Wie können Leasingnehmer für den neuen Leasingstandard sensibilisiert werden und was müssen sie im Zuge der Bilanzierung von IFRS 16 beachten?
Das Ziel des neuen IFRS 16 ist es, dass sowohl Leasingnehmer als auch Leasinggeber, auf den in dieser Arbeit jedoch nicht speziell eingegangen wird, diejenigen Informationen zur Verfügung stellen sollen, die ihre Leasingverhältnisse den tatsächlichen Verhältnissen entsprechend darstellen. Die sogenannte Off-Balance-Sheet-Bilanzierung, bei der bisher Leasingverbindlichkeiten in der Bilanz nicht aufschienen, soll damit weitgehend in den Hintergrund treten – bis auf wenige Ausnahmen müssen alle Leasingverhältnisse in der Bilanz abgebildet und neu klassifiziert werden. Mit diesem revolutionären Leasingstandard wird außerdem ein lang gehegter Traum von Sir David Tweedie, dem ehemaligen Vorsitzenden des International Accounting Standards Board (IASB) wahr. Dieser äußerte 2008 in Kanada im Rahmen einer Rede vor dem Empire Club of Canada den Wunsch, einmal mit einem Flugzeug fliegen zu wollen, das auch in der Bilanz des Flugunternehmens aufscheint.
Mit der Implementierung des neuen Leasingstandards verbunden, können einerseits ein enormer Aufwand, der auf IFRS-bilanzierungspflichtige Unternehmen zukommen wird und andererseits Auswirkungen geortet werden, die sich in Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) und in den Kennzahlen widerspiegeln werden.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Problemstellung
- Zielsetzung und Forschungsfrage
- Vorgehensweise
- Bilanzierung auf der Leasingnehmerseite nach IAS 17
- Bilanzierung auf der Leasingnehmerseite nach IFRS 16
- Identifizierung eines Leasingverhältnisses
- Ersterfassung
- Folgebewertung
- Ausnahmen und Wahlrechte
- Ausweis in Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung und Kapitalflussrechnung
- Angaben in den Notes
- Übergangsregelungen
- Auswirkungen und Effekte des IFRS 16
- Bilanz inklusive ausgewählte Kennzahlen
- Sonstige finanzwirtschaftliche Auswirkungen
- Künftige Leasinggeschäfte
- Kritische Reflexion
- Vorteile und Erleichterungen
- Nachteile
- Offene Fragen
- Fazit, Schlussbemerkung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Auswirkungen des neuen IFRS 16 auf Leasingnehmer und analysiert, wie diese den neuen Standard implementieren und welche Herausforderungen und Chancen sich daraus ergeben.
- Analyse der Bilanzierung von Leasingverhältnissen nach IFRS 16
- Bewertung der Auswirkungen auf die Bilanz und Kennzahlen
- Diskussion der Auswirkungen auf das zukünftige Leasinggeschäft
- Kritik und Reflexion des neuen Standards
- Identifizierung der wichtigsten Vorteile und Nachteile des IFRS 16
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Kritik an der Unterscheidung zwischen Finanzierungsleasing und Operating Leasing sowie die Entstehung von IFRS 16, der IAS 17 und andere Standards ersetzen soll.
- Bilanzierung auf der Leasingnehmerseite nach IAS 17: Dieses Kapitel fasst die Bilanzierung von Leasingverhältnissen nach dem aktuellen Standard IAS 17 zusammen und bietet einen Überblick über die bestehenden Regeln.
- Bilanzierung auf der Leasingnehmerseite nach IFRS 16: Hier werden die neuen Regeln der Bilanzierung nach IFRS 16 für Leasingnehmer im Detail dargestellt. Dazu gehören Kriterien zur Identifizierung von Leasingverhältnissen, Grundsätze zu Ersterfassung und Folgebewertung sowie Ausweis in Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, Kapitalflussrechnung und in den Notes.
- Auswirkungen und Effekte des IFRS 16: Dieses Kapitel untersucht die Auswirkungen des neuen Standards auf die Bilanz, Kennzahlen und das zukünftige Leasinggeschäft. Es werden die Veränderungen in der Darstellung der Leasingverhältnisse sowie potenzielle Auswirkungen auf das Finanzmanagement betrachtet.
- Kritische Reflexion: In diesem Kapitel werden die Vorteile und Erleichterungen, aber auch die Nachteile und offenen Fragen des neuen Standards diskutiert.
Schlüsselwörter
IFRS 16, Leasing, Bilanzierung, Leasingnehmer, IAS 17, Kennzahlen, Finanzwirtschaft, Off-Balance-Sheet-Bilanzierung, Bilanzierungspflicht, Übergangsregelungen.
Häufig gestellte Fragen
Was ist die wichtigste Neuerung durch IFRS 16?
Die wichtigste Neuerung ist, dass Leasingnehmer nahezu alle Leasingverhältnisse in der Bilanz abbilden müssen (Right-of-Use-Ansatz), wodurch die "Off-Balance-Sheet-Bilanzierung" weitgehend entfällt.
Wie unterscheidet sich IFRS 16 vom alten Standard IAS 17?
Unter IAS 17 wurde zwischen Operating Leasing (nicht bilanziert) und Finanzierungsleasing unterschieden. IFRS 16 hebt diese Unterscheidung für Leasingnehmer auf.
Welche Auswirkungen hat IFRS 16 auf die Bilanzkennzahlen?
Die Bilanzsumme erhöht sich, was oft zu einer geringeren Eigenkapitalquote führt. Das EBITDA verbessert sich meist, da Leasingaufwendungen nun als Abschreibungen und Zinsen ausgewiesen werden.
Gibt es Ausnahmen von der Bilanzierungspflicht nach IFRS 16?
Ja, es gibt Wahlrechte für kurzfristige Leasingverhältnisse (bis 12 Monate) und für Leasinggegenstände von geringem Wert ("low-value assets").
Was müssen Unternehmen bei der Ersterfassung beachten?
Sie müssen den Barwert der künftigen Leasingzahlungen als Verbindlichkeit ansetzen und korrespondierend ein Nutzungsrecht (Asset) aktivieren.
Welche Herausforderungen bringt die Implementierung mit sich?
Unternehmen stehen vor einem hohen administrativen Aufwand zur Identifizierung aller Verträge und zur Anpassung ihrer IT-Systeme und Finanzprozesse.
- Citation du texte
- Elisabeth Klemens (Auteur), 2017, IFRS 16 Leases. Die neuen Regeln für die Bilanzierung auf der Leasingnehmerseite, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1302722