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Zur Entwicklung und Förderung emotionaler Intelligenz bei Kindern im Vorschulalter

Ein Trainingsprogramm für Eltern

Titel: Zur Entwicklung und Förderung emotionaler Intelligenz bei Kindern im Vorschulalter

Examensarbeit , 2000 , 141 Seiten , Note: 1,9

Autor:in: Nicole Ebrecht-Fuß (Autor:in)

Psychologie - Entwicklungspsychologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

1990 begann der Einzug der emotionalen Intelligenz in die wissenschaftliche Welt. Mit dem Bestseller „Emotional Intelligence“ (1995) von DANIEL GOLEMAN, schaffte es das Konzept der emotionalen Intelligenz auf die Titelseite des Time Magazine vom 2.Okt. 1995 mit dem Titel: „The EQ factor“.
Das Spektakuläre des Ansatzes der emotionalen Intelligenz ist die Annahme von GOLEMAN (1997), dass emotionale Intelligenz eine grundlegende Persönlichkeitseigenschaft sei . Dagegen gehen SALOVEY und MAYER (2000) davon aus, dass die emotionale Intelligenz eine wesentliche Voraussetzung für die optimale Funktionsfähigkeit der Persönlichkeit darstellt .
Diese Arbeit wurde im Fachbereich der Heilpädagogischen Psychologie geschrieben. Dennoch wurde es als wichtig erachtet, „über den Tellerrand hinaus zu schauen“ und diese Arbeit interdisziplinär zu reflektieren.
In der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts erleben wir ein noch nie da gewesenes Interesse am Wohlergehen der Kinder. Eltern erkennen, dass ihre täglichen Interaktionen einen tiefen Einfluss auf das Leben ihrer Kinder haben.
Das hängt u.a. damit zusammen, dass offenbar jede Kindergartengeneration klüger wird. Mit der derzeitigen Menge an Informationen war bis heute noch keine Generation konfrontiert. Welche Auswirkungen dieser Informations-, Medien- und Reizüberfluss haben wird, wird abzuwarten sein.
Es ist zu beobachten, dass parallel zu dieser Entwicklung, die emotionalen und sozialen Fähigkeiten der Kinder stark abnehmen (vgl. GOLEMAN 1997).
Vielen Sozialwissenschaftlern zu Folge, sind die Probleme heutiger Kinder auf die komplexen Veränderungen der Sozialstruktur zurückzuführen, die sich in den letzten vierzig Jahren entwickelt haben. Hierzu gehören gestiegene Scheidungs- und Trennungsraten, der extreme Negativeinfluss des Fernsehens und anderer Medien, die geringe Zeit, die Eltern mit ihren Kindern verbringen, u.v.m.. Akzeptiert man für einen Augenblick, dass die gesellschaftlichen Veränderungen unvermeidlich sind (zumindest zum größten Teil), stellt sich die Frage, wie man Kinder zu gesunden, glücklichen und zufriedenen Menschen erziehen kann (vgl. ebd. S. 25f).
Die vorliegende Arbeit möchte einen Beitrag dazu leisten.
Die Arbeit gliedert sich in zwei Hauptteile:
Teil 1 beinhaltet einen theoretischen Abriss der emotionalen Intelligenz. In Teil 2 wird das komplette Trainingsprogramm zur Entwicklung und Förderung von emotionaler Intelligenz bei Kindern im Vorschulalter dargestellt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Konzept der emotionalen Intelligenz

2.1. Emotionale Intelligenz

2.1.1. Emotion

2.1.2. Intelligenz

2.2. EQ vs IQ

2.3. Modelle der Emotionalen Intelligenz

2.3.1. Multiple Intelligenzen nach Gardner

2.3.2. Emotionale Intelligenz nach Goleman

2.3.3. Emotionale Intelligenz nach Salovey und Mayer

3. Entwicklungspsychologische Aspekte der emotionalen Intelligenz

4. Bisherige Versuche der Vermittlung von emotionaler Intelligenz

5. Vorbedingungen der Trainingskonzeption

5.1. Bedingungsanalyse

5.2. Zielformulierung

5.3. Zielgruppe

5.4. Einsatz des Trainingsprogramms

6. Das Trainingsprogramm

6.1. Vorwort

6.2. Manual für Anwender (Eltern)

6.2.1. Einleitung

6.2.2. Was ist emotionale Intelligenz?

6.2.3. Bei sich selbst beginnen oder - Vorbildfunktion der Eltern

6.2.4. Allgemeine Prinzipien

6.2.4.1. Wie Sie das Selbstwertgefühl Ihres Kindes fördern können

6.2.4.2. Kinder benehmen sich nicht daneben

6.2.4.3. „Familienregeln“ aufstellen

6.2.4.4. „Spezielle Zeit“ mit ihrem Kind

6.2.4.5. Bejahende Disziplin

6.2.4.6. Kinder richtig kritisieren

6.2.4.7. Kinder richtig loben

6.2.4.8. Ehrlichkeit statt Selbsttäuschung

6.2.4.9. Immer höflich sein?

6.2.4.10. Misserfolg und Chance

6.2.5. Gefühle wahrnehmen (Selbstwahrnehmung)

6.2.6. Mit eigenen Gefühlen angemessen umgehen (Selbststeuerung)

6.2.7. Sich in andere Menschen einfühlen (Empathie)

6.2.8. Der Umgang mit Menschen/Beziehungen (Soziale Kompetenz)

6.2.9. Das Rollenspiel

6.2.10. Geschichten erzählen

6.2.11. Entspannung

6.2.12. Weitere Kinderbuchempfehlungen

6.2.13. „Das letzte Wort“

7. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Ziel dieser Arbeit ist die Erstellung eines praxisorientierten Trainingsprogramms für Eltern zur gezielten Entwicklung und Förderung der emotionalen Intelligenz bei Kindern im Vorschulalter, um durch gestärkte emotionale Kompetenzen die langfristige Lebensqualität der Kinder positiv zu beeinflussen.

  • Grundlagen und Definitionen des Konzepts der emotionalen Intelligenz
  • Entwicklungspsychologische Voraussetzungen der emotionalen Intelligenz im Kindesalter
  • Methoden zur Vermittlung emotionaler Kompetenzen im häuslichen Alltag
  • Vorbildfunktion und elterliche Interaktionsstile
  • Praktische Übungen und Techniken (z.B. Atemübungen, Rollenspiele) zur Förderung der Selbstwahrnehmung und -steuerung

Auszug aus dem Buch

Wut

Wut ist jenes Gefühl, das die Menschen am schlechtesten unter Kontrolle bringen können (vgl. TICE in GOLEMAN 1997, S. 83). Wut ist tief in uns verwurzelt und beruht auf Kampf- oder Fluchtreaktionen, die entstehen, wenn wir uns in Gefahr fühlen. Während für unsere Vorfahren die Wut lebenserhaltende Funktion im Kampf um das Überleben hatte, muss das häufige Vorkommen von Wutausbrüchen heutzutage anders beurteilt werden.

Während sich die Wut in einem aufbäumt, treibt ein selbstgerechter, innerer Monolog sie nur noch an und liefert die überzeugendsten Argumente dafür, unserer Wut freien Lauf zu lassen. Wut wirkt, anders als z.B. Traurigkeit, nämlich anspornend und belebend (vgl. ebd.).

Bei Wut werden körperliche Stressreaktionen ausgelöst, die der Energiemobilisierung dienen (Ausschüttung von Adrenalin und Noradrenalin). Die Mimik verändert sich: Stirnrunzeln; starrer, drohender Blick; Aufblähen der Nasenflügel; Entblößen der Zähne, bzw. Zusammenpressen der Zähne und/oder der Lippen... .

Sie als Eltern sollten wissen, dass Wut oft eine Sekundärreaktion ist. Das bedeutet, dass fast immer ein anderes Gefühl hinter der Wut steckt (oft Eifersucht, Gefühle von Unterdrückung oder Kränkung...). Wut gehört zu den sogenannten „Feuermeldergefühlen“, wie auch Ärger, Verlegenheit, Scham und Schuld. Die „Feuermeldergefühle“ sind dazu da, Informationen einzuholen, was gebraucht wird, um nicht in dem problematischen Zustand zu verharren. Oft werden „Feuermeldergefühle“ unterdrückt oder genau das Gegenteil passiert: Das Gefühl (z.B. Wut) bricht explosionsartig aus, oft ohne das die Handlung kontrolliert werden kann. Das Individuum sollte sich fragen, welche Bedürfnisse nicht gedeckt werden oder welcher Umstand diese Gefühle an die Oberfläche bringt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beschreibt den Aufstieg des Konzepts der emotionalen Intelligenz in Wissenschaft und Gesellschaft und begründet die Relevanz der Förderung sozial-emotionaler Fähigkeiten bei Kindern.

2. Das Konzept der emotionalen Intelligenz: Bietet einen theoretischen Überblick, definiert Emotion und Intelligenz und vergleicht maßgebliche wissenschaftliche Modelle (Gardner, Goleman, Salovey/Mayer).

3. Entwicklungspsychologische Aspekte der emotionalen Intelligenz: Beleuchtet die Grundlagen und den Verlauf der emotionalen Entwicklung bei Kindern, inklusive der Bedeutung von Bindung und frühen sozialen Lernprozessen.

4. Bisherige Versuche der Vermittlung von emotionaler Intelligenz: Analysiert den Stand der Forschung zu Interventionsprogrammen und stellt fest, dass bisher kaum spezifische Angebote für das Vorschulalter außerhalb therapeutischer Kontexte existieren.

5. Vorbedingungen der Trainingskonzeption: Definiert die Voraussetzungen, Zielgruppen und Zielsetzungen des entwickelten Trainingsprogramms für Eltern.

6. Das Trainingsprogramm: Bildet den Kern der Arbeit und enthält das konkrete Manual für Eltern mit Übungen, Erziehungsprinzipien und Kinderbuchempfehlungen.

7. Schlussbetrachtung: Reflektiert die Anforderungen an eine mögliche praktische Umsetzung und weist auf die Notwendigkeit einer soliden Operationalisierung des Konzepts hin.

Schlüsselwörter

Emotionale Intelligenz, Eltern, Vorschulalter, Erziehung, Training, Selbstwahrnehmung, Selbststeuerung, Empathie, Sozialkompetenz, Impulskontrolle, Bindung, Vorbildfunktion, Kinderliteratur, Wut, Entwicklung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Entwicklung und Förderung emotionaler Intelligenz bei Kindern im Vorschulalter durch ein speziell konzipiertes Trainingsprogramm für Eltern.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Feldern gehören die theoretische Fundierung emotionaler Intelligenz, entwicklungspsychologische Grundlagen, elterliche Erziehungskompetenzen sowie praktische Methoden zur Stärkung der Kinder im Alltag.

Welches Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?

Das primäre Ziel ist es, Eltern einen anwendbaren Leitfaden an die Hand zu geben, um die Basisfertigkeiten emotionaler Intelligenz ihrer Kinder im alltäglichen Familienleben aktiv zu fördern.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender Modelle der emotionalen Intelligenz und der Entwicklungspsychologie, die in ein praxisorientiertes, erzieherisches Konzept (Manual) überführt werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Abriss zu verschiedenen Modellen emotionaler Intelligenz und einen umfangreichen Praxisteil, der konkrete Prinzipien wie bejahende Disziplin, das richtige Kritisieren und Loben sowie Techniken zur Entspannung und Empathieförderung vermittelt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Emotionale Intelligenz, Erziehung, Selbstwahrnehmung, Empathie und Eltern-Kind-Beziehung definiert.

Warum ist das Vorschulalter besonders wichtig für die Förderung emotionaler Intelligenz?

Der Autor betont, dass in den ersten Lebensjahren die Gehirnentwicklung am schnellsten voranschreitet und in dieser Zeit die wichtigsten Weichen für soziale und emotionale Kompetenzen gestellt werden.

Welche Rolle spielt die "Vorbildfunktion" der Eltern?

Die Arbeit unterstreicht, dass Kinder primär durch die Spiegelung und Imitation des elterlichen Verhaltens lernen; Eltern sind daher die wichtigsten Instanzen für das emotionale Lernen ihrer Kinder.

Wie geht die Autorin mit Wutausbrüchen bei Kindern um?

Die Autorin empfiehlt Strategien wie die „Vier-Schritte-Technik“ zur Impulskontrolle, das bewusste Erkennen emotionaler Kennzeichen und die Nutzung von Geschichten, um Kindern zu helfen, Gefühle als legitime Signale zu verstehen und zu kanalisieren.

Was ist das "Gutenachtgespräch"?

Das Gutenachtgespräch ist eine gezielte Methode, um am Ende des Tages in ruhiger Atmosphäre über Gefühle, Erlebnisse und Bedürfnisse zu sprechen, was dem Kind hilft, den Tag zu verarbeiten und sicher einzuschlafen.

Ende der Leseprobe aus 141 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Zur Entwicklung und Förderung emotionaler Intelligenz bei Kindern im Vorschulalter
Untertitel
Ein Trainingsprogramm für Eltern
Hochschule
Universität zu Köln  (Heilpädagogische Fakultät)
Note
1,9
Autor
Nicole Ebrecht-Fuß (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2000
Seiten
141
Katalognummer
V129207
ISBN (eBook)
9783640347285
ISBN (Buch)
9783640347513
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Entwicklung Förderung Intelligenz Kindern Vorschulalter Trainingsprogramm Eltern
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Nicole Ebrecht-Fuß (Autor:in), 2000, Zur Entwicklung und Förderung emotionaler Intelligenz bei Kindern im Vorschulalter , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/129207
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  141  Seiten
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