Beim Kino des Dritten Reiches denken viele Menschen heutzutage hauptsächlich an Propagandafilme wie „Jud Süß“ und „Hitlerjunge Quex“, an die Dramen mit Zarah Leander oder an die Revue- und Musikfilme mit Marika Rökk. Es entstanden aber neben den offensichtlichen Propaganda- und Unterhaltungsfilmen, die beide als jeweiliges Extrem der Zeit angesehen werden können, noch viele weitere Filme, die schwieriger zu klassifizieren sind.
Preußische Führer waren bereits von Beginn der Filmgeschichte an begehrte Filmmotive. Im Dritten Reich haben diese sogenannten Preußenfilme jedoch nochmals eine Wandlung mitgemacht. Worin diese Veränderungen liegen, woran sie erkennbar und deutlich werden, und in wiefern die Preußenfilme, die schon vorher der Verherrlichung des preußischen Reiches und deren Königen und Führern dienten, erst im Dritten Reich ausgeschlachtet wurden um Hitlers Politik zu rechtfertigen, soll die folgende Arbeit zeigen. So spielt die Handlung von „Bismarck“, „Der große König“ und Co zwar im Preußen der Vergangenheit, aber die Bezüge auf die aktuelle politische Lage im Deutschland des Dritten Reiches, und auch in Europa sind mehr als offensichtlich. Die Darstellung und Nutzung Preußens zur Propaganda der Nationalsozialisten werden in dieser Arbeit analysiert. Diese Tendenzen und nationalsozialistischen Elemente werden beispielhaft anhand von Wolfgang Liebeneiners „Bismarck“ und Veit Harlans „Der große König“ herausgearbeitet.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Die Rolle der Historienfilme im Dritten Reich
- Geschichte und Geschichten mit Vorbildfunktion
- Fortsetzung einer Tradition
- Der,,Preußenfilm“ im Dritten Reich
- Festgelegte Darstellung
- Propagandafilm oder nicht?
- Das Führerprinzip
- Preußische Helden als Hitlers Vorfahren
- Vergangenheit und Gegenwart
- Preußens Verhältnisse zum Ausland als Spiegel der NS-Politik
- Die Darstellung des „Eisernen Kanzlers“
- Der,,Eiserne Kanzler“ als nationaler Held
- Legitimation der Abschaffung des Mehrparteiensystems
- Bismarck, der wahre und alleinige Führer
- Legitimation der Pressezensur
- Eine beispielhafte Familie
- Die Darstellung des „großen Königs“
- Frühe Fridericus-Filme der Nationalsozialisten
- Der große König
- Die Worte Hitlers verpackt als die Friedrich des Großen
- Völlige Unterwerfung: Der Führer, seine Armee und das Volk
- Die mythische Gestalt Friedrichs
- Das Mythische erhält menschliche Züge
- Glaube an Führer und Fahne
- Resümee
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit analysiert die Darstellung preußischer Führer in Filmen des Dritten Reiches. Sie untersucht, wie diese Filme die Geschichte des preußischen Reiches und seiner Herrscher nutzten, um die NS-Ideologie zu propagieren und zu rechtfertigen. Der Fokus liegt auf der Analyse von zwei Filmen: „Bismarck“ (1940) von Wolfgang Liebeneiner und „Der große König“ (1942) von Veit Harlan.
- Die Rolle der Historienfilme in der NS-Propaganda
- Die Darstellung des Führerprinzips in den Preußenfilmen
- Die Verherrlichung preußischer Helden als Vorbilder für den Nationalsozialismus
- Die Verbindung zwischen preußischer Geschichte und der NS-Ideologie
- Die Instrumentalisierung der Vergangenheit zur Legitimation der NS-Politik
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Diese Einleitung stellt die Thematik der Arbeit vor und erklärt die Bedeutung der Preußenfilme im Kontext der NS-Propaganda.
- Die Rolle der Historienfilme im Dritten Reich: Dieses Kapitel untersucht die Rolle, die Historienfilme im Dritten Reich spielten, insbesondere im Hinblick auf ihre Funktion als Propagandainstrumente.
- Die Darstellung des „Eisernen Kanzlers“: Dieses Kapitel analysiert die Darstellung Bismarcks im Film „Bismarck“ von Wolfgang Liebeneiner und zeigt, wie dieser Film zur Legitimation des Führerprinzips und der NS-Politik beitrug.
- Die Darstellung des „großen Königs“: Dieses Kapitel analysiert die Darstellung Friedrichs des Großen im Film „Der große König“ von Veit Harlan und zeigt, wie dieser Film die NS-Ideologie durch die Verherrlichung eines preußischen Helden verbreitete.
Schlüsselwörter
Preußenfilme, Nationalsozialismus, Propaganda, Führerprinzip, Historienfilm, Bismarck, Friedrich der Große, „Bismarck“, „Der große König“, Veit Harlan, Wolfgang Liebeneiner, Geschichte, Politik, Ideologie.
Häufig gestellte Fragen
Was waren "Preußenfilme" im Dritten Reich?
Preußenfilme waren Historienfilme, die das preußische Reich und seine Anführer (wie Bismarck oder Friedrich den Großen) verherrlichten, um die NS-Ideologie und Hitlers Politik zu legitimieren.
Wie wurde Bismarck in NS-Filmen instrumentalisiert?
Bismarck wurde als "Eiserner Kanzler" und nationaler Held dargestellt, um das Führerprinzip, die Abschaffung des Mehrparteiensystems und die Pressezensur im Dritten Reich zu rechtfertigen.
Welche Rolle spielt der Film "Der große König"?
Der Film von Veit Harlan (1942) stellt Friedrich den Großen als mythische Führergestalt dar, wobei Hitlers Worte oft direkt in den Mund des preußischen Königs gelegt wurden, um Gehorsam einzufordern.
Warum nutzten die Nationalsozialisten preußische Geschichte?
Preußische Helden wurden als "Vorfahren" Hitlers inszeniert, um eine historische Kontinuität und eine Vorbildfunktion für das NS-Regime zu suggerieren.
Welche Regisseure waren für diese Filme bekannt?
Wichtige Regisseure waren Wolfgang Liebeneiner (für "Bismarck") und Veit Harlan (für "Der große König").
- Quote paper
- Luc Wildanger (Author), 2006, Die Darstellung der preußischen Führer im Film des Dritten Reiches, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/126972