Diese Arbeit beschäftigt sich mit folgender zentraler Fragestellung: Inwieweit können intelligente Roboter in der Pflege eingesetzt werden und welche ethischen Aspekte sind hierbei zu beachten? Um diese Frage zu beantworten, widmet sich zunächst der erste Teil der Arbeit der terminologischen Klärung. Anschließend wird auf intelligente Pflegeroboter eingegangen, indem Eigenschaften sowie Arbeitsfelder und Aufgaben näher betrachtet werden. Im Fokus des dritten Kapitels stehen die ethischen Perspektiven. Hier wird vorab der Zusammenhang zwischen Roboterethik und Pflegeethik geklärt, bevor die ethische Vertretbarkeit von KI-Robotern auf ihre positiven sowie negativen Aspekte untersucht wird. Ein Fazit und ein kurzer Ausblick auf die weitere Entwicklung von intelligenten Pflegerobotern und die möglichen ethischen Gesichtspunkte beschließen die Arbeit.
Bei der Künstlichen Intelligenz (kurz: KI) handelt es sich um einen Teilbereich der Digitalisierung. Die KI hat sich in letzten Jahren verstärkt vor allem im Bereich der Forschung etabliert. Künstliche Intelligenz wird in immer mehr Bereichen des alltäglichen Lebens eingesetzt. Es ist wichtig zu betonen, dass es angesichts der großen Menge an Anwendungsbereichen fast unmöglich ist, verallgemeinernde ethische Aussagen über die Künstliche Intelligenz zu treffen. Infolgedessen geht diese Arbeit nur auf einen Arbeitsbereich der Sozialen Arbeit näher ein: die Pflege. Aufgrund des steigenden Arbeitsaufwandes, den die Pflegekräfte bewältigen müssen, greifen immer mehr Pflegeanbieter*innen zu digitalen Hilfsmitteln. Schwerpunkt dieser Arbeit sollen sogenannte Pflegeroboter sein, die hierfür eingesetzt werden können. Ausgangspunkt ist dabei die Künstliche Intelligenz beziehungsweise deren Einsatz in der Pflege. Dies soll am Beispiel von intelligenten Robotern genauer betrachtet und analysiert werden.
Darüber hinaus ist die Künstliche Intelligenz und somit auch die KI-Robotik mit ethischen Herausforderungen verbunden. Die Relevanz der Ethik in der Sozialen Arbeit ist unumstritten, folgende Definition verdeutlich dies: „Ethik ist also jene Wissenschaft, die Antwort zu geben versucht auf die Frage: Was soll ich tun? Wie soll ich sein und handeln? Das menschliche Handeln ist der Gegenstand, das Materialobjekt, mit dem sich die Ethik beschäftigt.“
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffserklärungen
2.1 Künstliche Intelligenz
2.2 Roboterethik
2.3 Pflegeethik
3. Intelligente Pflegeroboter
3.1 Eigenschaften und Fähigkeiten
3.2 Einsatz: Arbeitsfelder und Aufgaben
4. Ethische Aspekte und Perspektiven
4.1 Zusammenhang zwischen Roboterethik und Pflegeethik
4.2 Ethische Vertretbarkeit von intelligenten Pflegerobotern
4.2.1 Vorteile, Nutzen und Chancen
4.2.2 Nachteile, Bedenken und Gefahren
5. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einsatz von intelligenten Pflegerobotern in der Praxis und analysiert die damit verbundenen ethischen Fragestellungen. Die zentrale Forschungsfrage lautet, inwieweit solche Technologien in der Pflege eingesetzt werden können und welche ethischen Aspekte dabei als entscheidende Maßstäbe zu berücksichtigen sind.
- Definition und wissenschaftliche Einordnung von Künstlicher Intelligenz, Roboterethik und Pflegeethik.
- Darstellung der technologischen Fähigkeiten und Einsatzmöglichkeiten heutiger Pflegeroboter (z.B. Pepper, Care-O-bot).
- Analyse des Spannungsfeldes zwischen technologischer Entlastung und ethischer Verantwortung.
- Diskussion ethischer Chancen wie Entlastung des Personals und Autonomieförderung vs. Risiken wie Kontaktverlust und Objektivierung der Pflegebedürftigen.
- Reflexion der gesellschaftlichen Akzeptanz und der Rolle des Deutschen Ethikrates.
Auszug aus dem Buch
3.1 Eigenschaften und Fähigkeiten
Die einschlägige Fachliteratur kennt unzählige Arten von Robotern. Als Beispiele können stationäre, mobile, Arbeits-, Industrie- und Spielzeugroboter sowie Androiden genannt werden. Intelligente Pflegeroboter sind in der Regel mobil, da dies für den Bereich der Pflege notwendig ist. Außerdem werden sie in der Regel den Servicerobotern zugeordnet, da sie Dienstleistungen erbringen. Da dies jedoch nicht ihre einzige Aufgabe ist, wie sich später noch zeigen wird, werden sie auch zu den Personal Robotern gezählt. Hinzu kommt, dass ihr meist menschliches Aussehen, die Fähigkeit zu laufen und zu sprechen gleichzeitig auf die Beschreibung der humanoiden Roboter zutrifft (Maier 2019: 27–42).
Für die Arbeit mit pflegebedürftigen beziehungsweise älteren Menschen ist es essentiell, dass intelligente Roboter sowohl kognitive als auch soziale Fähigkeiten aufweisen. Laut Mainzer müssen sich diese Roboter ein Bild von den Menschen beziehungsweise der jeweiligen Person, mit der sie interagieren, machen, damit sie angemessen und ausreichend sensibel auf diese Person reagieren können (Mainzer 2016: 142). Um diese und weitere Eigenschaften zu verdeutlichen, sollen zwei konkrete Beispiele von intelligenten Robotern, die bereits in der Pflege eingesetzt werden, herangezogen werden: Pepper und Care-O-bot.
Pepper ist 1,20 Meter groß und, wie Abbildung 2 zeigt, bereits in einigen Institutionen wie zum Beispiel in Pflegeeinrichtungen im Einsatz. Der humanoide Roboter besitzt große Augen, Arme, Fünf-Finger-Hände, Kameras, Sensoren, Mikrofone, Abstandsmesser, Laserscanner, Ultraschall und ein Tablet direkt vor der Brust. Entwickelt wurde Pepper von der französischen Firma Aldebaran, die im Jahr 2015 vom japanischen Telekommunikations- und Digital-Konzern Softbank gekauft wurde (Eberl 2016: 190–191).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz der Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz in der Pflege ein und formuliert die zentrale Forschungsfrage.
2. Begriffserklärungen: Dieses Kapitel definiert die grundlegenden Termini Künstliche Intelligenz, Roboterethik und Pflegeethik, um ein einheitliches Verständnis für die weitere Untersuchung zu schaffen.
3. Intelligente Pflegeroboter: Dieser Abschnitt erläutert die technischen Eigenschaften von Pflegerobotern und beschreibt konkrete Anwendungsbeispiele sowie deren Einsatzfelder.
4. Ethische Aspekte und Perspektiven: Das Kapitel diskutiert den Zusammenhang zwischen Roboter- und Pflegeethik sowie die ethische Vertretbarkeit der Technologie anhand von Chancen und Risiken.
5. Fazit und Ausblick: Das Fazit führt die Ergebnisse zusammen und bewertet die ethischen Herausforderungen im Kontext der kommenden "robotisierten Gesellschaft".
Schlüsselwörter
Künstliche Intelligenz, Pflegeroboter, Roboterethik, Pflegeethik, Digitalisierung, Humanoide Roboter, Maschinenethik, Autonomie, Anthropologie, Pflegealltag, Technischer Fortschritt, Ethikrat, Assistenzsysteme, Interaktion, Soziale Arbeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Integration von intelligenten Pflegerobotern in den Pflegealltag und einer ethischen Auseinandersetzung mit dieser technologischen Entwicklung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Kerngebiete umfassen die Definition von KI-Technologien, die ethischen Anforderungen an die Maschinenethik sowie deren spezifische Anwendung und moralische Bewertung im pflegerischen Kontext.
Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?
Die Arbeit geht der Frage nach, inwieweit intelligente Roboter sinnvoll in der Pflege einsetzbar sind und welche ethischen Gesichtspunkte dabei zwingend beachtet werden müssen.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Die Arbeit stützt sich auf eine fundierte Literaturrecherche und eine terminologische Analyse aktueller ethischer sowie technischer Fachdiskurse, um eine ethische Positionsbestimmung vorzunehmen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden sowohl die technischen Fähigkeiten der Pflegeroboter (wie bei Pepper oder Care-O-bot) als auch die ethischen Nutzenargumente und die kontroversen Bedenken (wie Kontaktverlust oder Objektivierung) detailliert analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit am besten?
Die wichtigsten Begriffe sind Künstliche Intelligenz, Pflegeroboter, Roboterethik, Pflegeethik und Autonomie.
Wie unterscheidet sich die Roboterethik von der Pflegeethik gemäß der Arbeit?
Während sich die Roboterethik mit dem Umgang mit nichtmenschlichen Gegenübern beschäftigt, fokussiert sich die Pflegeethik auf das verantwortungsbewusste Handeln am menschlichen Gegenüber, wenngleich beide Ethikformen in der Praxis des Pflegeroboter-Einsatzes interagieren.
Warum wird der Roboter "Pepper" als Beispiel in der Arbeit angeführt?
Pepper dient als anschauliches Beispiel für einen humanoiden Roboter, der bereits in der Praxis erprobt wird, um so die Möglichkeiten der sozialen Interaktion und des emotionalen Designs in der Pflege zu verdeutlichen.
Welches Fazit zieht die Verfasserin zur ethischen Vertretbarkeit von Pflegerobotern?
Die Verfasserin sieht den Einsatz nicht als pauschal falsch oder richtig an, betont jedoch die Notwendigkeit einer kritischen und reflektierten Anwendung sowie die Orientierung an ethischen Leitlinien, um die Würde des Pflegebedürftigen zu wahren.
Welche Rolle spielt der demografische Wandel bei der Bewertung dieser Technologie?
Der demografische Wandel in Deutschland wird als ein wesentlicher Treiber und Chance für den robotergestützten Pflegeeinsatz gesehen, um dem drohenden Pflegenotstand und dem Mangel an Fachkräften entgegenzuwirken.
- Citation du texte
- Lisa-Marie Mühlender (Auteur), 2021, Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Pflege. Ethische Aspekte bei Pflegerobotern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1316570