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Die Gesellschafts- und Staatstheorie des John Locke und deren Einwirkungen auf den heutigen Verfassungsstaat

Titel: Die Gesellschafts- und Staatstheorie des John Locke und deren Einwirkungen auf den heutigen Verfassungsstaat

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2009 , 30 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Ludwig Späte (Autor:in)

Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Salus populi suprema lex - ist ein Zitat des römischen Staatsmanns Cicero (106 – 43 v. Chr.), welches in Zusammenhang mit dem 12-Tafelgesetz im antiken Rom steht und einen staatsrechtlichen Hintergrund hat. Den Herrschenden soll demnach das Wohle des Volkes das oberste Gesetz sein, oder anders formuliert, die Staatswohlfahrt muss das höchste Gesetz für den Herrschenden sein. Locke greift dieses Zitat gut 1700 Jahre später im 13. Kapitel (§ 158) seines im Jahre 1690 veröffentlichtem Werk „Zwei Abhandlungen über die Regierung“ bekannte Zitat des Cicero wieder auf. In der zweiten Abhandlung formuliert Locke eine Politische Theorie, die sich stark dem Gedanken des Gesellschaftsvertrags bedient. Als Vertragstheoretiker nimmt er einen Naturzustand als Ausgangspunkt seines kontraktualistischen Arguments, anhand dessen er uns politische Verpflichtung und Autorität, Grenzen politischer Macht und Gründe für berechtigten Widerstand aufzeigt. Zweifelsohne ist die Ausformung des Naturzustands eines jeden Kontraktualisten von größtem Interesse, stellt jener doch das Problem dar, dessen Lösung in der politischen Philosophie entwickelt wird. Die dem Naturzustand eingeschriebenen Bestimmungen legen den Gang der Begründungsargumentation und die Gestalt ihres Ergebnisses fest. Daher enthält das Portrait des Naturzustands schon das Negativ des Staates. Von diesem Standpunkt aus ist es verständlicher, dass dem korrekten Verständnis des Konzepts Naturzustand höchste Priorität zukommt, ja dass sogar von diesem Verständnis alles Folgende abhängt. Die politische Theorie John Lockes beeinflusste die Entwicklung der politischen Theorie maßgeblich. Die von ihm zugrunde gelegten Naturrechte sind bis heute Kernbestand des Liberalismus. Ebenso lassen sich mit ihm sämtliche Konzeptionen des Minimalstaats begründen, die Eingriffe der Regierung in das Leben der Menschen nur zu eng definierten Zwecken zulassen. In dieser Seminararbeit werde ich die Gesellschafts- und Staatstheorie des John Locke näher erläutern und ihre Auswirkung auf die modernen Staatsverfassungen prüfen. Wie definiert sich die Staatstheorie des John Locke und welche Einwirkung hat seine Staats- und Gesellschaftstheorie auf die heutigen modernen Verfassungen?

Leseprobe


Gliederung der Hauptseminararbeit

I. Einleitung

II. England im 17. Jahrhundert

1. Herrschaft von König Charles I.

2. Aufkommender politischer Radikalismus in England

3. Ende der englischen Republik

III. Die Gesellschafts- und Staatstheorie des John Locke

1. Biographie des John Locke

2. Die Naturrechtslehre des John Locke

2.1 Recht auf Freiheit

2.2 Recht auf Eigentum

a) Aneignung der Natur - Die Arbeitstheorie

b) Ansammlung von Eigentum - Die Geldtheorie

2.3 Recht auf Widerstand

2.4 Der Kriegszustand

2.5 Die Sklaverei

2.6 Politische Herrschaft und bürgerliche Gesellschaft

3. Die Toleranztheorie des John Locke

4. Das Streben nach Glückseligkeit

IV. Der Gesellschaftsvertrag

1. Formierung einer Gesellschaft

2. Die Staatsgewalt

3. Gewaltenteilung im Staat

V. Lockes Staatstheorie im heutigen Verfassungsstaat

VI. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Gesellschafts- und Staatstheorie von John Locke, um deren grundlegende Konzepte wie Naturrecht, Gesellschaftsvertrag und Eigentum zu erläutern und deren fortwährende Relevanz sowie Einwirkung auf den modernen, rechtsstaatlich organisierten Verfassungsstaat kritisch zu prüfen.

  • Historische Kontextualisierung Lockes im England des 17. Jahrhunderts
  • Analyse der zentralen Begriffe des Naturzustands, der Freiheit und der Eigentumsbegründung
  • Untersuchung des Gesellschaftsvertrags und der staatlichen Gewaltenteilung
  • Kritische Auseinandersetzung mit Lockes Toleranzbegriff und Glückslehre
  • Vergleichende Einordnung zur Staatstheorie von Thomas Hobbes

Auszug aus dem Buch

2. Die Naturrechtslehre des John Locke

Es ist ein Zustand der vollkommenden Freiheit, innerhalb der Grenzen des Gesetzes der Natur, dass ihre Handlungen zu regeln sind und über ihren Besitz und ihre Persönlichkeit so zu verfügen sei, wie es ihnen am besten erscheint, ohne dabei jemanden um Erlaubnis zu bitten, geschweige denn vom Willen eines anderen abhängig zu seien.8 Darüber hinaus ist es ein Zustand der Gleichheit, in dem alle Macht und Rechtsprechung wechselseitig sind, da niemand mehr besitzt als ein anderer Mensch. Nichts ist daher einleuchtender, als dass Geschöpfe von gleicher Gattung und von gleichem Rang, die ohne einen Unterschied zum Genuss derselben Vorteile der Natur, sowie zum Gebrauch derselben Fähigkeiten geboren sind, ohne Unterordnung und Unterwerfung einander gleichgestellt leben sollen.9

Locke erläutert so seine Gleichheitstheorie in der Staatsphilosophie. Das Wort „sollen“ im oben genannten Satz von Locke ist besonders zu beachten, denn es weißt darauf hin, dass Lockes Vision des Naturzustands keinen Ist-Zustand wiedergibt. Die Welt im Naturzustand ist nämlich nach Locke nicht arm, einsam, garstig und kurz, so wie dies in Hobbes Theorie zu erkennen ist. Anzunehmen, dass Locke hier ein Bild von der Wirklichkeit zeichnen wollte, würde zu einem naturalistischen Fehlschluss führen. Zu Lockes Lebzeiten hätte dieser Fehlschluss nichts Außergewöhnliches an sich gehabt, denn erst mit David Hume (1711 – 1776) kam der Nachweis, dass solche Schlüsse logisch ungültig sind.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung von Lockes Vertragstheorie ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach der Relevanz seiner Lehren für den modernen Verfassungsstaat.

II. England im 17. Jahrhundert: Dieses Kapitel skizziert die historische Verfassungskrise und den politischen Radikalismus, die das Umfeld von Lockes politischer Theorie prägten.

III. Die Gesellschafts- und Staatstheorie des John Locke: Hier werden die wesentlichen theoretischen Grundlagen von Lockes Philosophie, insbesondere das Naturrecht, der Eigentumsbegriff und das Widerstandsrecht, detailliert dargelegt.

IV. Der Gesellschaftsvertrag: In diesem Teil wird die Transformation vom Naturzustand in den staatlichen Zustand durch Konsens sowie die Struktur der Staatsgewalt und Gewaltenteilung analysiert.

V. Lockes Staatstheorie im heutigen Verfassungsstaat: Dieses Kapitel prüft die Aktualität von Lockes Freiheitskonzept im modernen Staat und dessen Abgrenzung zur Sicherheitslehre von Hobbes.

VI. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Argumente zu Freiheit, Gleichheit und Eigentum zusammen und bestätigt deren bleibende Bedeutung als Grundpfeiler des Liberalismus.

Schlüsselwörter

John Locke, Naturzustand, Naturrecht, Gesellschaftsvertrag, Eigentum, Freiheit, Gewaltenteilung, Toleranz, Liberalismus, Staatstheorie, Souveränität, Widerstandsrecht, Verfassungsstaat, Thomas Hobbes, Staatsgewalt

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Seminararbeit behandelt die politische Theorie von John Locke, insbesondere seine Ansichten zu Gesellschaft, Staat und Naturrecht, und deren historische sowie gegenwärtige Bedeutung.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zu den Schwerpunkten zählen der Naturzustand, die Arbeitstheorie des Eigentums, das Widerstandsrecht, die Toleranzidee und die legitimatorische Grundlage des Staates.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, Lockes Staatstheorie zu erläutern und ihre spezifischen Auswirkungen sowie Einflüsse auf moderne Verfassungsstaaten und moderne rechtsstaatliche Prinzipien zu untersuchen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine politikwissenschaftliche und ideengeschichtliche Analyse, basierend auf einer intensiven Auswertung von Lockes Hauptwerk "Zwei Abhandlungen über die Regierung" und relevanter Sekundärliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die Entstehung von Eigentum, das Recht auf Widerstand, den Prozess der Staatsgründung und die Unterscheidung zwischen religiöser Toleranz und bürgerlicher Ordnung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Schlagworte sind Locke, Naturrecht, Gesellschaftsvertrag, Liberalismus, Freiheit, Eigentum und Gewaltenteilung.

Wie unterscheidet sich Lockes Naturzustand von dem des Thomas Hobbes?

Im Gegensatz zu Hobbes' pessimistischem Bild eines "Krieges aller gegen alle" zeichnet Locke ein positiveres Menschenbild, in dem der Naturzustand bereits durch vernunftbasierte Naturrechte geregelt ist.

Warum ist laut Locke das Eigentum der Ausgangspunkt für die Staatsbildung?

Da der Mensch im Naturzustand Schwierigkeiten bei der unparteiischen Durchsetzung seiner Rechte auf Leben, Freiheit und Eigentum hat, schließt er sich zu einem Staat zusammen, um diese Güter besser zu schützen.

Ende der Leseprobe aus 30 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Gesellschafts- und Staatstheorie des John Locke und deren Einwirkungen auf den heutigen Verfassungsstaat
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena  (Politikwissenschaftliches Institut)
Veranstaltung
Staatstheorien der Moderne
Note
2,3
Autor
Ludwig Späte (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
30
Katalognummer
V130605
ISBN (eBook)
9783640393879
ISBN (Buch)
9783640394180
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gesellschafts- Staatstheorie John Locke Einwirkungen Verfassungsstaat
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Ludwig Späte (Autor:in), 2009, Die Gesellschafts- und Staatstheorie des John Locke und deren Einwirkungen auf den heutigen Verfassungsstaat, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/130605
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Leseprobe aus  30  Seiten
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