Die im Bewusstsein eines jeden als "Mächtige und Reiche" betitelten Eliten, bleiben in ihren Funktionen, Merkmalen sowie in ihren Rekrutierungsverfahren sehr amorph. Das führt zu der Frage, wer die Eliten sind und welche Funktionen und Bedeutungen sie innehaben?
Dies wird im ersten Teil der Hausarbeit, durch die Entwicklung eines einheitlichen Verständnisses des Terminus unter Berücksichtigung der Historizität, beantwortet. Das Paradigma Leistung und Bildung durch die jährliche PISA-Studie sowie durch die Studien des Elitensoziologen Michael Hartmann infrage gestellt. Mit Hilfe von Bourdieus Kulturtheorie wird daher im zweiten Teil der Arbeit eine übergreifende Betrachtung der bewussten als auch unbewusste Rekrutierungsmechanismen der Eliten in Deutschland vorgenommen, um die Frage danach beantworten können. Bourdieu bietet mit seinem mehrdimensionalen Model die Möglichkeit, verborgene Mechanismen aufzudecken. Im letzten Schritt wird ergründet, welche Bedeutung die Eliten für das Funktionieren der deutschen Gesellschaft haben.
Inhaltsverzeichnis
- Prolog
- Die Theorie der Eliten
- Der Begriff der Eliten im historischen Kontext.
- Die Psychologie der Massen (Gustav Le Bon)
- Die Eliten als politisch herrschende Klasse
- Oligarchie - das eherne Gesetz
- Funktionseliten
- Elitendiskussion der 1960er-Jahre
- Nach der deutschen Vereinigung
- Bourdieus Konzept
- Habitus
- Bourdieus Kapitalien
- Das Feld der Macht
- Deutschlands Eliten und Ihre Macht
- Demokratie und Eliten
- Die unproportionale Spanne zwischen Armut und Eliten
- Besonderheit der Wirtschaftseliten
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Verortung von Eliten in der Gesellschaft und analysiert die Mechanismen, die zur Selbsteingliederung der Eliten in den Elitesektor führen. Der Fokus liegt auf den bewussten und unbewussten Prozessen, die die Selbstverortung der Massen im Elitesektor beeinflussen.
- Der Begriff der Eliten im historischen Kontext
- Bourdieus Theorie der Kapitalien und ihre Relevanz für die Elitenforschung
- Die Rolle von Bildung und Leistung in der Rekrutierung von Eliten
- Die Bedeutung von Macht und Einfluss für die Positionierung von Eliten in der Gesellschaft
- Die Herausforderungen der Demokratie im Kontext von Elitenbildung und sozialer Ungleichheit
Zusammenfassung der Kapitel
Der Prolog führt in die Thematik ein und beleuchtet die Bedeutung der Sozioökonomie im 20. Jahrhundert. Er stellt den Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungschance in den Vordergrund und zeigt die Aktualität des Themas im Kontext der PISA-Studie und der deutschen Bildungspolitik auf.
Kapitel 2 beschäftigt sich mit der Theorie der Eliten. Es werden verschiedene Definitionen des Begriffs "Elite" im historischen Kontext vorgestellt, einschließlich der Theorien von Moscas, Pareto, Michels und Hartmann.
Kapitel 3 analysiert Bourdieus Konzept des Habitus, der Kapitalien und des Feldes der Macht. Es zeigt auf, wie Bourdieus Theorie die Rekrutierungsmechanismen von Eliten erklären kann und beleuchtet die Bedeutung von Kultur und sozialem Kapital für den Aufstieg in die Elite.
Kapitel 4 betrachtet Deutschlands Eliten und ihre Macht im Kontext von Demokratie und sozialer Ungleichheit. Es analysiert die Rolle der Wirtschaftseliten und die Herausforderungen, die sich aus der unproportionalen Verteilung von Armut und Reichtum ergeben.
Schlüsselwörter
Elitensoziologie, Bourdieu, Kapitalien, Habitus, Feld der Macht, Rekrutierung, Bildungsungleichheit, soziale Ungleichheit, Macht, Einfluss, Demokratie, Wirtschaftseliten, Deutschland.
Häufig gestellte Fragen
Was versteht Pierre Bourdieu unter dem Begriff „Habitus“?
Der Habitus beschreibt das System von Denk-, Wahrnehmungs- und Handlungsmustern eines Individuums, das durch die soziale Herkunft und das Umfeld geprägt wird.
Wie werden Eliten in Deutschland rekrutiert?
Die Rekrutierung erfolgt oft über unbewusste Mechanismen wie sozialen Habitus und kulturelles Kapital, was das Paradigma von reiner Leistung und Bildung infrage stellt.
Welche Rolle spielt das soziale Kapital beim Aufstieg in die Elite?
Soziales Kapital (Netzwerke und Beziehungen) ist oft entscheidender für den Zugang zu Machtpositionen als formale Bildungsabschlüsse allein.
Was besagt das „eherne Gesetz der Oligarchie“ nach Michels?
Es besagt, dass Organisationen (auch demokratische) zwangsläufig dazu neigen, eine herrschende Elite herauszubilden, die ihre eigenen Interessen verfolgt.
Was ist das „Feld der Macht“?
Ein Begriff von Bourdieu, der den gesellschaftlichen Raum beschreibt, in dem verschiedene Kapitalformen (ökonomisch, kulturell, sozial) um Einfluss und Vorherrschaft konkurrieren.
- Quote paper
- Monique Rudolf (Author), 2022, Verortung von Eliten in der Gesellschaft. Mechanismen und Funktionen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1333838