Diese Arbeit setzt sich das Ziel, die Konfliktführung und ihre verschiedenen Facetten anhand der Stederburger Chronik zu untersuchen. Die Hauptfrage hierbei ist, inwieweit sich die bisherigen Forschungsergebnisse durch die Stederburger Chronik bestätigen lassen oder einer Neubetrachtung bedürfen.
Die "Annales Stederburgenses", welche als Klosterchronik aus dem Braunschweiger Raum stammt, stehen dabei neben weiteren, bekannteren Quellenberichten im Zentrum der Ausarbeitung. Zu Beginn der Ausführungen wird die Stederburger Chronik als solche sowie der dazugehörige Forschungsstand dargelegt. Hierbei wird zuerst die Geschichte des Stederburger Klosters von der Gründung bis zur Niederschrift der Chronik aufgezeigt, bevor eine detailliertere Darstellung der Chronik selbst erfolgt. Des Weiteren wird der Stand der Konfliktforschung erörtert, welcher in den letzten Jahren vor allem von Gerd Althoff dominiert und geprägt wurde. Hiernach werden in Kapitel 3.1. zuerst die Gründe und Motive für den Beginn eines mittelalterlichen Konflikts ausgeführt, wobei die Gliederung nach zeitgenössischen Konfliktbeteiligten gewählt wird. Die eingesetzten Konfliktmittel, wie der gewaltsame Angriff oder das Aufbrechen bestehender Konfliktgruppen, werden im darauffolgenden Abschnitt analysiert und dargelegt. Anschließend werden Möglichkeiten erörtert, diese Konflikte beizulegen, wobei die Rolle und Funktionsweise der Vermittler besonders hervorgehoben wird. Abschließend erfolgt ein Fazit über die behandelten Themenbereiche und die angeführten Thesen der modernen Forschung, bevor ein Ausblick auf empfehlenswerte, zukünftige Forschungsansätze gegeben wird.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Forschungsstand
- Das Kloster von Stederburg
- Die Chronik von Stederburg
- Konfliktführung im Mittelalter
- Konflikte in den Annales Stederburgenses
- Konfliktgründe
- Ausbau und Erhaltung von Macht – Der Kaiser und der Herzog
- Besitztümer - Gerhard II., die Hildesheimer und die Reichsfürsten
- Konfliktmittel
- Angriff und Drohung
- Verwandte, Freunde und Verbündete
- Plünderung und Belagerung
- Konfliktbeilegung
- Vermittler
- Die (unmögliche) gütliche Beilegung
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit setzt sich zum Ziel, die Konfliktführung im 12. Jahrhundert anhand der Stederburger Chronik zu untersuchen. Sie analysiert, wie sich die bisherigen Forschungsergebnisse durch die Annales Stederburgenses bestätigen lassen oder einer Neubetrachtung bedürfen.
- Die Rolle der Stederburger Chronik im Kontext der mittelalterlichen Konfliktforschung
- Die Konfliktgründe im 12. Jahrhundert, insbesondere die Auseinandersetzungen zwischen dem Kaiser und dem Herzog
- Die eingesetzten Konfliktmittel, wie Gewaltanwendung und politische Strategien
- Möglichkeiten der Konfliktbeilegung, insbesondere die Rolle der Vermittler
- Die Analyse der Stederburger Chronik unter Berücksichtigung der Quellenlage und der historischen Kontext
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt die Relevanz des Themas Konfliktführung im Mittelalter dar und beleuchtet den aktuellen Forschungsstand. Es wird betont, dass die Annales Stederburgenses trotz ihrer Bedeutung in der Forschung bislang wenig Aufmerksamkeit erhalten haben. Die Arbeit soll diese Lücke schließen.
Kapitel 2.1. gibt einen Überblick über die Geschichte des Klosters Stederburg von seiner Gründung bis zur Entstehung der Chronik. Kapitel 2.2. widmet sich der Darstellung der Chronik selbst und deren Besonderheiten, die sie zu einem wichtigen Primärquellenmaterial machen. Kapitel 2.3. beleuchtet den Forschungsstand zur Konfliktführung im Mittelalter, der insbesondere durch die Arbeiten von Gerd Althoff geprägt ist.
Kapitel 3.1. analysiert die Konfliktgründe im 12. Jahrhundert. Hierbei wird der Fokus auf die Auseinandersetzungen zwischen dem Kaiser und dem Herzog gelegt, sowie auf die Streitigkeiten um Besitz und Macht zwischen Gerhard II., den Hildesheimern und den Reichsfürsten. Kapitel 3.2. untersucht die Konfliktmittel, die im 12. Jahrhundert eingesetzt wurden, wie z.B. Angriffe, Drohungen, die Nutzung von Verwandten und Verbündeten sowie Plünderungen und Belagerungen. Kapitel 3.3. erörtert verschiedene Möglichkeiten der Konfliktbeilegung, wobei die Rolle der Vermittler und die schwierige Situation der gütlichen Beilegung besonders hervorgehoben werden.
Schlüsselwörter
Konfliktführung, Mittelalter, Annales Stederburgenses, Stederburg, Chronik, Gerhard II., Kaiser Friedrich I., Heinrich der Löwe, Konfliktgründe, Konfliktmittel, Konfliktbeilegung, Vermittler, Quellenkritik, Historiographie.
- Arbeit zitieren
- Finn Erik Martin (Autor:in), 2018, Konfliktführung im 12. Jahrhundert. Auseinandersetzungen in der Historiografie am Beispiel der Steterburger Annalen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1301419