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Historischer Jesus und wirklicher Christus

Untersuchung anhand der Texte "Der sogenannte historische Jesus und der wirkliche, biblische Christus" von Martin Kähler und "Der wirkliche Christus der Grund unseres Glaubens" von Wilhelm Herrmann

Title: Historischer Jesus und wirklicher Christus

Seminar Paper , 2007 , 26 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Michael Schuft (Author)

Theology - Systematic Theology
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Summary Excerpt Details

Die Frage nach Jesus Christus stellen natürlich alle, die an ihn glauben, für die er wirkt. Es gab und gibt aber auch Menschen, die unabhängig des christologischen Dogmas nach ihm fragen und wissen wollen, wer dieser Mensch eigentlich war, wie er leibte und lebte, wie er zu dem wurde, der ans Kreuz ging. Es ist also durchaus verständlich, wenn es Menschen gibt, die nach Jesus von Nazareth fragen, weil sie in ihm den Christus erkannt haben und ihm glauben, der ihr fester Halt und Glaubensgrund ist. Ebenso verständlich ist es, wenn Menschen von der Person des Nazareners beeindruckt nach der historischen Gestalt frei aller christologischen „Ummantelung“ hinter der neutestamentlichen Überlieferung suchen. Die „Leben-Jesu-Forschung“ versuchte auf ihre Weise dies herauszustellen, indem sie auf die Einzigartigkeit der Biographie des Jesus von Nazareth hinweisen wollte. Aber ist es wirklich sinnvoll nach ihm zu suchen und zu forschen? Kann und darf Christologie darauf verzichten? Bedarf der Glaube des historischen Faktes oder sollte er nicht besser nach der geschichtlichen Wirklichkeit des Jesus Christus suchen? Mit Wilhelm Herrmann und Martin Kähler, der ausführlich argumentiert, warum er gerade in der Suche nach dem historischen Jesus einen Fehler sieht, haben wir nun zwei Menschen vor uns, die das Ansinnen der „Leben-Jesu-Forschung“ ablehnen und auf je ihre Weise herausstellen wollen, wo und wie Christus als der das Heil des Menschen Begründende zu finden ist, wie und wo er wirklich ist. Martin Kähler und Wilhelm Herrmann versuchen auf ihre je eigene Art zu zeigen, wo der letzte und feste Grund des Glaubens liegt.
Die Reihenfolge in der Darstellung der beiden Quellen folgt der Reihenfolge der Erscheinung, zumal Herrmann auf den Vortrag Kählers reagiert. Um zu zeigen, welchen Stellenwert der historische Jesus hat und was der wirkliche Christus ist, werde ich versuchen, die Positionen in gebotener Länge oder Kürze nachzuzeichnen, um dann die wichtigsten Punkte gegenüberzustellen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Martin Kähler: „Der sogenannte historische Jesus und der geschichtliche, biblische Christus“

1.1. Vorbemerkungen

1.2. Kählers Stellung zum „historischen Jesus“

1.3. Der wirkliche Jesus

1.3.1. Die Wirkungsgeschichte Jesu als Grund seiner Bedeutung

1.4. Folgen für den Umgang mit biblischen Texten

1.5. Bilanz Kähler

2. Wilhelm Herrmann: „Der geschichtliche Christus der Grund unseres Glaubens“

2.1. Vorbemerkungen

2.2. Herrmanns Stellung zum historischen Jesus und die Autorität der Schrift

2.3. Der Grund des Glaubens

2.4. Bilanz Herrmann

3. Historischer Jesus und wirklicher Christus

4. Resümee

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht das Spannungsverhältnis zwischen dem „historischen Jesus“ und dem „wirklichen, geschichtlichen Christus“ anhand der Positionen von Martin Kähler und Wilhelm Herrmann. Ziel ist es, die Frage zu klären, ob der christliche Glaube auf historische Fakten angewiesen ist oder ob er seinen festen Grund außerhalb der historisch-kritischen Forschung finden muss.

  • Kritische Auseinandersetzung mit der klassischen „Leben-Jesu-Forschung“
  • Differenzierung der Begriffe „historisch“ und „geschichtlich“ bei Martin Kähler
  • Wilhelm Herrmanns Konzept des Glaubensgrundes in der sittlichen Persönlichkeit Jesu
  • Vergleich und Gegenüberstellung der theologischen Ansätze beider Denker
  • Reflektion der Bedeutung Jesu für das christliche Glaubensverständnis

Auszug aus dem Buch

1.2. Kählers Stellung zum „historischen Jesus“

„Der sogenannte historische Jesus ist für die Wissenschaft nach dem Maßstabe moderner Biographie ein unlösbares Problem; denn die vorhandenen Quellen reichen nicht aus und die ersetzende Kunst ist diesem Problem nicht gewachsen.“

In einem ersten Schritt äußert Kähler seine Ablehnung gegenüber der „Leben-Jesu-Forschung“. Es geht ihm dabei nicht darum, die Gestalt des Jesus von Nazareth als nichtig zu erklären oder historisch in Frage zu stellen, sondern darum, herauszustellen, warum seine Erforschung unmöglich und unsinnig ist. Mit einem Verweis auf Luther verdeutlicht er, dass man zwar „Gottes Sohn gar nicht tief genug in unser Fleisch, in die Menschheit hineinziehen könnte“, „aber dies Wort hat ja nur dann einen Sinn, wenn dieser Christus mehr ist als ein Mensch.“ Dieses Faktum übersieht s. E. die „Leben-Jesu-Forschung“, denn der Holzweg, den sie beschreitet, macht aus ihn irgendeinen wirksamen Menschen der Vergangenheit, zu einer historischen Größe. Zudem fehlen, um ein Leben Jesu zu schreiben, die Quellen, die es nach den Maßstäben der modernen Geschichtswissenschaft bräuchte, um ein entsprechendes Bild des Lebens Jesu zeichnen zu können. Das Neue Testament scheidet für den ernstzunehmenden Geschichtsforscher hier als Quelle für eine Biographie Jesu aus, denn es bietet, mit Ausnahme der wenigen Kindheitserzählungen, ein „Trümmerfeld von Einzelüberlieferungen“, die überdies nur „von dem kürzesten Abschnitt seines Lebens“ berichten, aus denen die moderne Geschichtswissenschaft ein wissenschaftlich tragbares Bild des historischen Jesus selbst entwerfen müsste.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik ein, ob der Glaube an Jesus Christus historischer Fakten bedarf oder ob er einen anderen Grund benötigt, wobei die Positionen von Martin Kähler und Wilhelm Herrmann als Lösungsansätze vorgestellt werden.

1. Martin Kähler: „Der sogenannte historische Jesus und der geschichtliche, biblische Christus“: Kähler kritisiert die „Leben-Jesu-Forschung“ als Irrweg und plädiert dafür, den geschichtlichen Christus der Bibel von dem „sogenannten historischen Jesus“ zu unterscheiden.

1.1. Vorbemerkungen: Martin Kählers Ziel ist es, die Bedeutung der historischen Forschung zugunsten des wirklichen Christus, der durch die Bibel zu Wort kommt, in Frage zu stellen.

1.2. Kählers Stellung zum „historischen Jesus“: Kähler argumentiert, dass eine Biographie Jesu aufgrund mangelnder Quellen und der Subjektivität historischer Forschung unmöglich und für den Glauben irrelevant ist.

1.3. Der wirkliche Jesus: Der geschichtliche Christus ist für Kähler der gepredigte und geglaubte Christus, dessen Identität sich in seiner Wirkungsgeschichte entfaltet.

1.3.1. Die Wirkungsgeschichte Jesu als Grund seiner Bedeutung: Die Bedeutung Jesu liegt nicht in seinen Lebensumständen, sondern in der Kraft, die von seiner Auferstehung ausgeht und im apostolischen Zeugnis lebendig bleibt.

1.4. Folgen für den Umgang mit biblischen Texten: Biblische Texte sind nach Kähler keine historische Quelle, sondern Glaubenszeugnisse, die Christus als den Herrn verkündigen.

1.5. Bilanz Kähler: Kähler vertritt einen bibeltheologischen Ansatz, bei dem das Neue Testament als Verkündigung Offenbarung des Göttlichen ist, sieht sich jedoch im Widerspruch zwischen Historismus und ahistorischem Biblizismus.

2. Wilhelm Herrmann: „Der geschichtliche Christus der Grund unseres Glaubens“: Herrmann reagiert auf Kähler und betont, dass der geschichtliche Christus der Grund des Glaubens außerhalb der Schrift in der sittlichen Persönlichkeit Jesu zu finden ist.

2.1. Vorbemerkungen: Herrmann sucht nach einem unerschütterlichen Grund für den Glauben, da die historische Forschung die Autorität der Bibel als Gesetzbuch erschüttert hat.

2.2. Herrmanns Stellung zum historischen Jesus und die Autorität der Schrift: Herrmann lehnt wie Kähler die historische Forschung ab, da sie keine Basis für den Glauben bieten kann und die Bibel als bloße historische Urkunde den Glauben nicht selbständig macht.

2.3. Der Grund des Glaubens: Der unzerstörbare Grund des Glaubens ist für Herrmann die geschichtliche Wirklichkeit der Person Jesu in ihrer sittlichen Macht, die den Suchenden überzeugt.

2.4. Bilanz Herrmann: Herrmann unterscheidet scharf zwischen Grund und Inhalt des Glaubens, wobei Jesus als historisch unbezweifelbare sittliche Person den Glaubensgrund darstellt.

3. Historischer Jesus und wirklicher Christus: Ein Vergleich zeigt, dass beide Denker die „Leben-Jesu-Forschung“ ablehnen, aber unterschiedliche Ansätze in Bezug auf die Rolle der Bibel und den Sitz des Glaubensgrundes verfolgen.

4. Resümee: Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass der Glaube nicht auf historisch verifizierbaren Argumenten gründet, wobei die Frage nach der Bedeutung des historischen Jesus trotz ihrer Abfuhr an die Forschung als bleibende Herausforderung für die Theologie besteht.

Schlüsselwörter

Historischer Jesus, geschichtlicher Christus, Leben-Jesu-Forschung, Martin Kähler, Wilhelm Herrmann, Glaubensgrund, Glaube, Offenbarung, Bibelauslegung, Christologie, Wirkungsgeschichte, Apostolische Predigt, Sittlichkeit, Verkündigung, Neutestamentliche Überlieferung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das theologische Verhältnis zwischen der historisch-kritischen Forschung nach dem Leben Jesu und dem eigentlichen christlichen Glaubensgrund bei Martin Kähler und Wilhelm Herrmann.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die Abgrenzung zwischen historischem Faktum und geschichtlicher Wirklichkeit, die Kritik an der „Leben-Jesu-Forschung“ sowie die Frage nach der Autorität der Heiligen Schrift.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu klären, wo der feste Grund des christlichen Glaubens liegt, wenn die historische Forschung die Sicherheit über das Leben des historischen Jesus in Frage stellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die historisch-systematische Methode, indem sie die primären theologischen Texte von Kähler und Herrmann darstellt, analysiert und ihre Argumentationsgänge vergleichend gegenüberstellt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Analyse der Positionen von Kähler und Herrmann, gefolgt von einem direkten Vergleich ihrer Ansätze hinsichtlich des Glaubensgrundes und der Bewertung der Bibel.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind historischer Jesus, geschichtlicher Christus, Glaubensgrund, Wirkungsgeschichte und das Spannungsfeld zwischen Glauben und historischer Forschung.

Warum lehnt Martin Kähler die historische Forschung ab?

Kähler lehrt, dass die historische Forschung eine objektive Biographie Jesu konstruieren will, was er für unmöglich und für den Glauben als irrelevant erachtet, da dieser nicht an historische Fakten gebunden ist.

Wie unterscheidet sich Herrmanns Ansatz von dem Kählers?

Während Kähler den geschichtlichen Christus primär im biblischen Wort und der apostolischen Verkündigung findet, verortet Herrmann den Glaubensgrund außerhalb der Schrift in der unmittelbaren Erfahrung der sittlichen Macht der Person Jesu.

Welche Rolle spielt die „Leben-Jesu-Forschung“ für beide Autoren?

Beide Autoren betrachten die „Leben-Jesu-Forschung“ des 19. Jahrhunderts als einen theologischen Irrweg, da sie den lebendigen Christus durch historische Spekulationen verdeckt.

Wie wird das „Resümee“ der Arbeit bewertet?

Das Resümee stellt fest, dass die historische Frage nach Jesus trotz der Ablehnung durch die beiden Denker eine bleibende Relevanz für das Christentum hat, da eine Christologie ohne Bezug auf die Person Jesu kaum denkbar bleibt.

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Details

Title
Historischer Jesus und wirklicher Christus
Subtitle
Untersuchung anhand der Texte "Der sogenannte historische Jesus und der wirkliche, biblische Christus" von Martin Kähler und "Der wirkliche Christus der Grund unseres Glaubens" von Wilhelm Herrmann
College
Humboldt-University of Berlin  (Theologische Fakultät)
Course
Seminar "Texte zur Christologie"
Grade
1,3
Author
Michael Schuft (Author)
Publication Year
2007
Pages
26
Catalog Number
V129807
ISBN (eBook)
9783640363704
ISBN (Book)
9783640364183
Language
German
Tags
Historischer Jesus Christus Untersuchung Texte Jesus Christus Martin Kähler Christus Grund Glaubens Wilhelm Herrmann
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michael Schuft (Author), 2007, Historischer Jesus und wirklicher Christus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/129807
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