Die Sprache ist nicht nur für uns Menschen ein Mittel der Kommunikation, aber auch der Identifikation. Sie ist Erkennungsmerkmal und auch Charakteristikum der jeweiligen Person und gibt Hinweise auf die Herkunft. Zudem unterscheidet sie auch zwischen verschiedenen Völkern, etwa Deutschen, Franzosen und Italienern.
Doch in Südtirol (Norditalien) ist dieses eben gar nicht so einfach. Obwohl man hier noch einen Schritt weiter geht und sogar die ethnische Zugehörigkeit allein über die Sprache definieren lässt. Bei den in Italien alle zehn Jahre stattfindenden Volkszählungen müssen alle Bürgerinnen und Bürger (ab 14 Jahren) eine verpflichtende Erklärung zu ihrer jeweiligen Sprachzugehörigkeit abgeben. Diese wiederum hat einen erheblichen Einfluss auf die nächsten zehn Jahre. Denn anhand der Erklärung, welche Eltern für ihre unter 14-jährigen Kinder abgeben müssen, wird u.a. festgelegt, welche der Schulen besucht werden kann, da diese strikt nach Sprachen getrennt sind. Es reicht sogar bis hin „zur nach dem ethnischen Proporz geregelten Beschäftigung im Landesdienst“ (Wakenhut, 1999, S. 11).
Da auch noch alle Sprachgruppen für sich den Status der Minderheit beanspruchen, wird es noch komplexer. Dazu stellt Wakenhut fest: „Die deutschsprachigen Südtiroler verweisen auf ihre Minoritätensituation im Nationalstaat Italien, die italienischsprachigen Bewohner sehen sich in der Autonomen Provinz Bozen-Südtirol als Minderheit und die Ladiner als die zahlenmäßig kleinste Sprachgruppe verstehen sich als ´die´ Südtiroler Minderheit“ (1999, S.11).
Allein darin sind schon einige Probleme und Spannungen zu erkennen, doch es ist noch weitaus komplizierter. Da die ethnischen Gruppen formell gleichgestellt sind und es aber auch Sonderrechte u.ä. Vorzüge für Minderheiten gibt; jedem eine politische Teilhabe gewährt werden soll; die jeweiligen Werte, Normen und auch Forderungen sowohl politisch, als auch durch und in den Medien vertreten sein sollen; die jeweils anderen ethnischen Gruppen zur Übernahme der jeweils eigenen Traditionen bewegt werden sollen und im Ganzen sowieso ein schon langer historischer Konflikt zwischen den diversen Sprachen herrscht schwelen hier so einige Konflikte.....
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Das Amt für Weiterbildung
- Analyse der Sprachenlandschaft
- Ausblick
- Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Der Praktikumsbericht befasst sich mit der Mehrsprachigkeit in Südtirol, einem Gebiet mit einer komplexen Sprachenlandschaft. Der Bericht analysiert die Sprachenlandschaft und die Rolle der Mehrsprachigkeit in der Region, insbesondere im Kontext der Sprachförderung durch das Amt für Weiterbildung.
- Die historische Entwicklung der Sprachenlandschaft in Südtirol
- Die Rolle der Sprache als Identifikationsmerkmal und die Herausforderungen der Mehrsprachigkeit
- Die Bedeutung der Sprachförderung für die Integration und den Zusammenhalt in Südtirol
- Die Analyse der Sprachangebote und -programme des Amtes für Weiterbildung
- Die Herausforderungen und Chancen der Mehrsprachigkeit in Südtirol
Zusammenfassung der Kapitel
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Die Einleitung stellt die Bedeutung der Sprache als Kommunikations- und Identifikationsmittel dar und führt in die komplexe Sprachenlandschaft Südtirols ein. Sie beleuchtet die historische Entwicklung der Region und die Herausforderungen, die sich aus der Mehrsprachigkeit ergeben.
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Das Kapitel "Das Amt für Weiterbildung" beschreibt die Aufgaben und die Rolle des Amtes für Weiterbildung in der Sprachförderung in Südtirol. Es beleuchtet die Organisation des Amtes und die verschiedenen Bereiche der Sprachförderung, die es abdeckt.
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Das Kapitel "Analyse der Sprachenlandschaft" analysiert die Sprachenlandschaft Südtirols im Detail. Es betrachtet die verschiedenen Sprachgruppen, ihre Geschichte und ihre aktuelle Situation. Es beleuchtet die Herausforderungen und Chancen der Mehrsprachigkeit in der Region.
Schlüsselwörter
Die Schlüsselwörter und Schwerpunktthemen des Textes umfassen die Mehrsprachigkeit, Südtirol, Sprachenlandschaft, Sprachförderung, Amt für Weiterbildung, Sprachgruppen, Identifikation, Integration, Herausforderungen, Chancen, historische Entwicklung, aktuelle Situation.
Häufig gestellte Fragen
Warum ist die Sprache in Südtirol ein zentrales Identifikationsmerkmal?
In Südtirol wird die ethnische Zugehörigkeit über die Sprache definiert. Dies hat weitreichende Folgen für das tägliche Leben, von der Schulwahl bis hin zur Beschäftigung im öffentlichen Dienst.
Was ist die verpflichtende Sprachzugehörigkeitserklärung?
Bei der alle zehn Jahre stattfindenden Volkszählung müssen alle Bürger ab 14 Jahren erklären, welcher der drei Sprachgruppen (Deutsch, Italienisch, Ladinisch) sie angehören oder zugehören möchten.
Wie sind die Schulen in Südtirol sprachlich organisiert?
Die Schulen sind strikt nach Sprachen getrennt. Kinder besuchen primär Schulen ihrer erklärten Sprachgruppe, was die Integration fördern, aber auch die Trennung der Gemeinschaften zementieren kann.
Was bedeutet der „ethnische Proporz“?
Der Proporz regelt die Verteilung von Stellen im öffentlichen Dienst und sozialen Leistungen basierend auf der Größe der jeweiligen Sprachgruppen laut Volkszählung.
Welche Rolle spielt das Amt für Weiterbildung?
Das Amt für Weiterbildung ist zentral für die Sprachförderung verantwortlich. Es bietet Programme an, um die Mehrsprachigkeit zu unterstützen und den sozialen Zusammenhalt in der Region zu stärken.
- Arbeit zitieren
- André Nollmann (Autor:in), 2008, Aspekte der Mehrsprachigkeit am Beispiel Südtirols, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/129334