Diese Arbeit behandelt die Frage, inwieweit die praktischen Anteile der generalistischen Pflegeausbildung, den Einstellungen der Generation Z entsprechen. Der andauernde mediale Bericht über den Pflegemangel in Deutschland nimmt kein Ende. Der durch die Bundesagentur für Arbeit beschriebene "Engpassberuf" hatte bereits im Jahre 2020 einen Mangel von 31.640 Pflegefachkräften der Altenpflege und der Gesundheits- und Krankenpflege aufgewiesen. Hochrechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft sagen bis in das Jahr 2035 einen Pflegekräftemangel von geschätzten 493.000 Pflegekräften voraus. In Korrelation stehen die Zahlen zu einer immer älter werdenden Bevölkerung, welche von chronischen und multimorbiden Erkrankungen geprägt ist. Die Zahlen sprechen für sich und die Frage lautet auf kurze und lange Sicht, wie sich dem Fachkräftemangel entgegengestellt wird.
Die Attraktivitätssteigerung des Pflegeberufes scheint hierbei ein wichtiger Punkt zu sein. Mit der Reformierung und Einführung des Pflegeberufsgesetzes 2020, wird sich eine positive Entwicklung in Hinsicht auf die Attraktivität für den Pflegeberuf erhofft. Ausbilden bleibt daher einer der wichtigsten Faktoren, um sich dem Fachkräftemangel entgegenzusetzen und so scheint die neue generalistische Pflegeausbildung ein gesetztes Mittel, um zur Minderung des Fachkräftemangels beizutragen. Besonders der umfangreichste Teil der Ausbildung, der praktische Teil, ist von besonderem Wert.
Doch liegt die Attraktivität bekanntlich im Auge des Betrachters, was einen Wechsel des Blickwinkels notwendig macht, hin zu den möglichen Auszubildenden von morgen. Die hierfür oft verwendete Möglichkeit ist, sich der nachfolgenden Generation bewusst zu werden, diese zu analysieren, um nachfolgend Rückschlüsse auf Einstellungen einer Gruppe von Individuen zu erreichen. Es erscheint nach Sichtung der Datenlage durchaus relevant, sich die Generation Z genauer anzuschauen, denn die im Jahre 2020 abgeschlossenen Ausbildungsverträge für die generalistische Pflegeausbildung zeigen: Die Generation Z ist mit 72,1% abgeschlossenen Ausbildungsverträgen, überproportional vertreten. Dies wiederum wirft die Frage auf, was die genauen Werte und daraus abzuleitenden Einstellungen der Generation Z und inwieweit diese im praktischen Teil der generalistischen Ausbildung berücksichtigt worden sind.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Generation
2.1 Die Generationstheorie nach Karl Mannheim
2.2 Die formale Phase der Jugend
2.3 Die Generationeneinteilung
3 Generation Z
3.1 Eingrenzung der Generation Z
3.2 Die formale Phase der Generation Z
3.3 Werte und Haltungen der Generation Z
3.3.1 Sinnhaftigkeit und Einkommen
3.3.2 Arbeits- und Privatleben
3.3.3 Arbeitskultur
4 Die generalistische Pflegeausbildung
4.1 Ziel der generalistischen Ausbildung
4.2 Struktur der generalistischen Pflegeausbildung
4.3 Der praktische Teil der generalistischen Pflegeausbildung
5 Synthese
5.1 Sinnhaftigkeit und Einkommen
5.2 Arbeits- und Privatleben
5.3 Arbeitskultur
6 Fazit
Zielsetzung und Themen
Ziel der Arbeit ist es, die Einstellungen der Generation Z im Kontext der neuen generalistischen Pflegeausbildung systematisch zu untersuchen und gegenüberzustellen, um Handlungsfelder und Potenziale im Bereich der Ausbildung aufzuzeigen. Die Forschungsfrage lautet: „Inwieweit entsprechen die praktischen Anteile der generalistischen Pflegeausbildung den Einstellungen der Generation Z?“
- Generationentheorie und die formale Phase der Jugend
- Wertekanon, Arbeitspräferenzen und Sicherheitsbedürfnis der Generation Z
- Struktur und Zielsetzung der generalistischen Pflegeausbildung in Deutschland
- Synthese der Anforderungen der Generation Z an ein sinnerfülltes, abwechslungsreiches und strukturiertes Berufsleben mit den Gegebenheiten der Pflegeausbildung
Auszug aus dem Buch
3.3.1 Sinnhaftigkeit und Einkommen
Die Generation erscheint in vielen der Literaturangaben zwiegespalten, zwischen dem monetären Einkommen einerseits und einer möglichst sinnhaften Arbeit andererseits. Was jedoch besonders heraussticht, ist, dass die Generation Z den Wunsch nach Absicherung verspürt (Calmbach et al., 2020, S. 30, S. 33, S. 36), welchem sich zunächst gewidmet werden soll.
Bei der Frage nach den „Erwartungen an die Berufliche Tätigkeit [i. Org. herv]“ wird ein „Sicherer Arbeitsplatz“, zu 58 % als „besonders wichtig“ angegeben (McDonald´s Deutschland, 2019, S. 60). Auch bei der Frage, was wichtig im Leben erscheint, wird „Einen sicheren Arbeitsplatz haben“ mit 52 % angegeben (McDonald´s Deutschland, 2019, S. 15). So antworteten auch die Befragten der Shell Jugendstudie (Shell Deutschland Holding, 2019, S. 27), die die Sicherheit des Arbeitsplatzes mit 93 prozentiger Übereinstimmung bewerten. Die Generation scheint demnach auch in beruflicher Hinsicht dem Sicherheitsbedürfnis nachkommen zu wollen und nach einer konsequenten Anstellung zu streben. Zusammenhängend mit der „[…] Sorge vor finanziellen Abhängigkeit“ (Calmbach et al., 2020, S. 228), dem Wunsch nach „Finanzielle[r] Unabhängigkeit“ (McDonald´s Deutschland, 2019, S. 15), erscheint folglich ein „stabiler Mittelstandsjob“ (Calmbach et al., 2020, S. 228) der Generation als wichtig.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den akuten und fortschreitenden Pflegemangel in Deutschland und identifiziert die Attraktivitätssteigerung des Pflegeberufes sowie die Ausbildung als zentrale Gegenmaßnahmen, wobei der Fokus auf die Generation Z gelegt wird.
2 Generation: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Generation sowie deren Entstehung auf Basis der Theorie von Karl Mannheim, erläutert die prägende formale Phase der Jugend und setzt sich mit der kontrovers diskutierten Generationeneinteilung auseinander.
3 Generation Z: Das Kapitel bietet eine inhaltliche und begriffliche Eingrenzung der Generation Z, verortet diese zeitlich und erarbeitet deren spezifische Werte, Haltungen und Einstellungen zum Arbeitsleben, insbesondere hinsichtlich Sicherheit, Sinnhaftigkeit und Arbeitskultur.
4 Die generalistische Pflegeausbildung: Hier werden die Neuerungen, Ziele und die Struktur der generalistischen Pflegeausbildung gemäß dem Pflegeberufegesetz erläutert, wobei ein besonderer inhaltlicher Fokus auf dem praktischen Ausbildungsteil liegt.
5 Synthese: Dieses Kapitel führt die Ergebnisse zur Generation Z und zum praktischen Teil der Pflegeausbildung zusammen, um die Forschungsfrage durch Gegenüberstellung von Gemeinsamkeiten und Gegensätzen zu beantworten.
6 Fazit: Das Fazit zieht eine abschließende Bilanz über die Korrespondenz zwischen den Einstellungen der Generation Z und den Realitäten der Pflegeausbildung und identifiziert Anreize für weitere Forschungen.
Schlüsselwörter
Generation Z, Generalistische Pflegeausbildung, Pflegemangel, Pflegeberufegesetz, Werte, Haltungen, Sinnhaftigkeit, Arbeitskultur, Praxisanleitung, Kompetenzorientierung, Work-Life-Balance, Ausbildung, Generationstheorie, Jugendphase, Fachkräftesicherung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, inwiefern die aktuellen praktischen Anteile der generalistischen Pflegeausbildung den spezifischen Werten und Einstellungen der Generation Z entsprechen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themenfelder umfassen die Generationentheorie, die soziologische Identität der Generation Z, die gesetzlichen Rahmenbedingungen der generalistischen Pflegeausbildung sowie deren praktische Ausgestaltung.
Was ist das primäre Ziel der Forschung?
Das Ziel ist eine fundierte Gegenüberstellung der Arbeits- und Lebensvorstellungen der Generation Z mit den Bedingungen der pflegerischen Ausbildung, um Aufschluss über die Attraktivität des Berufsbildes für diese Altersgruppe zu gewinnen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer systematischen Literaturrecherche zu den genannten Themenkomplexen, ergänzt um die Analyse von Gesetzen, Studien und bildungsberichterstattenden Daten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Generation Z und die Struktur der Pflegeausbildung separat, bevor er in einer Synthese die Übereinstimmungen und Diskrepanzen in den Bereichen Sinnhaftigkeit, Arbeits- und Privatleben sowie Arbeitskultur herausarbeitet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit fokussiert auf die Schnittstelle zwischen generationalen Werten (wie Sinnhaftigkeit und Sicherheit) und institutionellen Vorgaben in der Pflegeausbildung (wie Kompetenzorientierung und praktische Ausbildung).
Warum ist die Generation Z für die Pflege besonders relevant?
Da die Generation Z einen erheblichen Anteil der heutigen Auszubildenden in der Pflege stellt, ist ein tiefes Verständnis ihrer Werte für die Sicherung der Fachkräfte von entscheidender Bedeutung.
Welches Fazit ziehen die Autoren bezüglich der Work-Life-Balance?
Das Fazit zeigt, dass zwar ein Wunsch nach klaren Grenzen besteht, die Realität der Dienstzeiten und die im Berufsalltag praktizierte notwendige Erreichbarkeit jedoch Diskrepanzen zu den idealisierten Vorstellungen der Kohorte aufweisen.
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- Anonym (Autor), 2022, Die Generation Z in der praktisch generalistischen Pflegeausbildung. Eine Gegenüberstellung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1314318