Im Rahmen einer kritischen Analyse wird die Effektivität der Maßnahmen aus dem Gesetz zur Änderung des Grunderwerbsteuergesetzes untersucht. Da eine Besteuerung bei der Übertragung von Grundvermögen nach der Grunderwerbsteuer nur bei einer entgeltlichen Übertragung zur Anwendung kommt, befassen sich die nachfolgenden Ausführungen mit der entgeltlichen Übertragung, nicht aber mit der unentgeltlichen Übertragung.
Am ersten Juli 2021 ist das Gesetz zur Änderung des Grunderwerbsteuergesetzes in Kraft getreten. Die Ausarbeitung der Reform der Grunderwerbsteuer fand in einem über zwei Jahre andauernden Zeitraum statt, mit dem Ziel, die steuerplanerischen Gestaltungsmöglichkeiten im Rahmen von Share Deals abzuschwächen und wurde in dieser Zeit kritisch diskutiert. Regelmäßig dürfte sich somit für den Steuerpflichtigen die Frage stellen, inwieweit Steuergestaltungen im Rahmen der Grunderwerbsteuer bei der Ausgestaltung von Share Deals in Zukunft noch durchführbar sind. In der Vergangenheit bot das Grunderwerbsteuergesetz (GrEStG) vor allem für Immobilientransaktionen mit hohem Volumen vergleichsweise einfache Steuergestaltungsmöglichkeiten, um mit dem Handel von Gesellschaftsanteilen die Grunderwerbsteuer zu umgehen.
Die Problemstellung für den Steuerpflichtigen besteht darin, einen Überblick darüber zu erhalten, welches steuerplanerische Potenzial die Grunderwerbsteuer in Bezug auf die Gestaltung von Share Deals nach der Gesetzesänderung noch bietet.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Themenspezifische Definitionen
- Der Begriff des Grundvermögens
- Der Begriff der Steuerplanung
- Steuerrechtliche Grundlagen der Grunderwerbsteuer
- Grundzüge der Grunderwerbsteuer
- Maßnahmen der Grunderwerbsteuerreform mit Fallbeispielen
- Reduzierung der Beteiligungsquote
- Erhöhung der Haltefristen
- Neue Vorbehaltensfrist
- Neuer Ergänzungstatbestand für Kapitalgesellschaften
- Einführung der Börsenklausel
- Methodisches Vorgehen
- Kritische Analyse des steuerplanerischen Potenzials der Grunderwerbsteuerreform
- Kritische Analyse der Maßnahmen
- Steuerplanerisches Potenzial der Beteiligungsquote
- Steuerplanerisches Potenzial der Haltefristen
- Steuerplanerisches Potenzial der Vorbehaltensfrist
- Steuerplanerisches Potenzial des Ergänzungstatbestandes für Kapitalgesellschaften
- Steuerplanerisches Potenzial der Börsenklausel
- Auswertung der kritischen Analyse
- Fazit und Ausblick
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Masterarbeit befasst sich mit dem steuerplanerischen Potenzial der Grunderwerbsteuerreform und analysiert die Auswirkungen der Reform auf die Gestaltungsmöglichkeiten bei der Übertragung von Grundvermögen. Die Arbeit beleuchtet dabei die wesentlichen Veränderungen im Steuerrecht und deren Implikationen für die Praxis.
- Steuerrechtliche Grundlagen der Grunderwerbsteuer
- Kritische Analyse der Maßnahmen der Grunderwerbsteuerreform
- Steuerplanerisches Potenzial der Beteiligungsquote, Haltefristen, Vorbehaltensfrist, des Ergänzungstatbestandes für Kapitalgesellschaften und der Börsenklausel
- Auswertung der kritischen Analyse
- Fazit und Ausblick auf zukünftige Entwicklungen
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der Masterarbeit ein und beschreibt die Relevanz der Grunderwerbsteuerreform im Kontext der Übertragung von Grundvermögen.
- Themenspezifische Definitionen: Dieses Kapitel erläutert die Begriffe "Grundvermögen" und "Steuerplanung" im Kontext der Arbeit. Es werden verschiedene Arten von Grundvermögen und die Bedeutung der Steuerplanung im Rahmen der Übertragung von Grundvermögen dargestellt.
- Steuerrechtliche Grundlagen der Grunderwerbsteuer: Dieses Kapitel beleuchtet die grundlegenden Prinzipien der Grunderwerbsteuer und stellt die wesentlichen Neuerungen der Grunderwerbsteuerreform dar. Es werden die einzelnen Maßnahmen der Reform, wie z.B. die Reduzierung der Beteiligungsquote, die Erhöhung der Haltefristen, die neue Vorbehaltensfrist und die Einführung der Börsenklausel, mit konkreten Fallbeispielen veranschaulicht.
- Methodisches Vorgehen: Dieses Kapitel beschreibt die methodischen Ansätze und Vorgehensweisen, die in der Masterarbeit angewandt werden. Es erläutert die Herangehensweise an die Analyse des steuerplanerischen Potenzials der Grunderwerbsteuerreform.
- Kritische Analyse des steuerplanerischen Potenzials der Grunderwerbsteuerreform: Dieses Kapitel analysiert die Auswirkungen der einzelnen Maßnahmen der Grunderwerbsteuerreform auf das steuerplanerische Potenzial. Es untersucht die Auswirkungen auf die Gestaltungsmöglichkeiten bei der Übertragung von Grundvermögen und identifiziert Chancen und Risiken für die Praxis.
Schlüsselwörter
Die Arbeit behandelt die Themen Grunderwerbsteuer, Steuerplanung, Grundvermögen, Übertragung, Grunderwerbsteuerreform, Beteiligungsquote, Haltefristen, Vorbehaltensfrist, Ergänzungstatbestand, Kapitalgesellschaften, Börsenklausel, Gestaltungsmöglichkeiten, steuerliches Potenzial, kritische Analyse. Die Arbeit befasst sich mit den Auswirkungen der Grunderwerbsteuerreform auf das steuerplanerische Potenzial bei der Übertragung von Grundvermögen.
Häufig gestellte Fragen
Was hat sich durch die Grunderwerbsteuerreform zum 1. Juli 2021 geändert?
Die Reform zielte darauf ab, Share Deals zu erschweren, indem die Beteiligungsschwellen gesenkt und Haltefristen verlängert wurden, um Steuerumgehungen zu minimieren.
Was ist ein „Share Deal“ im Immobilienbereich?
Bei einem Share Deal wird nicht die Immobilie direkt verkauft, sondern Anteile an der Gesellschaft, der die Immobilie gehört, um unter bestimmten Schwellenwerten Grunderwerbsteuer zu vermeiden.
Welche Bedeutung hat die neue „Börsenklausel“?
Die Börsenklausel dient dazu, den Handel mit Anteilen an börsennotierten Gesellschaften von der Grunderwerbsteuer auszunehmen, wenn dieser über eine anerkannte Börse erfolgt.
Wie wirken sich verlängerte Haltefristen auf die Steuerplanung aus?
Durch die Verlängerung der Fristen (z.B. von 5 auf 10 Jahre) wird das Kapital länger gebunden, was die Attraktivität kurzfristiger steueroptimierter Gestaltungen mindert.
Gibt es nach der Reform noch steuerplanerisches Potenzial?
Die Arbeit analysiert kritisch, dass trotz der Verschärfungen weiterhin Gestaltungsspielräume existieren, diese jedoch komplexer und risikoreicher geworden sind.
Was ist die „Vorbehaltensfrist“?
Es handelt sich um eine Frist, innerhalb derer bestimmte gesellschaftsrechtliche Veränderungen steuerlich anders bewertet werden, um missbräuchliche Gestaltungen zu verhindern.
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- Tim Telöken (Autor), 2022, Steuerplanerisches Potenzial bei der Übertragung von Grundvermögen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1334486