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"Cultural Hacking" als Form kritischer Pädagogik im kunstpädagogischen Feld. Eine Diskussion am Beispiel der Intervention "Der Schlüssel zur Stadt"

Título: "Cultural Hacking" als Form kritischer Pädagogik im kunstpädagogischen Feld. Eine Diskussion am Beispiel der Intervention "Der Schlüssel zur Stadt"

Trabajo Escrito , 2020 , 26 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Frederike Gadeberg (Autor)

Pédagogie - Educación artística
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Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit zwei Fragen – Erstens: Wie ist dieses emanzipatorische Vokabular bei den Formulierungen der Autor*innen des KCs zu lesen? Und zweitens: Inwiefern lässt sich Cultural Hacking als kritische Praxis und somit als stellvertretend für kritische Kunst/Pädagogik verhandeln? Da sich diese Arbeit im kunst/pädagogischen Feld verortet, liegt der Fokus in der Fragestellung darauf, Cultural Hacking am Beispiel von „Der Schlüssel zur Stadt“ als eine potentielle Erscheinungs- und Anwendungsform kritischer Kunst/Pädagogik zu diskutieren.

Die Frage „Wem gehört die Stadt?“ löst oftmals eine Debatte aus. Als Reaktion auf solche Überlegungen intervenieren die Künstler*innenkollektive „Rocco und seine Brüder“ und „Dies Irae“ 2019 in das Programm der Berliner Werbeanlagen. Ihre Kritik gilt hierbei der passiven Rolle der Bewohner*innen durch das wirtschaftsbezogene System in der Gestalt von analoger Werbung in Berlin. In Form zivilen Ungehorsams entwerfen sie einen materiellen und zugleich symbolischen Schlüssel für die Kästen der City-Light-Poster, um der Bevölkerung Raum für die aktive Mitgestaltung von Werbeflächen zu verschaffen. Die Kunstaktion „Der Schlüssel zur Stadt“ findet sich als Videoformat zu jeder Zeit online kostenlos abrufbar. Die Intervention der Künstler*innenkollektive liest sich als eine exemplarische Realisierung von „Cultural Hacking“. Cultural Hacking stellt eine protestierende Form von Kunst dar, dessen Akteur*innen sich wie ein Virus in fremde Systeme einsiedeln. Die in den Systemen vorgefundene Codes werden hierbei nicht widerspruchslos hingenommen, sondern (re-)dechiffriert.

Vor einem solchen Hintergrund drängt sich die Hypothese auf, dass „Cultural Hacking“ als kritische Praxis zu bezeichnen ist. Hinter Kritik verbirgt sich jedoch weniger ein geschützter als vielmehr ein inflationär gebrauchter Begriff. Auch im curricularen Leitfaden des Schulfaches Kunst lautet es, der Unterricht sollte „die Selbstständigkeit, die eigenen Fragehaltungen sowie die Reflexions- und Kritikfähigkeit“ von Schüler*innen zu fördern.

Extracto


Gliederung

1 Hinführung

2 Theorie und Arbeitsbegriff

2.1 Der Kritik-Begriff mit Foucault

2.2 Der Kritik-Begriff aus kunst/pädagogischer Perspektive

3 Cultural Hacking

3.1 Inhaltliche Hinführung

3.2 Cultural Hacking am Beispiel von Der Schlüssel zur Stadt

4 Diskussion und Reflexion vor dem Hintergrund kritischer Kunst/Pädagogik

5 Resümee

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, inwiefern „Cultural Hacking“ als Form kritischer Pädagogik im kunstpädagogischen Feld verstanden werden kann, wobei die Intervention „Der Schlüssel zur Stadt“ als zentrales Fallbeispiel dient.

  • Analyse des Begriffs der Kritik unter Bezugnahme auf Michel Foucault.
  • Untersuchung des pädagogischen Paradoxons im Kontext kunstpädagogischer Praxis.
  • Erforschung von „Cultural Hacking“ als widerständige und ästhetische Interventionsform.
  • Kritische Diskussion der Intervention „Der Schlüssel zur Stadt“ hinsichtlich ihrer Wirksamkeit und Ideologie.
  • Reflektion über Möglichkeiten der kritischen Kunstvermittlung im öffentlichen Raum.

Auszug aus dem Buch

3.1 Inhaltliche Hinführung

Schon 2005 verhandeln T. DÜLLO und F. LIEBL Cultural Hacking als „Kunst des Strategischen Handelns“. Begrifflich ließe sich ‚Hack‘ in seinem Ursprung als „Ausdruck für journalistisches Arbeiten mit unorthodoxen Mitteln“ bezeichnen. Im Kontext von Datenverarbeitung handelt es sich beim Hacken schließlich darum, „Umwege zu machen und kreative Lösungen zu entwickeln.“ Die Autoren schreiben der Hacking-Praxis die Ideen von „Zweckentfremdung, des konzeptionellen Bastelns [...] und der Umcodierung“ zu. Die Praxis äußere sich außerdem darin, Entferntes zusammenzufügen, sodass es logisch werde und hieraus „[n]eue Ähnlichkeitssysteme entstehen.“ Anhand unterschiedlicher Beweise stellen LIEBL et al. fest, dass sich Hacking tatsächlich als Kulturtechnik etablert habe.

LIEBL charakterisiert Cultural Hacking in sechs Schritten:

Im Mittelpunkt von Cultural Hacking stünden fremde Systeme, die mithilfe von Störungen desorientiert bzw. re-orientiert werden, wodurch neue Strukturen entstehen können.

Cultural Hacking zeichne sich durch „das Ineinanderaufgehen von Ernst und Spiel“ als postironisch aus.

Methodisch bediene sich Cultural Hacking auf performative Weise an experimentellen Verfahren, wie bspw. einer Zweckentfremdung.

Cultural Hacking könne sich auch in der „Rückführung auf eine ursprüngliche Zweckbestimmung“ äußern.

Zwar können sich Äußerungsformen des Cultural Hacking dilettantisch lesen lassen, tatsächlich handelt es sich jedoch um eine „kalkulierte und präzise Intervention ins System“.

Schließlich bezeichnet Liebl Cultural Hacking metaphorisch als eine Praxis, die Viren kreiere und disseminiere.

In Anlehnung an M. DE CERTEAUS Kunst des Handelns nehme Cultural Hacking darüber hinaus eine strategische Dimension an. Künstler*innen, die sich im Cultural Hacking verorten lassen, agieren „[z]weifellos kritisch in der Diagnose herrschender Bedingungen“ – kooperieren aber dennoch mittels Subversivität und Spiel, „teils auch parasitär und viral vorgehend.“

Zusammenfassung der Kapitel

1 Hinführung: Die Einleitung führt in die Problematik der Werbeflächen im öffentlichen Raum ein und begründet die Relevanz der Forschungsfrage im kunstpädagogischen Kontext.

2 Theorie und Arbeitsbegriff: Dieses Kapitel erarbeitet auf Basis von Foucault einen Arbeitsbegriff der Kritik und ergänzt diesen um eine kunstpädagogische Perspektive.

3 Cultural Hacking: Es wird das theoretische Fundament von „Cultural Hacking“ gelegt und die spezifische Intervention „Der Schlüssel zur Stadt“ detailliert vorgestellt.

4 Diskussion und Reflexion vor dem Hintergrund kritischer Kunst/Pädagogik: Die Ergebnisse der theoretischen Analyse und des praktischen Beispiels werden zusammengeführt und kritisch diskutiert.

5 Resümee: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Reflexion über das Potential von Cultural Hacking als kritische Praxis.

Schlüsselwörter

Cultural Hacking, Kritische Pädagogik, Kunstpädagogik, Intervention, Stadtsoziologie, Michel Foucault, Der Schlüssel zur Stadt, Kritikbegriff, Kunstvermittlung, Subversivität, Zweckentfremdung, öffentlicher Raum, Pädagogisches Paradoxon.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Potential von „Cultural Hacking“ als eine Form kritischer pädagogischer Praxis im kunstpädagogischen Feld.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf dem modernen Kritikbegriff, den Machtstrukturen im öffentlichen Raum und der Rolle von künstlerischen Interventionen gegen diese Strukturen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die zentrale Frage lautet, inwiefern „Cultural Hacking“ als eine Form kritischer Pädagogik gelesen und diskutiert werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Diskursanalyse, vor allem basierend auf Michel Foucault, kombiniert mit einer praxisnahen Diskussion der Intervention „Der Schlüssel zur Stadt“.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden der theoretische Rahmen (Kritik und pädagogisches Handeln), das Konzept des Cultural Hacking und das Fallbeispiel „Der Schlüssel zur Stadt“ nacheinander analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Cultural Hacking, kritische Pädagogik, Machtverhältnisse, öffentliche Werbeflächen und subversive Strategien.

Wie unterscheidet die Autorin zwischen Foucaults Kritikbegriff und der künstlerischen Praxis?

Die Autorin hebt hervor, dass Foucault Kritik als eine dauerhafte Haltung und Praxis versteht, während Cultural Hacking diese Haltung in konkrete, spielerische und oft subversive Handlungen innerhalb bestehender Systeme transformiert.

Wird die Intervention „Der Schlüssel zur Stadt“ völlig unkritisch bewertet?

Nein, die Arbeit stellt auch kritische Rückfragen an das Kollektiv, insbesondere darüber, ob die Interventionen tatsächlich von Passant*innen rezipiert werden oder ob sie sich in einer paternalistischen pädagogischen Geste verlieren.

Lässt sich Cultural Hacking eindeutig der pädagogischen Neutralität zuordnen?

Die Arbeit verdeutlicht, dass pädagogische Praxis nie völlig neutral ist und Cultural Hacking das pädagogische Potenzial besitzt, festgefahrene Wahrheitskonstruktionen durch Ironie und Irritation aufzubrechen.

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Detalles

Título
"Cultural Hacking" als Form kritischer Pädagogik im kunstpädagogischen Feld. Eine Diskussion am Beispiel der Intervention "Der Schlüssel zur Stadt"
Calificación
1,0
Autor
Frederike Gadeberg (Autor)
Año de publicación
2020
Páginas
26
No. de catálogo
V1290548
ISBN (PDF)
9783346755926
ISBN (Libro)
9783346755933
Idioma
Alemán
Etiqueta
cultural hacking form pädagogik feld eine diskussion beispiel intervention schlüssel stadt
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Frederike Gadeberg (Autor), 2020, "Cultural Hacking" als Form kritischer Pädagogik im kunstpädagogischen Feld. Eine Diskussion am Beispiel der Intervention "Der Schlüssel zur Stadt", Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1290548
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