Das Thema Sucht ist in unserer Gesellschaft eine gut erforschte Thematik. Einige Süchte liegen allerdings stark im Fokus, da diese sehr häufig vorkommen und auch leicht als Sucht definierbar sind. Hiermit sind Süchte gemeint wie Alkohol-, Tabak- oder Medikamentensucht. Diese Süchte sind in unserer Gesellschaft auffallend oft vorhanden. Auf der Internetseite „Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V.“ werden einige Süchte mit Zahlen und Fakten aufgelistet. Auffallend ist, dass es keine Kategorie zur Sexsucht gibt. Sexsucht wird demnach aktuell noch nicht als Sucht anerkannt. Aus welchem Grund wird diese Art von Sucht noch heute nicht akzeptiert und ernst genommen?
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Definition: Was ist Sucht?
- Wie entsteht Sucht?
- Was sind stoffungebundene Süchte?
- Sexsucht: Was ist das?
- Erklärung und Einordnung exzessiven Sexualverhaltens: 4 Erklärungsmodelle
- Zwangsstörung
- Impulskontrollstörung
- Verhaltenssüchte
- Dysregulierte sexuelle Appetenz
- Was spricht für den Begriff „Verhaltenssucht", was spricht dagegen?
- Präventionsmaßnahmen
- Feldforschung zum Pornographie Konsum bei Jugendlichen
- Emotionsfokussierte Therapie
- Fazit
- Literaturangaben
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit untersucht das Phänomen der Sexsucht und setzt sich mit der Problematik der gesellschaftlichen Akzeptanz auseinander. Sie beleuchtet die aktuelle Situation der Sexsucht als nicht anerkannte Suchtform und sucht nach möglichen Lösungsansätzen.
- Definition und Entstehung von Sucht
- Erläuterung und Einordnung von Sexsucht als stoffungebundene Sucht
- Untersuchung verschiedener Erklärungsmodelle für exzessives Sexualverhalten
- Analyse der Pro- und Contra-Argumente für den Begriff „Sexsucht“
- Präsentation von Präventionsansätzen und Feldforschung zum Pornographie-Konsum bei Jugendlichen
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in das Thema Sucht ein und beleuchtet die Diskrepanz zwischen der weitverbreiteten Akzeptanz von Alkohol-, Tabak- und Medikamentensucht und der mangelnden Anerkennung von Sexsucht. Die Arbeit untersucht die Entstehung und Definition von Sucht anhand von drei Ebenen: körperliche, psychische und soziale Abhängigkeit. Im weiteren Verlauf werden stoffungebundene Süchte erläutert und der Begriff Sexsucht definiert. Es wird die Bedeutung von Endorphinen und deren Rolle bei der Entstehung von Sucht erläutert.
Die Arbeit widmet sich der Erklärung und Einordnung exzessiven Sexualverhaltens mit Hilfe von vier verschiedenen Erklärungsmodellen: Zwangsstörung, Impulskontrollstörung, Verhaltenssüchte und dysregulierte sexuelle Appetenz. Im Anschluss werden Pro- und Contra-Argumente für den Begriff Sexsucht dargelegt und die Beziehung zu aktuellen gesellschaftlichen Normen und Wahrnehmungen diskutiert.
Präventionsansätze werden anhand von Feldforschung zum Pornographie-Konsum bei Jugendlichen vorgestellt. Ein Interview mit einem evangelischen Pastor liefert Einblicke in die Problematik. Schließlich wird die emotionsfokussierte Therapie als eine geeignete Behandlungsmethode für gestörtes sexuelles Verhalten vorgestellt.
Schlüsselwörter
Sexsucht, stoffungebundene Sucht, exzessives Sexualverhalten, Erklärungsmodelle, Zwangsstörung, Impulskontrollstörung, Verhaltenssucht, dysregulierte sexuelle Appetenz, Präventionsmaßnahmen, Pornographie-Konsum, emotionsfokussierte Therapie, gesellschaftliche Akzeptanz, Endorphine.
Häufig gestellte Fragen
Wird Sexsucht offiziell als Sucht anerkannt?
Aktuell wird Sexsucht in vielen offiziellen Statistiken, wie denen der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen e.V., noch nicht als eigenständige Kategorie geführt und gesellschaftlich oft weniger ernst genommen als stoffgebundene Süchte.
Was versteht man unter einer stoffungebundenen Sucht?
Stoffungebundene Süchte, auch Verhaltenssüchte genannt, beziehen sich auf exzessive Verhaltensweisen (wie Sex, Glücksspiel oder Internetnutzung), die ein ähnliches Abhängigkeitsmuster wie Drogenkonsum aufweisen.
Welche Erklärungsmodelle gibt es für exzessives Sexualverhalten?
Die Arbeit nennt vier Modelle: Einordnung als Zwangsstörung, Impulskontrollstörung, Verhaltenssucht oder als dysregulierte sexuelle Appetenz.
Welche Rolle spielen Endorphine bei der Sexsucht?
Endorphine spielen eine zentrale Rolle im Belohnungssystem des Gehirns. Bei exzessivem Verhalten können sie ähnliche biochemische Abhängigkeitsprozesse auslösen wie externe Suchtmittel.
Gibt es spezielle Therapieansätze für Sexsucht?
In der Arbeit wird insbesondere die emotionsfokussierte Therapie als geeignete Methode vorgestellt, um gestörtes sexuelles Verhalten zu behandeln.
Wie wirkt sich Pornographiekonsum auf Jugendliche aus?
Die Arbeit thematisiert Feldforschung zum Pornographiekonsum bei Jugendlichen und untersucht, inwieweit dieser zu problematischen Verhaltensmustern oder einer verzerrten Wahrnehmung von Sexualität führen kann.
- Arbeit zitieren
- Bachelor of Arts in Soziologie und Pädagogik Marie Josefine Grabner (Autor:in), 2020, Sexsucht als exzessives Sozialverhalten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1331237