Stationäre Hilfen zur Erziehung durchziehen als in hohem Maß intervenierende Maßnahme einen Großteil des Alltags der Adressat*innen Sozialer Arbeit. Mit dem Lebensbewältigungskonzept kann dabei der Aufbau von Ressourcen bei der Bewältigung kritischer Lebenskonstellationen als Ziel Sozialer Arbeit formuliert werden. Daneben steht die Stärkung der Adressat*innen mit der Neuerung des SGB VIII explizit im Vordergrund in der Durchführung von Maßnahmen. Darauf aufbauend geht diese Ausarbeitung literaturbasiert der Frage nach, inwiefern VHT und Traumapädagogik in der Praxis stationärer Hilfen zur Erziehung zusammengedacht werden und im Sinne des genannten Ziels zusammenwirken können. Die Chance einer Kombination von VHT und traumasensibler Arbeit mit Kindern in stationären HzE wurde in ihrem Beitrag zu gelingender Interaktion als Vorstufe zu korrigierenden Beziehungs- und Bindungserfahrungen herausgearbeitet, die als wirksamster Faktor stationärer HzE in der Wirkungsforschung beschrieben werden und durch die Mentalisierungstheorie theoretisch fundiert werden konnte. Als Grenze der Kombination aus VHT und traumasensiblen Arbeiten wurde dargestellt, dass beide Ansätze methodischen Handels nicht alle Aspekte kritischer Lebenskonstellationen zu unterstützen vermögen.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung.
- 2. Kontext: Stationäre Hilfen zur Erziehung als Tätigkeitsfeld der Sozialen Arbeit.....
- 2.1 Rechtliche Grundlagen, Systematisierung, Leistungsangebote....
- 2.2 Adressat*innen und ihre Herausforderungen .......
- Exkurs: Kindheit
- 2.3 Charakteristika, Methoden und Konzepte..\li>
- Exkurs: Methodendiskurs in der Sozialen Arbeit
- 2.4 Zusammenfassung: Selbstverständnis stationärer Hilfen zur Erziehung.
- Teil A: Reflexion der zwei Ansätze methodischen Handelns auf deskriptiver Ebene
- 3. Traumapädagogik und traumasensibles Arbeiten in der stationären Hilfe zur Erziehung
- 3.1 Entstehung der Traumapädagogik und ihre interdisziplinären Bezüge ..
- 3.2 Ausgewählte Grundlagen der Psychotraumatologie ......
- 3.3 Traumasensibles Arbeiten in stationären Hilfen zur Erziehung.
- 3.3.1 Traumapädagogische Standards für die stationäre Erziehungs-hilfe der Bundesarbeitsgemeinschaft Traumapädagogik.....
- 3.3.2 Chancen und Grenzen der Traumapädagogik
- 3.4 Zusammenfassung und Einordnung in den Methodendiskurs Sozialer Arbeit….........
- 4. Video-Home-Training (VHT) in der stationären Hilfe zur Erziehung
- 4.1 Entstehung und Zielsetzung des VHT
- 4.2 Grundlagen
- 4.2.1 Die vier Säulen des VHT als Grundelemente..\li>
- 4.2.2 Das theoretische Fundament
- 4.3 VHT in der Praxis stationärer Hilfen zur Erziehung..\li>
- 4.3.1 Praktische Umsetzung
- 4.3.2 Adressat*innen und Anwendung von VHT in stationären Hilfen zur Erziehung.………………………………..\li>
- 4.3.3 Chancen und Grenzen von VHT
- 4.4 Zusammenfassung und Einordnung in den Methodendiskurs Sozialer Arbeit...\li>
- 5. Traumapädagogik und VHT auf der Ebene methodischen Handelns zusammengedacht.......
- 5.1 Traumapädagogische Ansätze als theoretische Grundlage für VHT.
- 5.2 VHT als Beitrag zur traumasensiblen Arbeit mit Kindern in stationären Hilfen zur Erziehung
- 5.3 Die Brücke zwischen VHT und Traumapädagogik.........
- Teil B: Reflexion der zwei Ansätze methodischen Handelns für die Praxis Sozialer Arbeit mit Hilfe zweier Theorien
- 6. Das Lebensbewältigungskonzept von Böhnisch als Theorie der Sozialen Arbeit.....
- 6.1 Lebensbewältigung als dreidimensionales Modell …………………………..\li>
- 6.1.1 Gesellschaftliche Dimension .......
- 6.1.2 Soziodynamische/ interaktive Dimension.
- 6.1.3 Psychodynamische Dimension
- 6.2 Besonderheiten der Lebensbewältigung in der Lebensphase Kindheit............
- 6.3 Der Auftrag Sozialer Arbeit und seine Ausgestaltung
- 6.4 Zusammenfassung und Verortung der Fragestellung in der Sozialen Arbeit...\li>
- 7. Das Mentalisierungskonzept - eine psychologische Entwicklungstheorie
- 7.1 Mentalisieren - Definition, Funktion und Einordnung der Theorie......
- 7.2 Entwicklung der Mentalisierungsfähigkeit …....
- 7.2.1 Theorie des Sozialen Biofeedbacks
- 7.2.2 Entwicklung des Selbst als Akteur*in in den ersten fünf Lebensjahren ...
- 7.3 Erweiterungen der Mentalisierungstheorie
- 7.4 Die Mentalisierungstheorie in der Sozialen Arbeit
- 7.5 Zusammenfassung des Kapitels…..........\li>
- 8. Chancen und Grenzen eines videogestützten Verfahrens in der traumasensiblen Arbeit mit Kindern in stationären Hilfen zur Erziehung – theoretisch fundiert zusammengedacht........
- 8.1 Traumapädagogik und VHT im Rahmen der Lebensbewältigungstheorie
- 8.2 Traumapädagogik und VHT im Rahmen der Mentalisierungstheorie .....
- 8.3 Mögliche Chancen und Grenzen des Zusammenspiels von Traumapädagogik und VHT in der Praxis stationärer Hilfen zur Erziehung .......
- 9. Diskussion der Hypothesen und Schlussfolgerungen....
- 9.1 Einordnung in Ergebnisse der Wirkungsforschung stationären Hilfen zur Erziehung.
- 9.2 Einordnung in Herausforderungen des Tätigkeitsfeldes
- 9.3 Kritische Würdigung der Ausarbeitung
- 10. Fazit und Ausblick
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit setzt sich zum Ziel, die Chancen und Grenzen von Video-Home-Training (VHT) im Kontext der traumasensiblen Arbeit mit Kindern in stationären Hilfen zur Erziehung zu untersuchen. Dabei werden die theoretischen Grundlagen von Traumapädagogik und VHT beleuchtet und in Bezug zueinander gesetzt.
- Die Bedeutung der Traumapädagogik in der Sozialen Arbeit
- Die Funktionsweise von Video-Home-Training (VHT)
- Die Interaktion von Traumapädagogik und VHT
- Herausforderungen und Potentiale der Integration von VHT in die traumasensible Arbeit
- Die Anwendung von VHT im Kontext stationärer Hilfen zur Erziehung
Zusammenfassung der Kapitel
- Kapitel 1: Die Einleitung führt in die Thematik der Arbeit ein und stellt die Forschungsfrage sowie die Relevanz der Untersuchung dar.
- Kapitel 2: Dieses Kapitel beleuchtet den Kontext stationärer Hilfen zur Erziehung als Arbeitsfeld der Sozialen Arbeit, einschließlich der rechtlichen Rahmenbedingungen, der Adressat*innen und ihrer Herausforderungen sowie der relevanten Konzepte und Methoden.
- Kapitel 3: In diesem Kapitel werden die Entstehung und die Grundlagen der Traumapädagogik sowie das traumasensible Arbeiten in stationären Hilfen zur Erziehung vorgestellt. Es werden auch die Chancen und Grenzen der Traumapädagogik im Methodendiskurs der Sozialen Arbeit beleuchtet.
- Kapitel 4: Dieses Kapitel behandelt die Entstehung, die Grundlagen und die praktische Anwendung von Video-Home-Training (VHT) in der stationären Hilfe zur Erziehung. Es werden auch die Chancen und Grenzen von VHT in Bezug auf die Adressat*innen und die Praxis diskutiert.
- Kapitel 5: In diesem Kapitel werden die theoretischen Grundlagen von Traumapädagogik und VHT einander gegenübergestellt und es wird analysiert, wie VHT als Beitrag zur traumasensiblen Arbeit mit Kindern in stationären Hilfen zur Erziehung verstanden werden kann.
- Kapitel 6: Dieses Kapitel stellt das Lebensbewältigungskonzept von Böhnisch als Theorie der Sozialen Arbeit vor und beleuchtet seine drei Dimensionen: die gesellschaftliche, die soziodynamische/interaktive und die psychodynamische Dimension.
- Kapitel 7: In diesem Kapitel wird das Mentalisierungskonzept als psychologische Entwicklungstheorie vorgestellt. Es werden Definition, Funktion und Entwicklung der Mentalisierungsfähigkeit sowie die Anwendung der Theorie in der Sozialen Arbeit betrachtet.
- Kapitel 8: Dieses Kapitel untersucht die Chancen und Grenzen des Zusammenspiels von Traumapädagogik und VHT in der Praxis stationärer Hilfen zur Erziehung. Es wird analysiert, wie beide Ansätze im Rahmen der Lebensbewältigungstheorie und der Mentalisierungstheorie zusammenwirken.
Schlüsselwörter
Traumapädagogik, Video-Home-Training (VHT), traumasensible Arbeit, stationäre Hilfen zur Erziehung, Kinder, Psychotraumatologie, Lebensbewältigung, Mentalisierung, Soziales Biofeedback, Methodendiskurs, Soziale Arbeit.
- Arbeit zitieren
- Theresia Panzer (Autor:in), 2022, Traumapädagogik und Video-Home-Training (VHT) zusammengedacht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1348779