„Man wird nicht behaupten können, Leibniz ginge weniger weit als Hegel; es gibt bei ihm sogar mehr Tiefe, mehr Organismus oder bacchantisches Delirium in dem Sinne, wie der Untergrund über einen größeren Antrieb verfügt.“ (DELEUZE: 1992, S.75)
Dass LEIBNIZ eigentlich Idealist ist, war vor allem präsent in der Rezeption seines Wirkens im späten 18ten und 19ten Jahrhundert. Das Besondere an Leibniz ist aber neben seinem umfangreichen Ansprüchen in verschiedenen Wissenschaftsbereichen, auch die Verschränkung alles Wissen ineinander ‒ was sich auch in seiner Metaphysik niederschlägt. Er hat eine sehr feine Art Idealismus und Materialismus zusammenzudenken. Aus seinem zunächst offensichtlich idealistisch gefärbten spekulativen Denken lässt sich eine enorme Anzahl materialistischer Einflussnahme erkennen, die auch bis heute noch Gültigkeit haben und die zwar in ihrer Wirkung Descartes ähnlich, ihn aber an Einflussreichtum weit in den Schatten stellen. Dieses ist wie bereits erwähnt im feinen Verhältnis zwischen idealer und materieller Welt im Fall von LEIBNIZ begründet, das Thema der vorliegenden Arbeit sein soll.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Biographische Skizzen
- Was ist eine Monade?
- Monade vor Leibniz
- Monade bei Leibniz
- Descartes und Leibniz
- Kraftkonzept
- Exkurs: Monade nach Leibniz
- Wie funktioniert eine Monade?
- Beziehung von Monaden untereinander
- Hierarchie
- Verhältnis von Materiellen und Idee
- Neuer Typus gegenständlicher Systeme
- Keine Fenster
- Funktion Gottes
- Prästabilierte Harmonie
- Der Code und das Streben nach Erkenntnis
- Erkenntnislehre
- Existenzialistische Grundlagen
- Leibniz Zeit- und Freiheitsbegriff
- Kontingenz
- Verhältnis von Identität und Kausalität
- Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit befasst sich mit der Monadologie von Gottfried Wilhelm Leibniz und untersucht, wie er Idealismus und Materialismus in seiner Metaphysik miteinander verbindet. Sie analysiert die Konzeption der Monaden, ihre Funktionsweise und ihr Verhältnis zur materiellen Welt. Darüber hinaus werden Leibniz's Ideen zur Prästabilierten Harmonie, zur Erkenntnislehre und zum Verhältnis von Identität und Kausalität beleuchtet.
- Die Monadologie als Synthese von Idealismus und Materialismus
- Die Natur und Funktionsweise der Monaden
- Das Verhältnis von Monaden zur materiellen Welt
- Leibniz's Konzept der Prästabilierten Harmonie
- Die Rolle von Erkenntnis und Kausalität in Leibniz's Philosophie
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in die Thematik der Arbeit ein und beleuchtet die Rezeption von Leibniz's Werk im 18. und 19. Jahrhundert. Sie hebt die Besonderheit von Leibniz's Denken hervor, das Idealismus und Materialismus miteinander verbindet. Die biographischen Skizzen geben einen Überblick über Leibniz's Leben und Wirken, seine vielseitigen Interessen und seine Bedeutung für die Philosophiegeschichte. Das Kapitel "Was ist eine Monade?" beleuchtet die Entwicklung des Monadenbegriffs vor Leibniz, seine Definition bei Leibniz und seine Beziehung zu Descartes. Es werden auch Leibniz's Kraftkonzept und seine Vorstellung von der Monade als einem dynamischen, die Welt spiegelnden Wesen erläutert. Das Kapitel "Wie funktioniert eine Monade?" beschäftigt sich mit der Beziehung von Monaden untereinander und der Hierarchie der Monaden. Es wird auch die Frage nach der Kommunikation zwischen Monaden behandelt. Das Kapitel "Verhältnis von Materiellen und Idee" analysiert Leibniz's Konzept von der materiellen Welt als einer Ansammlung von Monaden. Es wird auch die Frage nach der Wahrnehmung und der Beziehung zwischen Monaden und der materiellen Welt behandelt. Das Kapitel "Funktion Gottes" beleuchtet Leibniz's Konzept der Prästabilierten Harmonie, das die Harmonie und Ordnung in der Welt erklärt. Es wird auch die Rolle Gottes in Leibniz's Philosophie behandelt. Das Kapitel "Der Code und das Streben nach Erkenntnis" befasst sich mit Leibniz's Erkenntnistheorie und seiner Vorstellung von der Erkenntnis als einem Prozess der Entfaltung des inneren Potenzials der Monaden. Es werden auch Leibniz's Zeit- und Freiheitsbegriff sowie seine Konzeption von Kontingenz und Kausalität behandelt.
Schlüsselwörter
Die Schlüsselwörter und Schwerpunktthemen des Textes umfassen die Monadologie, Gottfried Wilhelm Leibniz, Idealismus, Materialismus, Prästabilierte Harmonie, Erkenntnislehre, Kausalität, Identität, Metaphysik, Philosophiegeschichte, Descartes, Kraftkonzept, Dynamik, Beziehung, Hierarchie, Wahrnehmung, Funktion Gottes, Zeit, Freiheit, Kontingenz.
Häufig gestellte Fragen
Was ist eine Monade nach Leibniz?
Eine Monade ist für Leibniz eine unteilbare, geistige Einheit oder "einfache Substanz", die die Grundlage der gesamten Wirklichkeit bildet. Jede Monade spiegelt das gesamte Universum aus ihrer eigenen Perspektive wider.
Was bedeutet „Prästabilierte Harmonie“?
Es ist Leibniz' Theorie, dass Gott die Welt so perfekt erschaffen hat, dass alle Monaden (Körper und Seelen) ohne direkte Interaktion perfekt synchronisiert ablaufen – wie zwei Uhren, die exakt gleich gehen.
Wie verbindet Leibniz Idealismus und Materialismus?
Obwohl Leibniz' Metaphysik idealistisch ist (alles besteht aus geistigen Monaden), erklärt er die materielle Welt als ein Phänomen, das aus der Aggregation und Wahrnehmung dieser Monaden resultiert.
Warum sagt Leibniz, Monaden hätten „keine Fenster“?
Dieser berühmte Satz bedeutet, dass Monaden nicht direkt aufeinander einwirken können. Jede Veränderung einer Monade kommt aus ihrem eigenen inneren Streben (Appetitio) und nicht durch äußere Einflüsse.
Welche Rolle spielt Gott in der Monadologie?
Gott ist die "Zentralmonade" und der Schöpfer, der die Auswahl der "besten aller möglichen Welten" getroffen und die prästabilierte Harmonie zwischen allen Einzelsubstanzen eingerichtet hat.
Was unterscheidet Leibniz' Monaden von Descartes' Materiebegriff?
Während Descartes eine strikte Trennung von Geist (res cogitans) und ausgedehnter Materie (res extensa) lehrte, sieht Leibniz in der Materie keine tote Ausdehnung, sondern Ausdruck lebendiger Kraft und geistiger Einheiten.
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- Adam Rafinski (Autor), 2008, Gottfried Wilhelm Leibniz, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/129701