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Natur und Poesie in Joseph von Eichendorffs Gedicht "Abschied"

Title: Natur und Poesie in Joseph von Eichendorffs Gedicht "Abschied"

Term Paper , 2019 , 11 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Victoria Joschko (Author)

German Studies - Modern German Literature
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In dem Gedicht "Abschied" von Joseph von Eichendorff geht es um ein lyrisches Ich, das sich in der Natur vollkommen geborgen fühlt, sich aber von dieser verabschieden muss, um in die Gesellschaft hineinzufinden. Es werden die Räume des Waldes beziehungsweise der Natur und gesellschaftlichen Welt gegenübergestellt. Die Interpretationshypothese, dass in dem Gedicht "Abschied" die Poesie eine tragende Instanz darstellt, um eine Harmonie zwischen dem Gegensatz beider Welten für das sich im inneren Konflikt befindende lyrische Ich zu schaffen, wird im Folgenden mit Hilfe einer linearen, formalen und inhaltlichen Analyse und Interpretation erläutert und verifiziert.

Das Gedicht "Abschied" wurde von Joseph von Eichendorff im Jahr 1810 verfasst und ist der Epoche der Romantik zugeordnet. Die Romantik ist mit regionalen Unterschieden dem Ende des 18. bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts in Europa als bewusste Gegenbewegung zu den gesellschaftlichen Entwicklungen ihrer Zeit zuordenbar. Zu der Epoche der Romantik gehören Motive wie das der Sehnsucht, Vanitas, Realitätsflucht, Hinwendung zur Natur, religiösen Aspekte, Geltung der Poesie als Heilmittel, Verschmelzung und Einheit von Mensch, Natur und Gefühlen, außerdem das Ablassen des rationalen Denkens, Fernweh, der Herzschmerz und Glauben an eine überirdische Macht. Europa wurde in den Jahren 1789 bis 1814 von der Französischen Revolution mit dem Leitspruch: Liberté, égalité, fraternité und damit wirtschaftlichen, technischen, sozialen und landschaftsgeographischen Veränderungen geprägt. Diese Veränderungen äußerten sich bei den Romantiker*innen in unbewussten Ängsten, Verlustgefühlen und Abwehrreaktionen. Um das Jahr 1800 herum galt der Versuch, eine Verbindung aller Bereiche der Natur und Kultur als eine Einheit des Lebens, der Wissenschaften und der Künste herzustellen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Analyse und Interpretation des Gedichts Abschied von Joseph von Eichendorff

1.1 Einleitung

1.2 Hauptteil

1.3 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Gedicht Abschied von Joseph von Eichendorff unter der Hypothese, dass die Poesie eine tragende Instanz darstellt, um eine harmonische Verbindung zwischen der idyllischen Natur und der industrialisierten sowie gesellschaftlich geprägten Umwelt für das in einem inneren Konflikt befindliche lyrische Ich zu schaffen.

  • Romantik: Motive, Weltbild und das Verhältnis zwischen Mensch und Natur
  • Lyrikanalyse: Formale Untersuchung des Gedichts (Metrik, Reim, Struktur)
  • gesellschaftlicher Kontext: Der Einfluss der Industrialisierung und der Französischen Revolution
  • Naturmetaphorik: Der Wald als Schutzraum im Gegensatz zur genormten Gesellschaft
  • Identitätskonflikt: Der Zwang zur Anpassung vs. das Bedürfnis nach Freiheit und Ursprünglichkeit

Auszug aus dem Buch

1.2 Hauptteil

Das Gedicht Abschied umfasst vier Strophen mit je acht Versen, in denen ein regelmäßiger Kreuzreim und drei-hebiger Jambus vorliegt. Sechssilbige und siebensilbige Verse alternieren und somit auch die männliche und weibliche Kadenz. Die männliche Kadenz ist den geraden Versen und die weibliche den ungeraden Versen zuordenbar. Diese klaren und beständigen formalen Strukturen zeigen eine vermeintliche Ausgeglichenheit des Gedichts auf, welche von Tempus- und Modus-Wechsel widerlegt wird. Es wird also bereits beim Betrachten der formalen Merkmale deutlich, dass eine innere Unruhe des lyrischen Ichs vorliegt. Diese wird von dem Kreuzreim, Jambus und den wechselnden Kadenzen bestärkt, denn ein Widerspruch, Kontrast und nicht vorhandener Einklang wird formal impliziert.

Die erste Strophe des Gedichts umfasst die Verse eins bis acht und behandelt erstmals die Beschreibung der gegenüberstellten Räume des „[...] Wald[es]“ (V.2) und der „[...] Welt“ (V.6). In den ersten beiden Versen wird der Wald mit einer Apostrophe in: „O Täler weit, o Höhen,/ O schöner, grüner Wald“ (V1f.) lobgepriesen. Diese Verse bilden Enjambements, welche die Dynamik und Perfektion der Natur unterstreichen. Auch liegt hier eine Antithese von: „[...] Täler [...]“ und „[...] Höhen“ (V.1) ein Pleonasmus: „grüner Wald“ (V.2) vor, die die empfundene Freiheit und Grenzenlosigkeit der Natur des lyrischen Ichs betonen. Das Motiv der Freiheit der Französischen Revolution wird hier aufgegriffen.

Das lyrische Ich tritt explizit in Erscheinung: „Du meiner Lust und Wehen“(V.3), „Um mich[...]“(V.8), „Ich habe [...]“(V.21), „Mich Einsamen [...]“(V.31) und „[...]mein Herz [...]“(V.32). Diese Verse unterstreichen die Motive der Romantik, indem die Sehnsucht und Naturverbundenheit als essenzielle Aspekte des lyrischen Ichs dargestellt werden. Der einzige unreine Reim in: „[...] Höhen“(V.1) und „[...] Wehen“(V.3) deutet den folgenden Umbruch der Harmonie des lyrischen Ichs an.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Analyse und Interpretation des Gedichts Abschied von Joseph von Eichendorff: Einführung in die Thematik, Einordnung in die Epoche der Romantik sowie Formulierung der zentralen Interpretationshypothese.

1.1 Einleitung: Analyse des historischen Hintergrunds und der romantischen Kontextualisierung von Eichendorffs Werk im Spannungsfeld zwischen industriellem Wandel und Naturverbundenheit.

1.2 Hauptteil: Detaillierte strophische Analyse des Gedichts unter Berücksichtigung rhetorischer Mittel, formaler Strukturmerkmale und der thematischen Gegenüberstellung von Wald und Gesellschaft.

1.3 Fazit: Zusammenfassende Bestätigung der Hypothese, dass Poesie als heilende Instanz dient, die das lyrische Ich bei der Bewältigung seines Konflikts unterstützt, auch wenn eine endgültige Entscheidung zum Verlassen des Waldes unvermeidbar ist.

Schlüsselwörter

Joseph von Eichendorff, Abschied, Romantik, Lyrikanalyse, Naturmotivik, Wald, Industrialisierung, Identitätskonflikt, Lyrisches Ich, Gesellschaftskritik, Sehnsucht, Heimat, metrische Analyse, Französische Revolution, Weltflucht.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit widmet sich der Interpretation des Gedichts Abschied von Joseph von Eichendorff und analysiert, wie das lyrische Ich den Kontrast zwischen seiner geliebten, freien Natur und der gesellschaftlichen Realität erfährt.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen das Naturbild der Romantik, die Auswirkungen der Industrialisierung auf den Einzelnen, das Motiv der Freiheit sowie die innere Zerrissenheit zwischen individuellen Werten und gesellschaftlichen Zwängen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist der Nachweis, dass der Wald für das lyrische Ich einen schützenden Rückzugsort darstellt und die Poesie als Mittel dient, um die Harmonie zwischen den einander gegenüberstehenden Welten (Natur vs. Gesellschaft) zu suchen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit folgt einer strukturierten literaturwissenschaftlichen Analyse, die den Text formal (Metrik, Reimschema), stilistisch (rhetorische Figuren) und inhaltlich-interpretatorisch erschließt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine systematische, strophenweise Untersuchung, in der die Bedeutung der Natur als Heilmittel der Seele sowie das unvermeidbare Schicksal des lyrischen Ichs vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Umbrüche erläutert werden.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich der Inhalt charakterisieren?

Wichtige Begriffe sind Romantik, Eichendorff, Identitätskonflikt, Wald, Industrialisierung, Natur und Weltflucht.

Inwiefern spielt die Französische Revolution eine Rolle in der Argumentation?

Die Autorin stellt einen Zusammenhang zwischen den gesellschaftlichen Umbrüchen der Zeit (nach 1789) und dem bei Eichendorff thematisierten Gefühl des Verlustes und der Unruhe her.

Warum entscheidet sich das lyrische Ich am Ende für den Abschied?

Es handelt sich um einen inneren Zwang: Die gesellschaftlichen Realitäten und die Sehnsucht nach einem "ganzen Leben" zwingen das Ich dazu, den Schutzraum Wald trotz der persönlichen Dissonanzen zu verlassen, um sich den Anforderungen der Welt zu stellen.

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Details

Title
Natur und Poesie in Joseph von Eichendorffs Gedicht "Abschied"
College
Christian-Albrechts-University of Kiel
Grade
2,0
Author
Victoria Joschko (Author)
Publication Year
2019
Pages
11
Catalog Number
V1347872
ISBN (PDF)
9783346854469
Language
German
Tags
Joseph von Eichendorff Abschied Natur Poesie Gedichtsanalyse
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Victoria Joschko (Author), 2019, Natur und Poesie in Joseph von Eichendorffs Gedicht "Abschied", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1347872
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