Wie beurteilen wir, ob eine Handlung moralisch richtig oder falsch ist? Welche Gründe gibt es, eine falsche Handlung nicht zu tun und warum sollten wir gewissen Gründen Vorrang vor anderen Anliegen und Werten einräumen? T.M. Scanlon gibt in seinem Werk „What we owe to each other“ ganz neue Antworten auf diese Fragen. Auf Fragen, die sich seiner Meinung nach auf denjenigen Teil der Moral beziehen, den er „was wir einander schulden“ nennt. Nach seiner kontraktualistischen Sichtweise beinhaltet nämlich die Frage nach moralisch richtig oder falsch immer auch die Überlegung, was dem anderen gegenüber gerechtfertigt werden und von diesem nicht vernünftigerweise abgelehnt werden kann.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Grundlegende Kriterien
- Probleme bei Scanlons kontraktualistischer Sichtweise
- Handlungen und erweiterte Handlungen
- Erlauben und Genehmigen
- Ähnlich motivierte Menschen
- Gleich starke Gründe für eine Ablehnung
- Prinzipien für allgemeine Verhaltensvorschriften und die Relation der Standpunkte
- Stärke der Gründe für die Ablehnung alternativer Prinzipien
- Diskussion
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit befasst sich mit der Kritik an T.M. Scanlons kontraktualistischer Sichtweise in seinem Werk „What we owe to each other“. Der Fokus liegt dabei auf der Analyse der Schwächen von Scanlons Theorie, indem der Aufsatz „What we can reasonably reject“ von Thomas W. Pogge herangezogen wird. Ziel der Arbeit ist es, zu beurteilen, ob Pogges Kritik an Scanlons Kontraktualismus gerechtfertigt ist.
- Analyse von Scanlons kontraktualistischer Sichtweise
- Kritik an Scanlons Theorie durch Thomas W. Pogge
- Beurteilung der Gültigkeit von Pogges Kritik
- Identifizierung von Schwächen in Scanlons Kontraktualismus
- Untersuchung der Formeln K und M, die Scanlons Theorie zusammenfassen
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel führt in das Thema der moralischen Beurteilung von Handlungen und die Bedeutung von Pflichten gegenüber anderen Menschen ein. Scanlons kontraktualistischer Ansatz wird vorgestellt und die Kritikpunkte von Thomas W. Pogge werden als Grundlage für die Analyse angekündigt.
Im zweiten Kapitel werden die grundlegenden Kriterien von Scanlons Kontraktualismus aus Pogges Sicht erläutert. Es werden zwei Formeln, K und M, vorgestellt, die die moralischen Anforderungen und die Motivation von Handlungen laut Scanlon zusammenfassen.
Das dritte Kapitel behandelt die von Pogge aufgeworfenen Probleme bezüglich Scanlons Theorie. Es werden verschiedene Aspekte wie die Definition von „Handlungen“, die Abgrenzung von „Erlauben“ und „Genehmigen“, die Rolle von „ähnlich motivierten Menschen“ und die Frage nach „gleich starken Gründen für eine Ablehnung“ beleuchtet.
Schlüsselwörter
Die Arbeit beschäftigt sich mit zentralen Begriffen des moralischen Kontraktualismus und den zentralen Argumenten der Kritik an Scanlons Theorie. Dabei werden wichtige Themen wie die moralische Motivation, die Rechtfertigung gegenüber anderen, das Kriterium K und die Formel M, das Prinzip der allgemeinen Verhaltensvorschriften, der Bereich der Pflichten gegenüber anderen Menschen und die Frage nach vernünftigerweise ablehnbaren Prinzipien behandelt.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Kern von T.M. Scanlons Kontraktualismus?
Nach Scanlon ist eine Handlung moralisch falsch, wenn sie gegen Prinzipien verstößt, die niemand vernünftigerweise ablehnen könnte, der nach Regeln für eine allgemeine Übereinkunft sucht.
Was kritisieren Thomas W. Pogge an Scanlons Theorie?
Pogge analysiert Schwächen in Scanlons Definition von Handlungen, der Abgrenzung von Erlauben und Genehmigen sowie der Frage nach gleich starken Gründen für eine Ablehnung.
Was bedeuten die Formeln K und M bei Scanlon?
Diese Formeln fassen Scanlons Sichtweise auf moralische Anforderungen (K) und die zugrunde liegende Motivation von Handlungen (M) zusammen.
In welchem Werk legte Scanlon seine Theorie dar?
Seine kontraktualistische Sichtweise beschrieb T.M. Scanlon in seinem Werk „What we owe to each other“.
Was versteht Scanlon unter dem Bereich "was wir einander schulden"?
Dies ist der Teil der Moral, der sich auf die Rechtfertigung gegenüber anderen Personen bezieht und die Grundlage für moralische Pflichten bildet.
- Quote paper
- Moritz Fork (Author), 2022, Kritik an T. M. Scanlons Kontraktualismus. Eine Analyse anhand von T. W. Pogges "What we can reasonably reject", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1337115