Das Märchen "Sneewittchen" der Brüder Grimm ist das bekannteste in deutschsprachigen Ländern. Nach seiner ersten Veröffentlichung im KHM 1812 folgte die erste Verfilmung Disneys "Snow White and the Seven Dwarfs" im Jahr 1937. Als weltweit erster Animationsfilm in Spielfilmlänge wurde er mit einem Oscar ausgezeichnet und trug damit zur Filmgeschichte bei. Mit Bezug auf Freuds Strukturmodell der Psyche soll geprüft werden, ob SW tatsächlich eine Selbstverwirklichung in beiden Werken durchläuft. Bei einer Widerlegung SWs Verkörperung des Guten oder dem Ausschluss einer glücklichen Zukunft für das gute SW mit dem Prinzen bestätigt sich das Happy Bad End.
Das Happy End wird in der Disney-Verfilmung vor dem Abspann mit folgendem Satz angekündigt: "...and they lived happily ever after". Als Merkmal eines Märchens werde das Happy End von den Lesenden erwartet, welches das Ziel der Hauptfigur nach der zu bewältigenden Konfliktsituation markiere. Trotz des Veröffentlichungsabstandes beider Werke bleibt die Moral der Geschichte dieselbe: Das Gute besiegt das Böse.
Welche Formen des Bösen die Stiefmutter in beiden Werken vertritt, soll auch untersucht werden. Dabei wird auf die Darstellung der Stiefmutter in Grimms Märchen eingegangen und mit ihrer Darstellung in der Disney-Verfilmung verglichen. Dem Ergebnis gegenüberstellend soll ermittelt werden, inwieweit SW insbesondere trotz der Tötung ihrer Stiefmutter in Grimms Märchen die Verkörperung des Guten darstellt. Der Konflikt zwischen SW und ihrer Stiefmutter sowie deren Bekämpfung gilt in den sogenannten Selbstverwirklichungsphasen als Voraussetzung für das Gute in SW.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Einleitung
- 2 Die böse Stiefmutter
- 2.1 Die Schönste im ganzen Land
- 2.2 Die Hexe der schwarzen Magie
- 3 Die Selbstverwirklichungsphasen
- 3.1 Das Zwergenhaus
- 3.2 Warum das Böse sterben muss
- 3.3 SWs aktive versus passive Bekämpfung des Bösen
- 3.4……….and they lived happily ever after?
- 4 Zusammenfassung und Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit vergleicht die Moral in Grimms Märchen „Sneewittchen“ und Disneys „Snow White and the Seven Dwarfs“, um herauszufinden, inwiefern sich die unterschiedliche Art des Todes der Stiefmutter auf die Interpretation des „Happy End“ auswirkt. Dabei werden die Darstellungen der Stiefmutter und Snow White in beiden Werken untersucht und im Kontext der Selbstverwirklichungsphasen analysiert.
- Analyse der Stiefmutter als Verkörperung des Bösen
- Untersuchung der Selbstverwirklichungsphasen von Snow White
- Interpretation des Sterbens der Stiefmutter als Folge ihrer Handlungen
- Bedeutung des Prinzen für das Happy End
- Bewertung des Happy End im Kontext der Moral der Geschichten
Zusammenfassung der Kapitel
Kapitel 1: Einleitung
Die Einleitung stellt den Kontext des Vergleichs zwischen Grimms „Sneewittchen“ und Disneys „Snow White and the Seven Dwarfs“ dar und beleuchtet den Erfolg beider Werke in ihren jeweiligen historischen Kontexten. Sie führt in die Thematik des Happy Ends ein und stellt die Frage nach der Moral der Geschichten im Hinblick auf das Sterben der Stiefmutter.
Kapitel 2: Die böse Stiefmutter
Dieses Kapitel untersucht die Darstellung der Stiefmutter in beiden Werken. Es werden die unterschiedlichen Aspekte ihrer Persönlichkeit und ihre Motivationen beleuchtet und miteinander verglichen.
Kapitel 3: Die Selbstverwirklichungsphasen
Dieses Kapitel analysiert die Selbstverwirklichungsphasen von Snow White in beiden Werken im Kontext der Auseinandersetzung mit ihrer Stiefmutter. Es werden die unterschiedlichen Formen der Bekämpfung des Bösen untersucht und die Bedeutung des Prinzen für das Happy End beleuchtet.
Schlüsselwörter
Die Arbeit fokussiert auf die Schlüsselbegriffe Moral, Happy End, Selbstverwirklichung, Stiefmutter, Snow White, Grimms Märchen, Disney-Verfilmung und die entsprechenden Interpretationen im Kontext der beiden Werke. Die Analyse bezieht sich auf die Figurencharakterisierung, die Handlungsstrukturen und die unterschiedlichen Interpretationen des Sterbens der Stiefmutter.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Hauptunterschied zwischen Grimms Sneewittchen und Disneys Snow White?
Ein wesentlicher Unterschied liegt in der Art des Todes der Stiefmutter und der aktiven bzw. passiven Rolle von Snow White bei der Bekämpfung des Bösen.
Wird das "Happy End" in beiden Werken gleich dargestellt?
Während Disney das Happy End explizit ankündigt ("happily ever after"), hinterfragt die Arbeit kritisch, ob bei Grimm durch die Grausamkeit am Ende wirklich von einem reinen Happy End gesprochen werden kann.
Welche Rolle spielt Freuds Strukturmodell in der Analyse?
Mithilfe des Modells wird geprüft, ob Snow White eine echte psychologische Selbstverwirklichung durchläuft oder lediglich ein Symbol für das Gute bleibt.
Wie wird die Stiefmutter charakterisiert?
Sie wird als Verkörperung des Bösen, als eitle Rivalin ("die Schönste im Land") und als Hexe der schwarzen Magie analysiert.
Was symbolisiert das Zwergenhaus für Snow White?
Das Zwergenhaus wird als eine der Selbstverwirklichungsphasen betrachtet, in der Snow White lernt, sich in einer neuen sozialen Struktur zu behaupten.
Warum muss das Böse (die Stiefmutter) am Ende sterben?
In der Moral beider Märchenfassungen ist der Tod des Bösen die Voraussetzung für die glückliche Zukunft des Guten und markiert den Abschluss des Reifeprozesses.
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- Vivian Rossow (Author), 2022, Grimms Märchen "Sneewittchen" und Disneys "Snow White and the Seven Dwarfs". Ein Vergleich der Moralen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1278053