Die Auffassung von einer stabilen Natur bzw. der Unveränderlichkeit der biologischen Arten – welche im Einklang mit der biblischen Schöpfungslehre bis zum Ende des 18. Jahrhunderts unangetastet bestand – wurde von Charles Darwins monumentalem Werk "On the Origin of Species by Means of Natural Selection" (dt. Über die Entstehung der Arten durch natürliche Zuchtwahl) 1859 bis ins tiefste Mark erschüttert. Seine hierin erstmals veröffentlichte Evolutionstheorie, nach der der Mensch das Produkt eines Jahrmillionen andauernden Anpassungsprozesses war, brach mit dem Geist der Zeit und brachte das christlich-viktorianische Welt-bild ins Wanken. Adrian Desmond, Evolutionsforscher und Verfasser einer um-fangreichen Darwin-Biografie, beschrieb dieses Ereignis mit dem prägnanten Satz: „Darwins book came as a bombshell“.
Inhaltsverzeichnis
- Wissenschaft und Wissenschaftsgläubigkeit/-angst
- Die Evolutionstheorie und ihre Folgen
- Darwin und die Kirche
- Darwin und die Gesellschaft
- Darwin und der Marxismus
- Fazit
- Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Dieser Essay befasst sich mit der Rezeption von Charles Darwins Evolutionstheorie im viktorianischen England und analysiert die Auswirkungen seiner Theorien auf das wissenschaftliche, gesellschaftliche und religiöse Weltbild dieser Zeit.
- Die Kontroverse zwischen Darwins Evolutionstheorie und dem biblischen Schöpfungsbericht
- Die Angst vor dem Einfluss der Wissenschaft auf das religiöse Weltbild
- Die Anwendung der Evolutionstheorie auf die menschliche Gesellschaft und der Aufstieg des Sozialdarwinismus
- Die Parallelen zwischen Darwinismus und Marxismus
- Der Einfluss von Darwins Werk auf das Denken der Menschen im 19. und 20. Jahrhundert
Zusammenfassung der Kapitel
Der Essay beginnt mit einer Einführung in die Thematik der Wissenschaftsgläubigkeit und -angst im viktorianischen England. Er beleuchtet die Bedeutung von Darwins Evolutionstheorie als Herausforderung für das bestehende Weltbild und die Reaktion der Kirche auf diese wissenschaftliche Revolution.
Im zweiten Teil des Essays wird die Kontroverse zwischen Darwins Evolutionstheorie und dem biblischen Schöpfungsbericht vertieft. Der Essay analysiert die Reaktionen der Kirche auf Darwins Werk und die Angst vor dem Einfluss der Wissenschaft auf das religiöse Weltbild.
Der dritte Teil des Essays befasst sich mit der Anwendung der Evolutionstheorie auf die menschliche Gesellschaft und der Entstehung des Sozialdarwinismus. Der Essay untersucht die Missbräuche dieser Theorie und ihre Auswirkungen auf die viktorianische Gesellschaft.
Der vierte Teil des Essays analysiert die Parallelen zwischen Darwinismus und Marxismus und zeigt, wie Darwins Theorien in der marxistischen Ideologie rezipiert wurden.
Schlüsselwörter
Die Schlüsselwörter und Schwerpunktthemen des Textes umfassen die Evolutionstheorie, Darwinismus, Sozialdarwinismus, Wissenschaftsgläubigkeit, Wissenschaftsangst, Religion, Kirche, Schöpfungsbericht, Marxismus, Kapitalismus, Gesellschaft, viktorianisches England, und das 19. Jahrhundert.
Häufig gestellte Fragen
Wann wurde Darwins Hauptwerk veröffentlicht und welchen Titel trägt es?
Charles Darwins Werk "On the Origin of Species by Means of Natural Selection" (Über die Entstehung der Arten) wurde im Jahr 1859 veröffentlicht.
Warum löste Darwins Theorie im 19. Jahrhundert eine Krise aus?
Seine Theorie besagte, dass der Mensch ein Produkt langer Anpassungsprozesse ist, was dem damals vorherrschenden biblischen Schöpfungsbericht und dem viktorianischen Weltbild widersprach.
Was versteht man unter Sozialdarwinismus?
Sozialdarwinismus ist die fehlerhafte Anwendung von Darwins biologischen Prinzipien auf die menschliche Gesellschaft, was oft zur Rechtfertigung sozialer Ungleichheit missbraucht wurde.
Welche Verbindung gibt es zwischen Darwinismus und Marxismus?
Es gibt Parallelen in der Rezeption, da beide Theorien versuchten, Entwicklungsprozesse (biologisch bzw. historisch-materiell) wissenschaftlich zu erklären und bestehende Ordnungen in Frage zu stellen.
Wie reagierte die Kirche auf Darwins Evolutionstheorie?
Die Kirche sah in der Evolutionstheorie eine Bedrohung für das religiöse Weltbild und den Schöpfungsglauben, was zu tiefgreifenden Ängsten und heftigen Kontroversen führte.
- Arbeit zitieren
- sarah böhme (Autor:in), 2009, Wissenschaft und Wissenschaftsgläubigkeit/-angst, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/134206