Diese Hausarbeit ist im Rahmen des Seminars: „die politische Ökonomie der Wirtschaftsreform“ entstanden. Im Folgenden möchte ich untersuchen warum manche Staaten erneuerbare Energien stärker subventionieren als andere und auf welche Ursachen diese Unterschiede zurückzuführen sind.
Eine Stärkung der Entwicklung von erneuerbaren Energien steht in beinahe allen Staaten unserer Erde auf der aktuellen politischen Agenda (vgl. Wohlgemuth/Madlener: 2000). Zum einen um weiteren Umweltbelastungen, durch Treibhausgase, entgegenzuwirken (vgl. Schimmelpfennig: 1995; Serchuk: 2000). Zum anderen um eine größere Unabhängigkeit der nationalen Energie- und Treibstoffversorgung von fossilen Energieträgern zu erreichen.
Doch sind Investitionen in erneuerbare Energien, so zukunftsträchtig sie auch sein mögen, mit hohen Risiken verbunden, welche ich hier nicht weiter ausführen möchte, da dies den Rahmen dieser Hausarbeit sprengen würde. Hervorzuheben ist nur, dass erneuerbare Energien sich schwer tun mit den Preisen der traditionellen Energieerzeuger zu konkurrieren. Dies ist jedoch nicht ungewöhnlich, wenn man bedenkt, dass bei traditioneller Energieerzeugung die negativen Externalitäten durch Umweltbelastung und Schadstoffausstoß nicht im Preis enthalten sind.
Der Markt scheint an dieser Stelle zu versagen (vgl. Popp 2006). Um dem entgegenzuwirken versuchen viele Staaten, durch Anreize oder Internalisierung negativer Externalitäten traditioneller Energieerzeugung, Investitionen in erneuerbare Energien lukrativer zu gestalten.
Es scheint als benötigen erneuerbare Energien staatliche Starthilfe um längerfristig auf eigenen Beinen zu stehen. In einem Hintergrundpapier zur internationalen Konferenz für erneuerbare Energien 2004 in Bonn kommen die Autoren bezüglich erneuerbarer Energien zu dem Schluss, dass “[…] however the level of their future use will primarily depend on the economic performance of technologies [...]. Policies promoting the development and use of renewable energy sources and technologies can make a significant difference.” (Johansson / McCormick / Neij / Turkenburg: 2004). Die Relevanz der Fragestellung ergibt also erstens aus der Bedeutung der Subventionierung erneuerbarer Energien für die aktuelle politische Agenda. Und zweitens aus den vorhandenen unterschiedlichen Intensitäten und Vorgehensweisen der Staaten zur Unterstützung erneuerbarer Energien. In dieser Hausarbeit möchte ich ergründen wodurch diese Unterschiede zu erklären sind.
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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Fragestellung
1.2 Relevanz
1.3 Vorgehensweise
2. Hauptteil
2.1 Definitionen
2.1.1 Erneuerbare Energien
2.1.2 Subventionen
2.2 Welche Faktoren beeinflussen das Ausmaß von Subventionen an erneuerbare Energien?
2.2.1 Parteienkonstellation der Regierung
2.2.2 EU Mitgliedschaft
2.2.3 Einfluss von Interessengruppen
2.3 Ländervergleich USA und Schweden
2.3.1 Einordnung Schwedens anhand der drei Faktoren
2.3.2 Einordnung der USA anhand der drei Faktoren
2.3.3 Überprüfung der Hypothesen anhand der beiden Länder
3. Fazit
3.1 Zusammenfassende Darstellung der Erkenntnisse
3.2 Beantwortung der Fragestellung
3.3 Methodische Probleme und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, warum Staaten erneuerbare Energien unterschiedlich stark subventionieren, und analysiert hierzu den Einfluss von Parteienkonstellationen, EU-Mitgliedschaft und Interessenverbänden im Ländervergleich zwischen den USA und Schweden.
- Analyse der staatlichen Subventionspolitik für erneuerbare Energien.
- Untersuchung politischer und sozioökonomischer Einflussfaktoren.
- Vergleichende Fallstudie zwischen den USA und Schweden.
- Überprüfung theoretischer Hypothesen anhand empirischer Daten.
- Diskussion methodischer Herausforderungen in der politikwissenschaftlichen Analyse.
Auszug aus dem Buch
2.2.1 Parteienkonstellation der Regierung
Ausgangspunkt dieser Hypothese ist, dass die politische Ausrichtung einer Regierung Einfluss auf die Höhe der Subventionen für erneuerbare Energien hat. Die Hypothese stellt einen Zusammenhang zwischen politischer Ausrichtung der amtierenden Regierung und dem Umfang der Subventionierung von erneuerbaren Energien her.
Dabei wird vermutet, dass Regierungen bzw. Parteien bei denen umweltorientierte Themen eine größere Rolle spielen, eher zu höheren Subventionen für erneuerbare Energien neigen, als Regierungen bei denen umweltorientierte Themen von geringerer Bedeutung sind.
Eine selbstkritische Beleuchtung dieses eher eindimensionalen Zusammenhangs, muss zu dem Schluss gelangen, dass erstens, seit der steigenden politischen Relevanz des Themas Umweltverschmutzung und der damit in Zusammenhang gebrachten Erderwärmung, dieses Thema für beinahe jede demokratische Partei unumgänglich geworden ist. Somit ist fraglich ob dieser Wirkungszusammenhang von großer Bedeutung ist. Und zweitens eine Subventionierung erneuerbarer Energien auch aus anderen, als umweltorientierten, Beweggründen heraus erfolgen kann. Zum Beispiel zur Förderung einer zukunftsorientierten Ausrichtung der nationalen Wirtschaft, zur Schaffung neuer dauerhaft gesicherter Arbeitsplätze, oder auch zur Steigerung einer selbständigeren Energieversorgung und somit einer Verminderung der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit begründet die Relevanz staatlicher Subventionen für erneuerbare Energien und formuliert das Ziel, die Ursachen für nationale Unterschiede in der Förderintensität zu untersuchen.
2. Hauptteil: Dieser Teil definiert die zentralen Begriffe, stellt drei theoretische Erklärungsfaktoren auf und führt den empirischen Vergleich zwischen den USA und Schweden durch.
3. Fazit: Die Arbeit resümiert, dass die aufgestellten Hypothesen nicht bestätigt werden konnten, und betont den Bedarf an komplexeren Analysen bei der Untersuchung von Subventionspolitiken.
Schlüsselwörter
Erneuerbare Energien, Subventionen, Politische Ökonomie, Ländervergleich, USA, Schweden, Parteienkonstellation, EU-Mitgliedschaft, Interessenverbände, Umweltpolitik, Nachhaltigkeit, Energieversorgung, Klimaschutz, Förderprogramme, Regierungsform.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die politischen Ursachen dafür, warum verschiedene Staaten erneuerbare Energien unterschiedlich stark finanziell fördern.
Welche zentralen Themenfelder werden in der Analyse behandelt?
Im Mittelpunkt stehen staatliche Subventionsbegriffe, der Einfluss politischer Regierungen, die Bedeutung von EU-Mitgliedschaften und der Einfluss diverser Lobbygruppen auf die Energiepolitik.
Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage?
Die zentrale Frage lautet, warum manche Staaten erneuerbare Energien stärker subventionieren als andere und welche Ursachen für diese Unterschiede verantwortlich sind.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Der Autor wendet einen qualitativ orientierten Ländervergleich zwischen den USA und Schweden an, um theoretisch hergeleitete Hypothesen anhand von empirischen Daten zu überprüfen.
Welche Aspekte werden im Hauptteil vertieft diskutiert?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition der Begriffe, die theoretische Herleitung der drei Einflussfaktoren (Parteien, EU, Interessenverbände) und deren praktische Anwendung in den Fallstudien USA und Schweden.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich der Inhalt charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Politische Ökonomie, Energiesubventionen, Umweltpolitik und systemvergleichende Politikwissenschaft definieren.
Warum schneiden die USA und Schweden im Vergleich überraschend ab?
Entgegen der ursprünglichen Hypothese des Autors, dass Schweden aufgrund seiner politischen Ausrichtung deutlich stärker subventioniert, zeigen die Daten, dass beide Länder etwa einen ähnlich hohen Anteil ihres BIPs für diese Zwecke aufwenden.
Welches methodische Problem wird im Ausblick hervorgehoben?
Der Autor weist darauf hin, dass die Qualität der Analyse unter einem Mangel an vergleichbaren, detaillierten Datensätzen und den komplexen Definitionen von Subventionen in den untersuchten Ländern gelitten hat.
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- Ilyas Saliba (Autor), 2008, Die politische Ökonomie der Subventionen für erneuerbare Energien, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/133539