Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dem “Kapital“ von Karl Marx. Genauer genommen sollen zwei durchaus elementare Begriffe dieses wirkmächtigen Werkes näher untersucht werden: zum einen der Begriff des Mehrwerts und zum anderen der eng mit diesem verknüpfte Begriff des Profits.
Marx hat sich zeitlebens mit der Analyse und dem Erfassen der gegenwärtigen Funktionsweise und Struktur sowie der notwendigen Entwicklung der kapitalistischen Gesellschaft beschäftigt, wobei das “Kapital“ das zentrale Werk dieser Anstrengungen darstellt. Nur auf der Grundlage einer solchen Analyse war es Marx möglich, die Widersprüche des gegenwärtigen Wirtschafts- und (des darauf sich gründenden) Gesellschaftssystems herauszuarbeiten. Er wies den „kontradiktorischen oder antagonistischen Charakter der kapitalistischen Gesellschaft“ nach. Das im Folgenden behandelte Phänomen des Mehrwerts bildet in dieser Theorie einen Schlüsselbegriff. Warum es sich so verhält, das soll hier (mit Rücksicht auf die der Kürze des Textes geschuldeten “groben“ Darstellung) aufgezeigt werden. Zudem soll eine Differenzierung zwischen den von „sämtlichen Ökonomen“ fälschlicherweise gleichgesetzten Begriffen des Mehrwerts und des Profits erfolgen. Zunächst geht der erste Abschnitt näher auf die Mehrwerttheorie Marx´ ein. Der Begriff des Mehrwerts wird erläutert und seine Entstehung dargestellt.
Im zweiten Kapitel soll herausgearbeitet werden, welche Bedeutung der Mehrwert in Marx Theorie des Kapitalismus hat, zunächst in rein wirtschaftlicher, dann in gesamtgesellschaftlicher Hinsicht.
Anschließend beschäftigt sich das dritte Kapitel mit dem Phänomen des Profits. Dessen Zusammenhang mit dem Phänomen des Mehrwerts, aber auch die Differenz der beiden Begriffe, sollen geklärt werden.
Zum Schluss erfolgen eine kurze Zusammenfassung und einige allgemeine Bemerkungen zu den behandelten Begriffen.
Inhaltsverzeichnis
Vorbemerkung
1. Erläuterungen zum marxschen Begriff des Mehrwerts
1.1. Geld wird zu Kapital
1.2. Die Quelle des Mehrwerts – die Arbeitskraft
2. Bedeutung des Mehrwerts für die marxsche Kapitalismus-Theorie
2.1. Kapitalistische Produktion ist Mehrwertproduktion
2.2. Mehrwert und Widersprüche des kapitalistischen Systems
3. Erläuterungen zum marxschen Begriff des Profits
3.1. Profit als kapitalistische Form des Mehrwerts
3.2. Variabler Profit bei gleich bleibendem Mehrwert
Schlussbemerkung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die zentralen Begriffe "Mehrwert" und "Profit" innerhalb der Kapitalismus-Theorie von Karl Marx, um die Funktionsweise der kapitalistischen Produktionsweise und ihre innewohnenden gesellschaftlichen Widersprüche zu verdeutlichen.
- Analyse der Verwandlung von Geld in Kapital
- Die Rolle der Arbeitskraft als Quelle des Mehrwerts
- Unterscheidung zwischen notwendiger Arbeitszeit und Mehrarbeit
- Einfluss der Eigentumsverhältnisse auf die Entstehung von Mehrwert
- Abgrenzung und Zusammenhang von Mehrwert und Profit
Auszug aus dem Buch
1.2. Die Quelle des Mehrwerts – die Arbeitskraft
Die bisher entwickelte allgemeine Bewegungsformel des Kapitals lässt die entscheidende Frage unbeantwortet, wie „die Verwertung eines gegebenen Wertes vor sich geht“, wo also die Quelle des Mehrwerts liegt. Wie im Zusammenhang mit dem Profit (Kapitel 3.2.) noch gezeigt werden soll, vertraten und vertreten immer noch viele Ökonomen die Ansicht, dass sich „der Mehrwert […] rein aus dem Austausch erklärt“, aus „dem Verkauf der Ware über ihrem Wert“. Dieser Tendenz, die Entstehung des Mehrwerts ausschließlich aus der Sphäre der Zirkulation zu erklären, stellt sich Marx entschieden entgegen. Denn sowohl bei Äquivalentaustausch, „wenn sich Angebot und Nachfrage und damit Preis und Wertgröße der verkauften Waren decken“, als auch bei Austausch von Nicht-Äquivalenten, „wenn sich die Kapitalisten gegenseitig übervorteilen“, kann kein allgemeiner Wertzuwachs erfolgen.
Selbst wenn alle Warenbesitzer ihre Waren im Durchschnitt 10% über dem tatsächlichen Wert verkaufen würden, so argumentiert Marx, wären sie wiederum als Käufer gezwungen (und nichts anderes als Käufer wären sie nach dem Verkauf), die benötigten Waren ebenfalls 10% über dem Wert zu erstehen. Damit hätte ein Warenbesitzer 10% Wert zunächst gewonnen, aber lediglich, um den Gewinn im nächsten Schritt wieder zu verlieren, womit praktisch nichts gewonnen wäre. Also kann die Entstehung des Mehrwerts nicht allein aus dem Prozess der Zirkulation erklärt werden, auch wenn dieser den Ausgangspunkt der Entstehung bildet. Die Wertveränderung muss nach Marx gleichzeitig „in der Zirkulationssphäre und nicht in der Zirkulationssphäre vorgehn“.
Zusammenfassung der Kapitel
Vorbemerkung: Die Einleitung erläutert den Fokus auf die Begriffe Mehrwert und Profit und deren Bedeutung für das Verständnis der kapitalistischen Struktur bei Karl Marx.
1. Erläuterungen zum marxschen Begriff des Mehrwerts: Dieses Kapitel behandelt die Verwandlung von Geld in Kapital und identifiziert die Arbeitskraft als die entscheidende Quelle für die Entstehung von Mehrwert.
2. Bedeutung des Mehrwerts für die marxsche Kapitalismus-Theorie: Hier wird die Rolle der Mehrwertproduktion als Triebfeder des Kapitalismus sowie der Zusammenhang mit den sozioökonomischen Klassengegensätzen und Eigentumsverhältnissen dargelegt.
3. Erläuterungen zum marxschen Begriff des Profits: Das Kapitel klärt die Differenz zwischen dem Mehrwert als solchem und seiner Erscheinungsform als Profit und kritisiert vorherrschende ökonomische Fehlinterpretationen.
Schlussbemerkung: Der Abschnitt resümiert, dass die Mehrwerttheorie ein fundamentales Werkzeug zur kritischen Analyse des kapitalistischen Wirtschafts- und Gesellschaftssystems darstellt.
Schlüsselwörter
Karl Marx, Kapital, Mehrwert, Profit, Arbeitskraft, Lohnarbeit, Kapitalismus, Ausbeutung, Produktionsmittel, Warenzirkulation, Mehrarbeit, notwendige Arbeitszeit, Klassenkampf, Ökonomie, Werttheorie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der grundlegenden Analyse des Mehrwert- und Profitbegriffs innerhalb des Werkes „Das Kapital“ von Karl Marx.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Entstehung von Mehrwert, der Rolle der Arbeitskraft als Ware, der Funktion des Kapitals und den systemimmanenten Widersprüchen der kapitalistischen Gesellschaft.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den Begriff des Mehrwerts zu erläutern und eine wissenschaftliche Differenzierung zwischen Mehrwert und Profit vorzunehmen, um den Ausbeutungscharakter des Kapitalismus aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die primär auf den Originalschriften von Karl Marx sowie auf ergänzenden ökonomischen und soziologischen Sekundärquellen basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung des Mehrwerts, seine Bedeutung für die kapitalistische Theorie sowie die Klärung der mystifizierten Form des Profits.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Kapital, Mehrwert, Profit, Arbeitskraft, Ausbeutung und Produktionsverhältnisse.
Wie unterscheidet Marx zwischen absolutem und relativem Mehrwert?
Absoluter Mehrwert wird durch die Verlängerung des gesamten Arbeitstages erzeugt, während relativer Mehrwert durch die Verkürzung der notwendigen Arbeitszeit infolge gesteigerter Produktivkraft entsteht.
Warum bezeichnet Marx den Profit als „mystifizierte Form“ des Mehrwerts?
Weil der Profit im Bewusstsein der Kapitalisten als ein Ergebnis des gesamten eingesetzten Kapitals erscheint, wodurch die eigentliche Quelle des Wertzuwachses – die menschliche Arbeitskraft – verschleiert wird.
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- Timo Weißberg (Author), 2008, Mehrwert und Profit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/131789