der französischen Rechtsprechung und Literatur gefunden wurden, soll zunächst das System des französischen Haftungsrechts kurz skizziert werden, soweit es für die hier aufgeworfenen Fragen von Interesse ist.

aa) Haftungsgrundlagen

Ansprüche aus der perte d’une chance können sich sowohl aus Vertrag als auch aus Delikt ergeben. Rechtsgrundlage für die vertragliche Haftung ist Art. 1147 Cc. Im Rahmen der perte d’une chance kommt eine vertragliche Haftung in den Konstellationen der verlorenen Heilungs- und Prozesschance zum Tragen, da sowohl Grundlage einer ärztlichen Untersuchung als auch einer Rechtsberatung ein Vertrag sein wird. Dabei ist wichtig zu wissen, dass im französischen Haftungsrecht ein vertraglicher Anspruch die deliktische Haftung nach dem non-cumul Grundsatz ausschließt.

Haftungsgrundlage im Deliktsrecht bilden die Art. 1382 ff. Cc. Anders als das BGB besitzt der Code civil mit Art. 1382 Cc eine deliktische Generalklausel. Tatbestandsvoraussetzungen der art. 1382 und 1383 Cc sind faute, dommage und lien de causalité. Der Begriff faute wird zwar im Gesetz nicht definiert, darunter ist jedoch jede Pflichtverletzung im Sinne eines objektiven Verstoßes gegen ein Verhaltensgebot oder -verbot zu verstehen. Zur Bestimmung der Kausalität werden im französischen Deliktsrecht nicht nur die Äquivalenz- und Adäquanztheorie herangezogen; es spielt zusätzlich das Gerechtigkeitsgefühl des Richters eine wichtige Rolle. Als Schaden (dommage) kann jede Beeinträchtigung materieller oder immaterieller Art angesehen werden, die ein Geschädigter - an welchem Rechtsgut und auf welche Weise auch immer - erleidet. Um diese sehr weite Haftung einzuschränken, muss der Schaden zusätzlich „direct“, „actuel“ und „certain“ sein. Ist ein solcher Schaden entstanden, wird nach dem Prinzip der Totalreparation (réparation intégrale) ausgeglichen.

Zusammenfassung der Kapitel

Rechtsvergleichende Untersuchung: Einleitende Betrachtung der Thematik des Verlusts einer Chance als haftungsrechtliche Herausforderung bei unsicheren zukünftigen Vorteilen.

A. Problemstellung: Definition der Forschungsfrage und Erläuterung der Relevanz von Kausalitätsmängeln bei der Schadensberechnung anhand von Beispielsfällen.

I. Länderberichte: Detaillierte Analyse der Rechtsprechung und Literatur zum Chancenverlust in Frankreich, England und Deutschland untergliedert in spezifische Fallgruppen.

II. Zusammenfassung: Synoptische Gegenüberstellung der Lösungsansätze der drei untersuchten Rechtsordnungen und deren Bewertung.

B. Gesamtergebnis: Abschließende Einschätzung zur Proportionalhaftung als gerechtes Korrektiv zum Alles-oder-Nichts-Prinzip im europäischen Vergleich.

Schlüsselwörter

perte d'une chance, loss of chance, Chancenlehre, Haftung, Deliktsrecht, Arzthaftung, Schadensersatz, Kausalität, Proportionalhaftung, Alles-oder-Nichts-Prinzip, Rechtsvergleich, Schadensberechnung, Beweislast, Fehlerhaftigkeit, Vertragsrecht

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der rechtlichen Problematik des Ersatzes für verlorene Chancen (z. B. Prozess-, Karriere- oder Heilungschancen) in verschiedenen europäischen Rechtssystemen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der Haftung für den Verlust einer Chance im französischen, englischen und deutschen Recht sowie der methodischen Herangehensweise an die Schadensberechnung bei unsicheren Kausalverläufen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die unterschiedlichen Rechtssysteme mit der Unsicherheit bei der Schadensfeststellung umgehen und ob ein anteiliger Ersatz (Proportionalhaftung) eine gerechtere Lösung als das herkömmliche Alles-oder-Nichts-Prinzip darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine rechtsvergleichende Untersuchung, die durch die Analyse von einschlägiger Rechtsprechung und Literatur in den genannten Ländern gestützt wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in Länderberichte, in denen die spezifischen Fallgruppen (Heilung, Karriere, Gewinn, Prozess) detailliert analysiert und die jeweiligen Haftungsvoraussetzungen kritisch hinterfragt werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind perte d'une chance, loss of chance, Kausalität, Proportionalhaftung und Arzthaftung.

Warum ist das französische Modell für die Autorin von besonderem Interesse?

Das französische Recht wird als „Mutterland des Chancenproblems“ angesehen, da es durch seine deliktische Generalklausel sehr früh eine flexible Proportionalhaftung etablieren konnte.

Wie bewertet die Autorin die deutsche Rechtslage im Vergleich?

Die Autorin kritisiert, dass Deutschland durch das strikte Festhalten am Alles-oder-Nichts-Prinzip und die starren Grenzen des BGB in der europäischen Rechtsentwicklung isoliert dasteht und oft zu unbefriedigenden Ergebnissen kommt.

Welche Rolle spielen Arzthaftungsfälle in dieser Untersuchung?

Arzthaftungsfälle dienen als besonders schwierige Beispiele für den Kausalitätsnachweis, bei denen die Autorin eine Abkehr von der Beweislastumkehr hin zur Proportionalhaftung befürwortet.

Ende der Leseprobe aus 31 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Perte d’une chance - loss of chance - Haftung für den Verlust einer Chance
Hochschule
Universität Osnabrück  (ELSI)
Note
15 Punkte/Gut
Autor
Elena Lange (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
31
Katalognummer
V135798
ISBN (eBook)
9783640442027
ISBN (Buch)
9783640442089
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Perte Haftung Verlust Chance Punkte/Gut
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Elena Lange (Autor:in), 2009, Perte d’une chance - loss of chance - Haftung für den Verlust einer Chance , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/135798
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Leseprobe aus  31  Seiten
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