Die Europäische Union ist im globalen Wettbewerb gefordert wie noch nie zuvor. Neben den USA als Wirtschaftspartner, aber auch Konkurrenz etablieren sich immer mehr Regionen dieser Welt an der Weltwirtschaftsspitze. Diese Arbeit zeigt die aktuelle Situation im Rennen um die globale Nummer 1. Wo steht die EU? Welche Ziele verfolgt die EU? Wo verstecken sich die größten Gefahren? Wer fordert die EU und die USA an der Weltwirtschaftsspitze heraus?
Inhaltsverzeichnis
1. Die Entstehung der Europäischen Union
1.1 Europa: Ein Kontinent der Kriege
1.2 Friedenssicherung durch gegenseitige Abhängigkeit
1.3 Von der EGKS zur EU
2. Die Institutionen der Europäischen Union
2.1 Der Aufbau der Europäischen Union
2.2 Das Zusammenspiel der Institutionen
2.3 Lobbying in der Europäischen Union
3. Die heutige Form der Europäischen Union
4. Die Europäische Union als Global Player
4.1 Europas Anteil an der Welt
4.2 Die EU und der Welthandel
4.3 Indikatoren für die Zukunft
5. Die Globalisierungspolitik der Europäischen Union
5.1 Lissabon-Prozess:
5.2 Global Europe – Competing in the world:
5.3 Spaghetti-Schüssel
6. Die Zukunft der Europäischen Union
Abkürzungsverzeichnis
AbBILDUNGSVERZEICHNIS
Literaturverzeichnis
1. Die Entstehung der Europäischen Union
1.1 Europa: Ein Kontinent der Kriege
Europa ist eine Geschichte der Kriege und der Gewalt. Mit der Niederlage Karthagos in den Punischen Kriegen am Ende des 3. Jahrtausends vor Christus stieg das römische Reich zur unbestrittenen Vormacht in Europa auf. Den Punischen Kriegen sollten in den darauf folgenden 5.000 Jahren unzählige weitere Kriege folgen. Neben den Römern versuchten unter anderem die Griechen, die Franzosen, die Habsburger und schließlich die Nationalsozialisten Europa auf gewaltsame Weise zu vereinen. Sie alle haben eines gemeinsam, sie sind schließlich gescheitert.
Die Europäische Union stellt den ersten Versuch da, den Kontinent auf friedliche Art und Weise zu vereinen. Ein Versuch der vor knapp 60 Jahren gestartet wurde und noch heute in seiner Entwicklung steckt. Im historischen Kontext wurde in diesen 60 Jahren aber zweifellos mehr erreicht als in den 5.000 Jahren zuvor. Welche Bedeutung die Europäische Union als Friedensprojekt hat, zeigt auch die jüngere Europäische Geschichte. Schließlich sind die Kriegstage außerhalb der EU, wie zum Beispiel am Balkan, noch keine weit entfernte Vergangenheit.
1.2 Friedenssicherung durch gegenseitige Abhängigkeit
Die europaweite Zerstörung durch den 2. Weltkrieg war der Nährboden für eine neue Idee. „Die Europäische Union wurde mit dem Ziel gegründet, den häufigen und blutigen Kriegen zwischen Nachbarn ein Ende zu bereiten, die ihren Höhepunkt im Zweiten Weltkrieg gefunden hatte.“[1] Fünf Jahre nach Kriegsende war es der französische Außenminister Robert Schuman, der den Plan für eine engere Zusammenarbeit der europäischen Staaten vorlegte. Nur zwei Jahre später waren Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg und die Niederlande in Form der EGKS (Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl) wirtschaftlich aneinander gebunden. Als Gründerväter der EGKS gelten neben Robert Schuman noch Winston Churchill, Jean Monnet, Konrad Adenauer und Alcide de Gasperi.[2]
1.3 Von der EGKS zur EU
Innerhalb eines halben Jahrhunderts wurde aus dem Wirtschaftsbündnis die Europäische Union mit 27 Mitgliedsstaaten.
Die Verträge der EU:[3]
- 1952: Gründung zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl
- 1958: Römische Verträge (Vertrag zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft, Vertrag zur Gründung der Europäischen Atomgemeinschaft)
- 1987: Einheitliche Europäische Akte – der Binnenmarkt
- 1993: EU-Vertrag von Maastricht
- 1999: Vertrag von Amsterdam
- 2003: Vertrag von Nizza
- 2007: Vertrag von Lissabon (Ratifizierung noch ausständig)
Die Erweiterungsrunden:[4]
- 1952: Gründungsmitglieder Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg und die Niederlande
- 1973: Beitritt von Dänemark, Irland und dem Vereinigten Königreich
- 1981: Beitritt von Griechenland
- 1986: Beitritt von Portugal und Spanien
- 1990: Wiedervereinigung Deutschlands
- 1995: Beitritt von Finnland, Österreich und Schweden
- 2004: Beitritt von Estland, Lettland, Litauen, Malta, Polen, Slowakei, Slowenien, Tschechische Republik, Ungarn und Zypern
- 2007: Beitritt von Bulgarien und Rumänien
Sonstige Meilensteine:[5]
- 1962: Beginn der gemeinsamen Agrarpolitik
- 1968: Abschaffung der Binnenzölle
- 1972: Erste Pläne für einheitliche Währung
- 1979: Erste direkte Wahl des Eur. Parlaments
- 1987: Start des Erasmus-Programms
- 1993: Start des Binnenmarktes
- 1995: Schengenabkommen tritt in Kraft
- 1999: Euro wird zur Buchwährung (11 Länder)
- 2002: Euro-Banknoten-Einführung (12 Länder)
2. Die Institutionen der Europäischen Union
2.1 Der Aufbau der Europäischen Union
Die Europäische Union basiert auf einen 3-Säulen-Modell bestehend aus den Europäischen Gemeinschaften, der gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik sowie der polizeilichen und justiziellen Zusammenarbeit in Strafsachen.
Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten
Abbildung 1: Die 3 Säulen der Europäischen Union
(Quelle: http://europa.eu/abc/euslides/index_de.htm, Stand vom 29. Juni 2009)
In Abbildung 1 sieht man, dass die diversen Verträge (siehe Kapitel 1.3 „Von der EGKS zur EU“) die Basis der Europäischen Union bilden. Die drei zuvor genannten der Europäischen Zusammenarbeit bilden den Kern der Europäischen Union.
2.2 Das Zusammenspiel der Institutionen
Die EU besteht aus zahlreichen Institutionen. Die wohl wichtigsten Funktionen haben das der Europäische Rat, das Europäische Parlament, der Ministerrat und die Europäische Kommission inne. Des Weiteren sind noch weitere Funktionen in der EU konzentriert. So haben Gerichtshof, der Rechnungshof, Wirtschafts- und Sozialausschuss, Ausschuss der Regionen, Europäische Zentralbank, Europäische Investmentbank sowie zahlreiche Agenturen einen großen Einfluss auf das tägliche Leben der Europäer.[6]
Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten
Abbildung 2: Das Zusammenspiel er Europäischen Institutionen
(Quelle: Böhm / Lahodynsky. EU for You! S. 16)
In Abbildung 2 ist das komplexe Zusammenspiel der Europäischen Institutionen am Beispiel der Gesetzeswerdung zu sehen. Sowohl der Europäische Rat, wie auch der Rat der EU, die EU-Kommission und das EU-Parlament sind am Weg von einer Idee zu einem Gesetz beteiligt.
2.3 Lobbying in der Europäischen Union
Wie in diversen Mitgliedsstaaten ist Lobbying auch in der Europäischen Union ein großer Teil der täglichen politischen Arbeit. Dementsprechend haben sich zahlreiche Lobbying-Gruppierung gebildet. Die Liste der offiziellen Interessenvertretungen ist lang.
Die wichtigsten Lobbying-Gruppen:[7]
- EUROCHAMBRES (Europäische Wirtschaftskammern)
- EGB (Europäischer Gewerkschaftsbund)
- UEAPME (Dachverband für Handwerk sowie KMU´s)
- COPA / COGECA (Europäische Dachorganisation der Landwirte und ihrer Genossenschaften)
- UNICE (Union of Industrial and Employers´Confederation of Europe)
- EuroCommerce (The Retail, Wholesale and International Trade Representation to the EU)
[...]
[1] http://europa.eu/abc/history/index_de.htm, Stand vom 29. Juni 2009
[2] Vgl. http://europa.eu/abc/history/1945-1959/index_de.htm, Stand vom 29. Juni 2009
[3] Vgl. http://europa.eu/abc/euslides/index_de.htm, Stand vom 29. Juni 2009
[4] Vgl. http://europa.eu/abc/euslides/index_de.htm, Stand vom 29. Juni 2009
[5] Vgl. http://europa.eu/abc/euslides/index_de.htm, Stand vom 29. Juni 2009
[6] Vgl. http://europa.eu/abc/euslides/index_de.htm, Stand vom 29. Juni 2009
[7] Vgl. Böhm / Lahodynsky. EU for You. S. 17
- Citar trabajo
- B.A. Gerald Spiess (Autor), 2009, Die EU und die Globalisierung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/134992
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