Der Vermittlungssituation "Sehen können" liegt das Thema "Kunst und Blindheit" zu Grunde. Den Schwerpunkt der Vermittlungssituation habe ich auf die experimentellen Erfahrungswerte gelegt. Diese sollten die Seminarteilnehmer während der Vermittlungssituation durch verschiedene praktische Übungen sammeln. Wie kann man Blindheit simulieren? Was passiert, wenn wir plötzlich einen unserer Sinne verlieren und nicht mehr sehen können? Wie orientieren wir uns und wie handeln wir? Welche Rolle spielen Konzentration, Wahrnehmung, Sprache und Kommunikation?
Die Experimente stellten eine Einstimmung auf das Thema „Kunst und Blindheit“ und die abschließende Diskussion dar. Die Seminarteilnehmer sollten eine spezielle Ästhetische Erfahrung durchleben, durch die sie neue Erkenntnisse gewinnen können. Im weiteren Verlauf werden die Begriffe der Ästhetischen Erfahrung, des Erlebens, Empfindens, Wahrnehmens, Spürens und der künstlerischen/ ästhetischen Verarbeitung (Gestaltung) genauer erläutert und definiert. Sie stellen die Grundlage für meine Vermittlungssituation und deren Experimente dar.
Blindheit wird oftmals zu den schwersten aller Behinderungen gezählt. Sie wird als „[…] Stilmittel, Grausamkeiten und Folter, Elend und Krankheit […]“ , als „[…] Phänomen vom Dasein in ewiger Nacht […]“ umschrieben. Blinde Menschen kennen ihre eigene Welt, die ihnen vertraut ist. Mit Hand, Kopf und Ohr erfahren sie diese auf eine ganz andere Art und Weise. Sie entwickeln Ängste gegenüber Unbekannten, Überraschungen, Hindernissen, Verletzungen und gesellschaftlicher Isolation.
Inhaltsverzeichnis
- Fragestellung / Kunstpädagogischer Kontext
- Ablaufplan der Vermittlungssituation
- Verlauf und Methode
- Fotografische Dokumentation der Vermittlungssituation und Arbeitsergebnisse
- Diskussion ausgewählter Aspekte und Begriffe
- Reflexion der Vermittlungssituation
- Offene Fragen / Ausblick
- Literatur
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die schriftliche Arbeit „Kunst und Blindheit" analysiert eine Vermittlungssituation mit dem Fokus auf die experimentelle Erfahrung von Blindheit. Ziel ist es, die Herausforderungen und Möglichkeiten der künstlerischen Auseinandersetzung mit Blindheit im Kontext der Kunstpädagogik zu untersuchen.
- Ästhetische Erfahrung und ihre Bedeutung in der Kunstpädagogik
- Experimentelle Ansätze zur Simulation von Blindheit
- Die Rolle von Wahrnehmung, Sprache und Kommunikation im Kontext von Blindheit
- Künstlerische Verarbeitung von Erfahrungswerten durch Gestaltungsprozesse
- Bedeutung von sinnlichen Materialien und Werkzeugen in der Kunstpädagogik
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel befasst sich mit der Fragestellung und dem kunstpädagogischen Kontext der Vermittlungssituation. Es analysiert die Bedeutung von Blindheit als Behinderung und thematisiert die Herausforderungen, die blinde Menschen im Alltag erleben. Der Fokus liegt auf der Notwendigkeit, experimentelle Erfahrungen im Kontext von Blindheit zu ermöglichen, um neue Erkenntnisse zu gewinnen.
Das zweite Kapitel präsentiert einen Ablaufplan der Vermittlungssituation. Es beschreibt die verschiedenen Experimente und Übungen, die während der Vermittlungssituation durchgeführt wurden, sowie die Methoden und Materialien, die eingesetzt wurden.
Schlüsselwörter
Die Schlüsselwörter dieser Arbeit sind Kunstpädagogik, Blindheit, ästhetische Erfahrung, Wahrnehmung, Sprache, Kommunikation, Gestaltung, sinnliche Materialien, experimentelle Methoden, und die künstlerische Verarbeitung von Erfahrungswerten.
Häufig gestellte Fragen
Wie kann man Blindheit im Kunstunterricht simulieren?
Durch praktische Übungen und Experimente, bei denen die Teilnehmer einen Sinn (das Sehen) verlieren, wird die Orientierung und Wahrnehmung über andere Sinne wie Tasten und Hören geschult.
Was ist eine ästhetische Erfahrung im Kontext von Blindheit?
Es ist eine spezielle Form des Erlebens und Empfindens, bei der neue Erkenntnisse durch das Spüren von Materialien und die veränderte Kommunikation ohne Blickkontakt gewonnen werden.
Welche Rolle spielen Materialien in der Kunstpädagogik für Blinde?
Sinnliche Materialien, die haptisch erfahrbar sind, sind essenziell für den Gestaltungsprozess und ermöglichen blinden Menschen eine künstlerische Ausdrucksform.
Welche Ängste erleben blinde Menschen oft?
Blinde Menschen entwickeln oft Ängste gegenüber Unbekanntem, Hindernissen oder gesellschaftlicher Isolation, da sie ihre Umwelt auf eine völlig andere Art erfahren müssen.
Was ist das Ziel der Vermittlungssituation „Kunst und Blindheit“?
Ziel ist es, Sehenden durch Experimente einen Einblick in die Lebenswelt Blinder zu geben und die künstlerische Verarbeitung dieser Erfahrungen zu fördern.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2016, Vermittlung von Sehen und Blindheit durch Kunst, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1335590