Public Relations oder abgekürzt PR wird übersetzt mit Beziehungspflege, Firmenwerbung, Kontaktpflege, Meinungspflege oder Öffentlichkeitsarbeit . Dies sind alles Begriffe, die PR beschreiben. Mittlerweile kann kein Produkt, keine Dienstleistung ohne gute PR bestehen. In erster Linie geht es dabei um Vertrauensbildung.
Heutzutage boomt die PR-Branche. In dem Ranking vom PR-Journal stellte man 2006 ein Anstieg des Honorars um 12,6% und der Mitarbeiter um 9,7% fest. Auch 2007 wurde ein Zuwachs des Honorars um 12,1% und der Mitarbeiter um 12,2% verbucht. Allerdings wird in den meisten Fällen Öffentlichkeitsarbeit fast ausschließlich von großen Organisationen betrieben. Eher selten nutzen kleinere Betriebe, soziale Einrichtungen oder kulturelle Verbände die Möglichkeiten, die ihnen PR bietet. Doch dieses ist im großen Wandel.
Das Stiftungswesen befindet sich im Aufschwung und eine erfolgreiche Stiftung kommt nicht drum rum PR zu machen. Dies haben die Stiftungen begriffen und setzen immer mehr Mittel und Mitarbeiter für diese Aufgabe ein. Vor allem soll mehr über die Tätigkeit der Stiftungen informiert werden. Stiftungen tragen viel zur gesellschaftlichen Entwicklung, dem gesellschaftlichem Engagement bei und dieses soll auch nach außen hin repräsentiert werden. Auch stehen das Stiftungsziel und der Stifter im Vordergrund. Dass Stiftungen lange Zeit keine PR machten, lag zum einen daran, dass es verpönt war, für eine gemeinnützige Sache Werbung zu machen, man investierte das Geld lieber in Projekte als in die Kommunikation nach außen. Eine Stiftung tut Gutes und schweigt darüber. Zum anderen lag es auch daran, dass PR unter die Verwaltungskosten fiel und diese einen bestimmten Prozentsatz nicht überschreiten durften. Dieses konnte man inzwischen klären, sodass, wenn man PR für ein bestimmtes Projekt macht, dieses nicht unter die Verwaltungskosten fällt.
Die Hausarbeit soll einen Überblick über Public Relations geben, über die Geschichte und die Entstehung von PR bis hin zu Aufgabenfeldern und PR-Instrumenten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. PR-Definition
3. PR versus Marketing
4. Geschichte der Öffentlichkeitsarbeit
4.1 Vorgeschichte
4.2 Grunig/Hunt-Modell
4.3 Öffentlichkeitsarbeit in Deutschland
4.3.1 Deutschlands PR-Fachmänner
4.3.2 Berufsgeschichte
4.3.3 PR Heute
5. Aufgabenfelder
6. PR-Instrumente
7. PR bei Stiftungen
8. Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Diese Arbeit verfolgt das Ziel, einen umfassenden Überblick über das Feld der Public Relations zu geben, ihre historische Entwicklung nachzuzeichnen, zentrale Aufgabenbereiche zu erläutern und ihre Bedeutung sowie spezifische Anwendung im Stiftungswesen zu beleuchten.
- Grundlagen der PR-Definition und Abgrenzung zum Marketing
- Historische Entwicklung der PR in den USA und in Deutschland
- Systematisierung der PR-Aufgabenfelder und -Instrumente
- Die wachsende Rolle der Öffentlichkeitsarbeit für Stiftungen
- Aktuelle Trends und Professionalisierung in der PR-Branche
Auszug aus dem Buch
4.2 Grunig/Hunt-Modell
James E. Grunig und Todd Hunt sind in den USA lebende Wissenschaftler, die sich besonders auf den Bereich Public Relations fokussiert haben. Im Jahre 1984 entwickelten sie vier Modelle der PR. Das „Vier-Typen-Modell“ stellt sowohl eine historische Entwicklung, als auch eine systematische Erforschung dar. Das Modell wurde als eine Art Idealtyp verstanden und half, die viel geführten Diskussionen um das Wesen von Public Relations zu klären. Der erste Typ des Modells wird als Publicity bezeichnet. Dieser Abschnitt geht von 1850 bis 1900. Diese Phase ist besonders gekennzeichnet durch die Entwicklung der Propaganda, dabei ist die Wahrheit nicht unbedingt erforderlich („The public be fooled“). Der zweite PR-Typ wird durch den Begründer der modernen PR, Ivy L. Lee geprägt. Diese Phase trägt den Namen Informationstätigkeit. Wie der Name es schon aussagt, geht es darum, die Öffentlichkeit wahrheitsgetreu zu informieren („The public be informed“). Der dritte Typ wird durch Edward L. Bernays beeinflusst, dieser gilt als Vater der amerikanischen PR und war der Erste, der den Begriff PR-Berater für seinen Beruf einführte. Dies geschah bei einer Gerichtsverhandlung, bei der er sich als solcher bezeichnete. Dieser Abschnitt wird als asymmetrisches Informationsmodell dargestellt. Dabei geht es darum, nicht nur die Öffentlichkeit zu informieren, sondern auch aus dieser Informationen aufzunehmen, wenngleich nicht in selbiger Größenordnung. Der vierte PR-Typ ist die symmetrische Kommunikation oder auch Dialog. Nachträglich wurde die Aufteilung von Grunig zurückgenommen und durch ein Win-Win-Modell exzellenter PR ersetzt. Bei einem Win-Win-Modell geht es darum, dass zwei, oder mehr, Partner einen Nutzen aus einem gemeinsamen Projekt ziehen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung der Public Relations als Instrument der Vertrauensbildung ein und beleuchtet den wachsenden Bedarf an PR, insbesondere im Stiftungswesen.
2. PR-Definition: Dieses Kapitel stellt verschiedene wissenschaftliche Definitionen von Public Relations vor, von klassischen Ansätzen bis hin zu abstrakten Begriffen des Differenzmanagements.
3. PR versus Marketing: Hier wird die Abgrenzung zwischen Public Relations und Marketing vorgenommen, wobei die unterschiedlichen Zielsetzungen und Schwerpunkte der beiden Bereiche verdeutlicht werden.
4. Geschichte der Öffentlichkeitsarbeit: Dieses Kapitel bietet einen historischen Abriss von frühen Anfängen der Propaganda und Rhetorik bis hin zur Entwicklung der PR-Modelle von Grunig/Hunt und der speziellen Historie in Deutschland.
5. Aufgabenfelder: Das Kapitel systematisierte die Kernaufgaben der Public Relations anhand theoretischer Modelle wie dem AKTION-Schema und der RACE-Formel.
6. PR-Instrumente: Hier werden die internen und externen Instrumente der PR klassifiziert, von klassischer Pressearbeit bis hin zu modernen digitalen Kommunikationsformen.
7. PR bei Stiftungen: Dieses Kapitel analysiert die spezifische Ausgangslage von Stiftungen und erläutert, warum und wie gezielte Öffentlichkeitsarbeit für sie an Bedeutung gewonnen hat.
8. Fazit: Das Fazit fasst die Entwicklung der Public Relations zusammen und betont die Unverzichtbarkeit der Branche in einer modernen, von Medien geprägten Gesellschaft.
Schlüsselwörter
Public Relations, Öffentlichkeitsarbeit, Kommunikation, PR-Definition, Marketing, PR-Geschichte, PR-Modelle, PR-Instrumente, Stiftungs-PR, Corporate Identity, Unternehmenskommunikation, Medienarbeit, Vertrauensbildung, PR-Agenturen, Professionalisierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Grundlagen, die historische Entwicklung und die zentralen Aufgabenbereiche der Public Relations.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Arbeit umfasst Definitionen, historische Einordnungen, methodische Modelle wie das Grunig/Hunt-Modell, operative Instrumente und eine spezifische Betrachtung der PR in Stiftungen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das Ziel ist es, einen fundierten Überblick über das vielschichtige Thema Public Relations zu geben und die Relevanz der PR von der Entstehung bis zur heutigen Anwendung, inklusive des Bezugs zum Stiftungswesen, aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender PR-Definitionen, historischer Dokumente sowie theoretischer Systematisierungsversuche der PR-Aufgabenfelder.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden neben der theoretischen Herleitung der Begriffe auch die historische Entwicklung, die Abgrenzung zum Marketing, die konkreten Arbeitsfelder und die verschiedenen Instrumente der PR detailliert analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlagworte sind neben Public Relations, Öffentlichkeitsarbeit, Unternehmenskommunikation und PR-Instrumenten insbesondere die Spezifika der Stiftungs-PR.
Warum spielt PR für Stiftungen eine zunehmende Rolle?
Stiftungen benötigen PR, um ihre Ziele und Projekte bekannt zu machen, Glaubwürdigkeit zu vermitteln und sich als Non-Profit-Organisationen gegenüber einem breiteren Stiftungsumfeld zu positionieren.
Was unterscheidet das PR-Modell der Publicity vom symmetrischen Modell?
Das Publicity-Modell zielt einseitig auf Aufmerksamkeit und Manipulation ab (The public be fooled), während das symmetrische Modell als Dialog auf Win-Win-Beziehungen und beidseitigen Nutzen ausgerichtet ist.
- Citation du texte
- Margarita Schermann (Auteur), 2009, Public Relations - Eine Einführung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/132694