Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema Gender Pay Gap in Deutschland. Sie geht dabei vor allem auf die Altersarmut bei Frauen ein.
In keinem anderen Mitgliedsstaat der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit (OECD) ist die Rentenlücke zwischen Männern und Frauen so groß wie in Deutschland. Daraus erwächst ein erhöhtes Risiko für Frauen, von Altersarmut betroffen zu sein. Dies konnte im Jahr 2019 durch die OECD Studie "Renten auf einen Blick 2019" ermittelt werden. Frauen über 65 erhalten demnach im Schnitt 46 Prozent niedrigere Rentenbezüge als Männer.
Und auch im europäischen Vergleich schneidet die Bundesrepublik im Jahr 2018 verhältnismäßig schlecht ab: Es konnte ein Unterschied von 37,4 Prozent in den Rentenauszahlungen von Männern und Frauen ausgemacht werden. Nur fünf europäische Staaten performten noch schlechter.
Die Schuld für den sogenannten Gender Pension Gap wird häufig dem Arbeitsmarkt selbst und nicht dem deutschen Rentensystem zugeschoben. So würden Frauen häufiger in Teilzeit, in schlecht bezahlten Berufen oder in Niedriglohnsektoren arbeiten und die Erziehung der Kinder und die Pflege von Angehörigen übernehmen, was eine niedrigere Renteneinzahlung zur Folge habe.
Inhaltsverzeichnis
- Einführung in die Problematik und Relevanz des Themas
- Der Sozialstaat und das deutsche Rentensystem
- Das Rentensystem der Bundesrepublik Deutschland
- Die drei Säulen der Altersvorsorge
- Verfassungsrechtliche Determinanten der gesetzlichen Rentenversicherung
- Relevante Veränderungen des gesetzlichen Rentensystems
- Grundsätze des gesetzlichen Rentensystems nach dem SGB VI
- Versicherter Personenkreis
- Grundprinzipien
- Voraussetzungen für die Rentenansprüche im Alter
- Berechnung und Finanzierung
- Auszahlung
- Weitere rechtliche Regelungen
- Altersarmutsgefährdung
- Begriffsbestimmung
- Das soziokulturelle Existenzminimum
- Altersarmut in der Bundesrepublik Deutschland
- Die Bedeutung des Gender Care Gaps
- Der Gender Care Gap in der Bundesrepublik
- Folgen der Ungleichverteilung
- Berücksichtigungszeiten aus § 57 SGB VI
- Auslegung § 57 SGB VI
- Sinn und Zweck der Norm
- Voraussetzungen des § 57 SGB VI
- Kritik und Reformvorschläge
- Kritik an den Berücksichtigungszeiten aus § 57 SGB VI
- Kritik an der gesetzlichen Rentenversicherung in Bezug auf die Gleichstellung von Frauen und Männern mit Kind(ern)
- Auslegung § 57 SGB VI
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die Auswirkungen der Gestaltung des deutschen Rentensystems auf die Altersarmutsgefährdung von Frauen im Vergleich zu Männern. Insbesondere werden die Berücksichtigungszeiten aus § 57 SGB VI im Hinblick auf die Diskriminierung von Frauen mit Kindern analysiert.
- Die Auswirkungen des deutschen Rentensystems auf die Altersarmutsgefährdung von Frauen
- Die Bedeutung des Gender Care Gaps für die Rentensituation von Frauen
- Die Rolle der Berücksichtigungszeiten aus § 57 SGB VI bei der Diskriminierung von Frauen mit Kindern
- Kritik an der Gestaltung des deutschen Rentensystems im Hinblick auf die Gleichstellung von Frauen und Männern
- Mögliche Reformvorschläge zur Verbesserung der Rentenansprüche von Frauen
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt die Relevanz des Themas Altersarmut bei Frauen in Deutschland dar, indem sie die große Rentenlücke zwischen Männern und Frauen im Vergleich zu anderen OECD-Staaten aufzeigt. Dabei wird die Bedeutung des Gender Care Gaps und die Frage, ob das deutsche Rentensystem eine Mitverantwortung für diese Ungleichheit trägt, beleuchtet.
Kapitel 2 erläutert das Sozialstaatsprinzip und seine Bedeutung für die Gestaltung des deutschen Rentensystems. Es wird gezeigt, dass das Sozialstaatsprinzip zwar den Staat zu einer gerechten Sozialordnung verpflichtet, aber keine konkreten Anforderungen an die Gestaltung der Rentenversicherung formuliert.
Kapitel 3 beschäftigt sich mit dem Rentensystem der Bundesrepublik Deutschland und seinen drei Säulen: gesetzliche Rentenversicherung, betriebliche Altersvorsorge und private Altersvorsorge. Es werden die verfassungsrechtlichen Determinanten der gesetzlichen Rentenversicherung und relevante Veränderungen des Rentensystems der vergangenen Jahrzehnte betrachtet.
Kapitel 4 behandelt die Altersarmutsgefährdung in Deutschland. Es wird der Begriff der Altersarmut definiert und die soziokulturelle Dimension des Existenzminimums beleuchtet. Zudem wird der Gender Care Gap als zentrale Ursache für die Altersarmut von Frauen näher betrachtet.
Kapitel 5 untersucht die Berücksichtigungszeiten aus § 57 SGB VI, die Zeiträume der Kindererziehung und Pflege von Angehörigen auf die Rentenansprüche einberechnen. Es werden die Voraussetzungen des § 57 SGB VI sowie die Kritik an der Ausgestaltung dieser Norm und an der gesetzlichen Rentenversicherung insgesamt beleuchtet.
Schlüsselwörter
Die wichtigsten Schlüsselwörter und Themen dieser Arbeit sind: Altersarmut, Gender Pension Gap, Gender Care Gap, gesetzliche Rentenversicherung, Berücksichtigungszeiten, § 57 SGB VI, Gleichstellung von Frauen und Männern, Kritik an der gesetzlichen Rentenversicherung, Reformvorschläge.
Häufig gestellte Fragen
Warum ist das Risiko für Altersarmut bei Frauen in Deutschland besonders hoch?
Laut OECD-Studien erhalten Frauen über 65 in Deutschland im Schnitt 46 Prozent niedrigere Rentenbezüge als Männer. Dies liegt oft an Erwerbsbiografien mit Teilzeitarbeit, Niedriglohnsektoren sowie Zeiten für Kindererziehung und Pflege.
Was versteht man unter dem Gender Pension Gap?
Der Gender Pension Gap beschreibt die Rentenlücke zwischen Männern und Frauen. In Deutschland ist dieser Unterschied im Vergleich zu anderen OECD-Staaten besonders stark ausgeprägt.
Welche Rolle spielt der Gender Care Gap für die Rente?
Frauen übernehmen häufiger unbezahlte Care-Arbeit wie Kindererziehung und die Pflege von Angehörigen. Diese Zeiten führen zu geringeren Einzahlungen in das Rentensystem und somit zu niedrigeren Ansprüchen im Alter.
Was regelt § 57 SGB VI im deutschen Rentensystem?
Der § 57 SGB VI befasst sich mit den sogenannten Berücksichtigungszeiten, die beispielsweise für die Erziehung eines Kindes bis zum zehnten Lebensjahr angerechnet werden, um Rentennachteile auszugleichen.
Wie ist das deutsche Rentensystem grundsätzlich aufgebaut?
Es basiert auf drei Säulen: der gesetzlichen Rentenversicherung, der betrieblichen Altersvorsorge und der privaten Altersvorsorge.
Gibt es Reformvorschläge zur Verbesserung der Rentensituation von Frauen?
Ja, die Arbeit diskutiert Kritik an der aktuellen Ausgestaltung von § 57 SGB VI und schlägt Reformen vor, um die Gleichstellung von Eltern im Rentenrecht zu fördern und Altersarmut effektiver zu bekämpfen.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2021, Altersarmut bei Frauen in Deutschland. Analyse der Hintergründe im deutschen Rentensystem mit Fokus auf §57 SGB VI, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1302026