In der vorliegenden Masterarbeit werden die persönlichen Geschichten hinter der Obdachlosigkeit aufgezeigt sowie im Weiteren die Gründe für Obdachlosigkeit dargelegt. Darüber hinaus liegt ein Hauptaugenmerk auf der Thematik diverser substanzgebundener und nicht substanzgebundener Abhängigkeiten in Zusammenhang mit Obdachlosigkeit. Der Schwerpunkt liegt daher sowohl auf der Armut im generellen Sinne als auch auf den damit einhergehenden Herausforderungen und Problemen. Durch diverse Schwierigkeiten gelangen Menschen in Notlagen. Trennungen, Arbeitslosigkeit, Krankheiten, Abhängigkeiten können dazu führen, dass Menschen in den Strudel der Armut gezogen werden. Die nachfolgende Arbeit soll hierfür einen umfassenden Einblick bieten. Es wurde eine qualitative Forschung mittels 4 biografisch-narrativen Interviews durchgeführt, wobei die betroffenen Personen die Möglichkeit hatten ihre persönliche Lebensgeschichte zu erzählen, wodurch umfassende Erkenntnisse erlangt werden konnten.
Inhaltsverzeichnis
1 AUSGANGSLAGE
2 ZIELSETZUNG UND FRAGESTELLUNG
3 AUFBAU UND STRUKTUR DER MASTERARBEIT
II THEORETISCHE GRUNDLAGEN
4 OBDACHLOSIGKEIT – URSACHEN UND FOLGEN
4.1 PROBLEM- UND LEBENSLAGEN
4.2 ARMUT
4.2.1 Armutsgefährdung
4.2.2 Armutsgefährdungsschwelle und Armutsgefährdungsquote
4.2.3 Armutslagen
4.2.4 Armut in der Steiermark
4.2.5 Armutsbekämpfung
4.3 ARMUTSMIGRATION
4.4 ARBEITSLOSIGKEIT
4.5 WOHNUNGSLOSIGKEIT
4.5.1 Wohnungslosigkeit in Österreich
4.5.2 Wohnungslose Frauen
4.5.3 Wohnungslosenhilfe
4.6 SUCHT UND ABHÄNGIGKEIT
4.7 GESUNDHEITSZUSTAND
4.7.1 Der physische Gesundheitszustand
4.7.2 Der psychische Gesundheitszustand
4.8 GEFAHREN ALS FOLGEN VON OBDACHLOSIGKEIT
4.8.1 Kälte
4.8.2 Gewalt und Diskriminierung
4.8.3 Vertreibung
5 PRÄVENTIONSBEDARF
5.1 PRÄVENTIVE UND THERAPEUTISCHE MABNAHMEN
5.2 STUFENMODELL ZUR INTEGRATION
6 PROJEKT: „HOUSING FIRST“
6.1 ACHT GRUNDPRIZIPIEN VON HOUSING FIRST
6.2 HOUSING FIRST IN ÖSTERREICH
6.3 STAND IN GRAZ
7 EINRICHTUNGEN IN GRAZ
7.1 ARCHE 38
7.2 FRANZISCA
7.2.1 FranzisCa Notschlafstelle
7.2.2 FranzisCa Wohngemeinschaft
7.2.3 FranzisCa Familien-Notwohnungen
7.3 NOTSCHLAFSTELLE FÜR JUGENDLICHE – SCHLUPFHAUS
7.4 DIE WINTERNOTSCHLAFSTELLE DER CARITAS IN GRAZ
7.5 MARIENSTÜBERL
7.6 VINZIWERKE
7.6.1 VinziBus
7.6.2 Vinzidorf
7.6.3 VinziNest
7.6.4 VinziTel
III EMPIRISCHES DESIGN
8 FORSCHUNGSZUGANG UND FORSCHUNGSDESIGN
8.1 BIOGRAPHISCHE FORSCHUNG MIT DEM NARRATIVEN INTERVIEW
8.2 DURCHFÜHRUNG UND AUSWERTUNG
8.2.1 Das Prinzip der Sequenzialität
8.2.2 Das Prinzip der pragmatischen Brechung
8.2.3 Das Prinzip der Kontrastierung
8.3 STICHPROBE UND ERHEBUNGSINSTRUMENT
8.4 AUSWERTUNGSVERFAHREN UND KATEGORIEBILDUNG
9 ERGEBNISSE
9.1 LEBENSGESCHICHTE
9.1.1 Ausbildung
9.1.2 Familie
9.2 GRÜNDE DER OBDACHLOSIGKEIT
9.2.1 Arbeitslosigkeit
9.2.2 Armut
9.2.3 Sucht
9.3 GESUNDHEIT
9.4 EINRICHTUNGEN
Zielsetzung & Themen
Ziel dieser Arbeit ist es, die vielschichtigen Hintergründe und persönlichen Lebensgeschichten von obdachlosen Menschen in Graz zu beleuchten, aktuelle Unterstützungsangebote zu analysieren und die Perspektiven der Betroffenen auf ihre Lebenssituation zu verstehen.
- Forschung zu Ursachen und Folgen von Obdachlosigkeit
- Analyse sozialpädagogischer Präventions- und Integrationskonzepte
- Untersuchung von Modellen wie "Housing First" vs. dem Stufenmodell
- Vorstellung ortsspezifischer Hilfseinrichtungen in Graz
- Biographisch-narrative Einzelfallanalysen obdachloser Personen
Auszug aus dem Buch
4.1 Problem- und Lebenslagen
Um die Thematik genauer zu analysieren, werden nun die Problem- und Lebenslagen von obdachlosen Personen aufgegriffen. Diese sind oftmals vielfältig und komplex. Erforderliche Hilfsangebote fehlen meist oder sind nur unzureichend vorhanden (vgl. Paegelow 2012, S. 58f.). In einer Vielzahl von Fällen liegt zudem häufig eine Mehrfachproblematik vor. Armut, Arbeitslosigkeit, physische und psychische Erkrankungen sowie diverse substanzgebundene und nicht substanzgebundene Abhängigkeiten und Verschuldung spielen eine bedeutende Rolle. Auch der Reifungsprozess stellt einen bedeutsamen Aspekt dar, denn die Jahre auf der Straße gehen nicht spurlos an den Betroffenen vorbei. Chronische Krankheiten und Mehrfachdiagnosen führen meist zu frühzeitigen Alterungsprozessen und zu einer niedrigen Lebenserwartung (vgl. ebd., S. 58f.).
Fichter (2000) gibt an, dass einige Ursachen die Obdachlosigkeit begünstigen. Anhand der nachfolgenden Tabelle 1 sowie weiteren theoretischen Ausführungen wird in diesem Kapitel näher auf Ursachen und Folgen eingegangen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 AUSGANGSLAGE: Dieses Kapitel skizziert die Zunahme der Obdachlosigkeit in Europa und Österreich sowie die damit verbundenen gesellschaftlichen Herausforderungen und statistischen Entwicklungen.
2 ZIELSETZUNG UND FRAGESTELLUNG: Hier werden die zentralen Forschungsfragen definiert, die das Ziel verfolgen, die Lebenswelten von Obdachlosen und die Effektivität von Hilfsangeboten zu erfassen.
3 AUFBAU UND STRUKTUR DER MASTERARBEIT: Dieses Kapitel erläutert den gegliederten Aufbau der Arbeit, unterteilt in den theoretischen Rahmen und den empirischen Forschungsteil.
4 OBDACHLOSIGKEIT – URSACHEN UND FOLGEN: Umfassende Definition und Analyse der Risikofaktoren wie Armut, Arbeitslosigkeit und Sucht sowie die Darstellung der Folgen wie gesundheitliche Beeinträchtigungen.
5 PRÄVENTIONSBEDARF: Auseinandersetzung mit notwendigen präventiven Maßnahmen und dem Stufenmodell zur sozialen Wiedereingliederung.
6 PROJEKT: „HOUSING FIRST“: Detaillierte Betrachtung des Housing-First-Konzepts als alternativer Ansatz zur klassischen Wohnungslosenhilfe.
7 EINRICHTUNGEN IN GRAZ: Vorstellung spezifischer Hilfsangebote und Institutionen in Graz, von Notschlafstellen bis zu betreuten Wohnformen.
8 FORSCHUNGSZUGANG UND FORSCHUNGSDESIGN: Erläuterung der qualitativen Forschungsmethodik mittels biographisch-narrativer Interviews.
9 ERGEBNISSE: Zusammenführung und Interpretation der aus den Experten- und Betroffeneninterviews gewonnenen Erkenntnisse zu Lebensgeschichte und Problemlagen.
Schlüsselwörter
Obdachlosigkeit, Wohnungslosigkeit, Armut, Arbeitslosigkeit, Suchtabhängigkeit, Housing First, Stufenmodell, Graz, soziale Ausgrenzung, biographische Forschung, narrative Interviews, Prävention, Lebenslagen, soziale Dienste, Integration
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beleuchtet die persönlichen Lebensgeschichten von obdachlosen Menschen sowie die Ursachen, Folgen und die soziale Betreuungssituation von Betroffenen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Felder umfassen Armut, Arbeitslosigkeit, Suchtproblematiken sowie die Wirksamkeit von Hilfseinrichtungen und Modellen der Wohnungslosenhilfe.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, die Gründe für Obdachlosigkeit zu verstehen, die Lebenswirklichkeit der Betroffenen nachzuvollziehen und Unterstützungsbedarfe aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde angewandt?
Es wurde ein qualitatives Forschungsdesign gewählt, basierend auf biographisch-narrativen Interviews mit betroffenen Personen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Ursachen und Folgen, eine Bewertung von Hilfesystemen sowie die detaillierte Auswertung der geführten Interviews.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich maßgeblich über Begriffe wie Wohnungslosigkeit, Housing First, soziale Integration und soziale Ausgrenzung definieren.
Wie unterscheidet sich "Housing First" vom Stufenmodell?
Während das Stufenmodell an Bedingungen wie Abstinenz knüpft, stellt Housing First die sofortige Bereitstellung von dauerhaftem Wohnraum ohne Vorbedingungen als Basis für weitere Unterstützung in den Mittelpunkt.
Welche Bedeutung haben die biographischen Interviews für die Ergebnisse?
Die Interviews ermöglichen einen tiefen Einblick in die subjektive Wahrnehmung der Betroffenen und zeigen, wie komplexe Mehrfachproblematiken und persönliche Krisen in die Obdachlosigkeit führen.
- Arbeit zitieren
- BA Nicole Lederer (Autor:in), 2023, "Obdachlos, und Du?". Hintergrundgeschichten von obdachlosen Personen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1320367