In der vorliegenden Arbeit sollen die wesentlichen zivil- und steuerrechtlichen Gesichtspunkte dargestellt werden, die für die Anerkennung der Gemeinnützigkeit von Vereinen von Relevanz sind.
Das hochkomplexe deutsche Steuersystem umfasst inzwischen rund vierzig Steuern und Abgaben, die sowohl Auswirkungen auf den einzelnen Bürger als auch auf supranationale Unternehmen haben. Das deutsche Steuerrecht lebt von ständigen Änderungen und ist bekannt für seine nahezu einzigartige Perfektion. Eine zentrale Bedeutung im Alltag der Deutschen nimmt das freiwillige und gemeinwohlorientierte Engagement in gemeinnützigen Organisationen und Vereinen ein.
Daneben betätigen sich viele Menschen in Deutschland als Mitglieder in Gewerkschaften oder in politischen Parteien. Die in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten erlebten Proteste und Bewegungen, wie beispielsweise die im Rahmen des Bahnhofsprojektes Stuttgart 21 oder die in der Folge der internationalen Finanzmarktkrise, zeigen ähnlich wie die zahlreichen spontanen Solidarisierungswellen in der Phase von Hochwasserereignissen oder der von der Öffentlichkeit als Willkommenskultur bezeichneten Solidarität mit den Menschen in der Flüchtlingskrise, dass sich in Deutschland mit Hilfe von föderal aufgestellten Großorganisationen, Non-Profit-Organisationen und insbesondere den zahlreichen Vereinen eine bedeutende Vereinskultur entwickelt hat.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Problemstellung
- Zielsetzung und Gang der Arbeit
- Zivilrechtliche Grundlagen
- Begriffsbestimmung
- Wirtschaftlicher Verein
- Idealverein
- Nichtrechtsfähiger Idealverein
- Rechtsfähiger Idealverein
- Gründung des eingetragenen Vereins
- Vereinszweck
- Organe des Vereins
- Vereinsregisteranmeldung und Eintragung
- Exkurs: Vorverein
- Anforderungen an die Satzung
- Haftung des eingetragenen Vereins
- Beendigung des Vereins
- Gemeinnützigkeitsrecht
- Steuerbegünstigte Zwecke
- Gemeinnützige Zwecke nach § 52 AO
- Katalog der gemeinnützigen Zwecke i.S.d. § 52 Abs. 2 S. 1 AO
- Selbstlosigkeit und Mittelverwendung nach § 55 AO
- Ausschließlichkeit nach § 56 AO
- Unmittelbarkeit nach § 57 AO
- Vier Sektoren des Gemeinnützigkeitsrechts
- Ideeller Bereich
- Vermögensverwaltung
- Zweckbetrieb
- Wohlfahrtspflege nach § 66 AO
- Krankenhäuser nach § 67 AO
- Sportliche Veranstaltungen nach § 67a AO
- Einzelne Zweckbetriebe nach § 68 AO
- Steuerpflichtiger wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb
- Altmaterialsammlungen i.S.d. § 64 Abs. 5 AO
- Gewinnpauschalierung nach § 64 Abs. 6 AO
- Ertrag- und umsatzsteuerliche Auswirkungen
- Körperschaftsteuer
- Gewerbesteuer
- Einkommensteuer
- Umsatzsteuer
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit der Vereinsbesteuerung im deutschen Steuerrecht und untersucht die relevanten zivil- und steuerrechtlichen Aspekte. Ziel ist es, ein umfassendes Verständnis der rechtlichen Rahmenbedingungen für Vereine zu entwickeln und die steuerlichen Auswirkungen ihrer Tätigkeit zu beleuchten. Die Arbeit betrachtet dabei sowohl die Gründung und Organisation von Vereinen als auch deren gemeinnützige Tätigkeit und die damit verbundenen steuerlichen Privilegien.
- Zivilrechtliche Grundlagen des Vereinsrechts
- Gemeinnützigkeitsrecht und dessen Voraussetzungen
- Die verschiedenen Sektoren des Gemeinnützigkeitsrechts
- Ertrag- und umsatzsteuerliche Auswirkungen der Vereinstätigkeit
- Praktische Relevanz der Vereinsbesteuerung
Zusammenfassung der Kapitel
Die Arbeit beginnt mit einer Einleitung, in der die Problemstellung und die Zielsetzung der Arbeit erläutert werden. Im Anschluss werden die zivilrechtlichen Grundlagen des Vereinsrechts behandelt, wobei die verschiedenen Arten von Vereinen und deren rechtliche Voraussetzungen im Fokus stehen. Der dritte Teil widmet sich dem Gemeinnützigkeitsrecht, wobei die steuerbegünstigten Zwecke, die Voraussetzungen für die Gemeinnützigkeit und die verschiedenen Sektoren des Gemeinnützigkeitsrechts untersucht werden. Schließlich werden die ertrag- und umsatzsteuerlichen Auswirkungen der Vereinstätigkeit in einem eigenen Kapitel behandelt.
Schlüsselwörter
Vereinsbesteuerung, Zivilrecht, Steuerrecht, Gemeinnützigkeit, Steuerbegünstigte Zwecke, Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer, Einkommensteuer, Umsatzsteuer, Vereinsgründung, Vereinsrecht, Satzung, Vereinsregister, Haftung, Vereinsbeendigung, Gemeinnützigkeitsrecht, Sektoren des Gemeinnützigkeitsrechts, Steuerliche Privilegien, Steuerliche Auswirkungen
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen einem Idealverein und einem wirtschaftlichen Verein?
Ein Idealverein verfolgt primär nicht-wirtschaftliche Zwecke (z.B. Sport, Kultur), während ein wirtschaftlicher Verein auf einen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb ausgerichtet ist.
Welche Voraussetzungen müssen für die Gemeinnützigkeit erfüllt sein?
Der Verein muss Zwecke verfolgen, die die Allgemeinheit fördern. Zudem gelten die Prinzipien der Selbstlosigkeit, Ausschließlichkeit und Unmittelbarkeit nach der Abgabenordnung (AO).
Was sind die „vier Sektoren“ im Gemeinnützigkeitsrecht?
Man unterscheidet den ideellen Bereich, die Vermögensverwaltung, den Zweckbetrieb und den steuerpflichtigen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb.
Welche Steuern fallen für Vereine an?
Je nach Tätigkeit können Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer und Umsatzsteuer anfallen. Gemeinnützige Vereine genießen jedoch weitreichende Befreiungen, solange sie sich im Rahmen ihrer steuerbegünstigten Zwecke bewegen.
Was muss in einer Vereinssatzung stehen?
Die Satzung muss den Namen, Sitz und Zweck des Vereins enthalten sowie Regelungen über den Ein- und Austritt von Mitgliedern, Vorstandsbestellungen und die Verwendung des Vermögens bei Auflösung.
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- Peer Niklas Gustav Lange (Author), 2020, Die Vereinsbesteuerung im deutschen Steuerrecht. Betrachtung unter zivil- und steuerrechtlichen Gesichtspunkten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1278255