Das Ziel dieser Forschung ist eine zusammenfassende-qualitative Primäranalyse zur Identifikation der Zukunftsaussichten einer Demokratisierung von Unternehmen. Was bedeutet eine Demokratisierung der Wirtschaft? Wie drückt sich Mitbestimmung in der heutigen Arbeitswelt aus? Welche zukünftigen Chancen und Grenzen einer Demokratisierung von Unternehmen können anhand des neuen Europäischen Rahmen abgeleitet werden? Die ersten zwei Forschungsfragen wurden mithilfe einer umfangreichen Literaturarbeit beantwortet. Im Zuge dessen wurde konstatiert, dass die Beteiligung von Arbeitnehmer*innen in Deutschland zwar durch Mitbestimmungsrechte gesichert ist, jedoch die Praxisformen enorm variieren und somit die faktische Existenz nicht durch die rechtliche Normierung garantiert wird. Zur Beantwortung der dritten Forschungsfrage wurde eine qualitative Inhaltsanalyse durchgeführt, welche den neuen Rahmen zum Thema „Demokratie am Arbeitsplatz“ des Europäischen Parlaments untersucht. Die ausgewählte Methode zeigt auf, dass die allgemeine Beteiligung von Arbeitnehmer*innen durch eine Aktualisierung der derzeitigen Rahmenbedingungen gestärkt werden kann. Gleichzeitig ist der neue EU-Rahmen sehr abstrakt und grenzt die Möglichkeiten zur mehr Mitbestimmung am Arbeitsplatz durch ungreifbare Formulierungen ein. In Anbetracht dessen ist nun die EU-Kommission für die Implementierung konkreter gesetzlicher Rahmenbedingungen zuständig, um eine erfolgreiche Demokratisierung von Unternehmen in Zukunft zu ermöglichen.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einführung in die Arbeit
- 1.1 Problemstellung und -abgrenzung
- 1.2 Zielsetzung der Arbeit
- 1.3 Gang der Untersuchung
- 2. Theoretische Grundlagen der Mitbestimmung
- 2.1 Begriffsherleitung und Erscheinungsformen
- 2.2 Bedeutung der Demokratisierung
- 2.3 Rechtliche Verankerung
- 2.3.1 Differenzierung zwischen Betrieb und Unternehmen
- 2.3.2 Betriebsverfassungsgesetz
- 2.3.3 Unternehmensmitbestimmung
- 3. Demokratische Unternehmen in Deutschland
- 3.1 Ausgangssituation
- 3.2 Perspektiven der Mitbestimmung
- 3.2.1 Vorteile
- 3.2.2 Nachteile und Herausforderungen
- 3.3 Politisch-rechtliche Diskrepanzen
- 4. Qualitative Untersuchung anhand des neuen EU-Rahmen
- 4.1 Methodisches Vorgehen einer qualitativen Inhaltsanalyse
- 4.1.1 Bestimmung des Ausgangsmaterials
- 4.1.2 Fragestellung der Analyse
- 4.1.3 Ablaufmodell
- 4.1.4 Gütekriterien
- 4.2 Praktische Umsetzung
- 4.2.1 Forschungsgegenstand
- 4.2.2 Datenerhebung
- 4.2.2.1 Paraphrasierung
- 4.2.2.2 Generalisierung
- 4.2.2.3 Kategoriensystem
- 4.2.2.4 Erste und zweite Reduktion
- 4.2.3 Zusammenfassende Datenauswertung
- 5. Zukunftsaussichten der Demokratisierung
- 5.1 Interpretation der Ergebnisse
- 5.1.1 Chancen
- 5.1.2 Grenzen
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit analysiert die Zukunftsaussichten einer Demokratisierung von Unternehmen. Sie untersucht die Bedeutung von Mitbestimmung in der heutigen Arbeitswelt und analysiert den neuen Europäischen Rahmen zum Thema „Demokratie am Arbeitsplatz“. Die Forschungsfragen befassen sich mit der Definition von Demokratisierung in Unternehmen, der aktuellen Ausgestaltung von Mitbestimmung und der Chancen und Grenzen, die der neue EU-Rahmen bietet.
- Begriff und Erscheinungsformen der Mitbestimmung
- Rechtliche Verankerung von Mitbestimmung in Deutschland
- Auswirkungen von Mitbestimmung auf Unternehmen und Arbeitnehmer
- Analyse des neuen EU-Rahmens zur Demokratisierung von Unternehmen
- Zukunftsaussichten und Herausforderungen der Demokratisierung von Unternehmen
Zusammenfassung der Kapitel
Die Arbeit beginnt mit einer Einführung in die Thematik und stellt die Problemstellung sowie die Zielsetzung der Arbeit vor. Kapitel 2 analysiert die theoretischen Grundlagen der Mitbestimmung und beleuchtet die Begriffsherleitung, die Bedeutung der Demokratisierung und die rechtliche Verankerung in Deutschland. In Kapitel 3 werden die aktuellen Herausforderungen und Chancen der Mitbestimmung in Deutschland beleuchtet. Kapitel 4 befasst sich mit der qualitativen Inhaltsanalyse des neuen EU-Rahmens zur Demokratisierung von Unternehmen.
Schlüsselwörter
Die Arbeit befasst sich mit den Themen Mitbestimmung, Demokratisierung, Unternehmenskultur, Arbeitnehmerbeteiligung, EU-Rahmen, qualitative Inhaltsanalyse, Chancen und Grenzen. Der Fokus liegt auf der Analyse des neuen EU-Rahmens zur Demokratisierung von Unternehmen und der Auswirkungen auf die Mitbestimmung in Deutschland.
Häufig gestellte Fragen
Was versteht man unter der Demokratisierung von Unternehmen?
Unter Demokratisierung versteht man die stärkere Einbindung und Mitbestimmung von Arbeitnehmern in betriebliche und unternehmerische Entscheidungsprozesse über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinaus.
Wie ist die Mitbestimmung in Deutschland rechtlich geregelt?
Die Mitbestimmung ist vor allem durch das Betriebsverfassungsgesetz (für die betriebliche Ebene) und die Gesetze zur Unternehmensmitbestimmung (für die Vertretung im Aufsichtsrat) verankert.
Welche Rolle spielt der neue EU-Rahmen für die Mitbestimmung?
Der neue Rahmen des Europäischen Parlaments zielt darauf ab, die Beteiligung von Arbeitnehmern zu stärken, wird jedoch in der Arbeit aufgrund seiner abstrakten Formulierungen auch kritisch betrachtet.
Was sind die größten Herausforderungen bei der Demokratisierung am Arbeitsplatz?
Herausforderungen liegen in der Diskrepanz zwischen rechtlicher Normierung und tatsächlicher Praxis sowie in der abstrakten Ausgestaltung internationaler Richtlinien durch die EU-Kommission.
Welche Methode wurde zur Untersuchung des EU-Rahmens genutzt?
Die Arbeit nutzt eine qualitative Inhaltsanalyse, um das Material des Europäischen Parlaments zum Thema „Demokratie am Arbeitsplatz“ systematisch auszuwerten.
- Quote paper
- Johanna Buck (Author), 2022, Power to the people. Mehr Mitbestimmung für Arbeitnehmer*innen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1291730