Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Frage nach den erkenntnistheoretischen Grenzen der Wissenschaft und den Erkenntnismöglichkeiten von Spiritualität durch die Gegenüberstellung von Konstruktivem Realismus und der Philosophie des Advaita Vedanta. Damit eng verbunden ist die Frage nach dem Wahrheitsanspruch und der Erkenntnis einer absoluten Wirklichkeit.
Durch die Gegenüberstellung der indisch-orthodoxen Philosophiesysteme mit dem Konstruktiven Realismus, werden die Argumente, die gegen ein positivistisches Fundament im Forschungsbereich anzuführen sind, herausgearbeitet. Diese
Gegenüberstellung ist im Sinne des Konstruktiven Realismus eine Verfremdung, da eine Wissenschaftstheorie mit einer Philosophie auf gleiche Stufe gesetzt wird, um deren explizite und implizite Annahmen zu enttarnen. Besondere Bedeutung gewinnen in diesem Verfremdungsprozess die Erkenntnismöglichkeiten in den Bereichen der Wissenschaft und Spiritualität, die auch klar den kulturellen
Hintergrund verständlich machen. Zuletzt wird auf die unterschiedlichen Erkenntnisebenen eingegangen und die Differenzen herausgearbeitet. Es wird gezeigt, dass sich Wissenschaft und Spiritualität in gewisser Weise ergänzen, da die
Grenzen der Wissenschaft, den Ausgangspunkt der Spiritualität markieren. Das Ziel der Arbeit ist die Darstellung der unterschiedlichen Erkenntnismöglichkeiten des Menschen aus Sicht des Konstruktiven Realismus und der indisch orthodoxen Philosophiesysteme. Aus Sicht des Konstruktiven Realismus ist es nicht möglich, über den Bereich der Realität erkenntnismäßig
hinauszugelangen. Weiters wird im Rahmen dieser Arbeit gezeigt, dass es zwar aus Sicht der Wissenschaft nicht möglich ist, diesen Quantensprung von der Realität in die Wirklichkeit zu vollziehen, dass es aber das Anliegen der Spiritualität ist, zur Gewahrwerdung der Wirklichkeit zu gelangen. Während Wissenschaft bisher dem Anspruch der Erkenntnis der Wirklichkeit aus
unterschiedlichen Gründen nicht gerecht werden konnte, eröffnet Spiritualität eine Möglichkeit, die Grenzen der Wissenschaft und somit der Rationalität zu überschreiten.
Inhaltsverzeichnis
- Widmung und Danksagung
- Kurzzusammenfassung
- Einleitung (Kapitel 1)
- Indische Kultur und Philosophie
- Religiöse Vorstellungen des Hinduismus
- Konstruktiver Realismus (Kapitel 2)
- Vergleich: Konstruktiver Realismus und Advaita Vedanta (Kapitel 3)
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Dissertation untersucht die erkenntnistheoretischen Grenzen der Wissenschaft und die Möglichkeiten spiritueller Erkenntnis. Sie vergleicht den Konstruktiven Realismus mit der Philosophie des Advaita Vedanta, um den Wahrheitsanspruch von Wissenschaft und die Möglichkeit der Erkenntnis einer absoluten Wirklichkeit zu beleuchten.
- Erkenntnistheoretische Grenzen der Wissenschaft
- Erkenntnismöglichkeiten der Spiritualität
- Vergleich des Konstruktiven Realismus und Advaita Vedanta
- Der Wahrheitsanspruch von Wissenschaft und Spiritualität
- Die Möglichkeit der Erkenntnis einer absoluten Wirklichkeit
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik ein und präsentiert die Grundzüge der Arbeit. Sie beschreibt den Aufbau in drei Abschnitte: die Vorstellung der indischen Kultur, der orthodoxen Philosophiesysteme und religiösen Vorstellungen des Hinduismus; die Darstellung und Diskussion des Konstruktiven Realismus nach Wallner; und schließlich den Vergleich und die Gegenüberstellung dieser beiden Perspektiven. Der Fokus liegt auf der Herausarbeitung von Argumenten gegen ein positivistisches Fundament in der Forschung durch den Vergleich, der als "Verfremdung" im Sinne des Konstruktiven Realismus verstanden wird, um implizite Annahmen aufzudecken und die Erkenntnispotenziale von Wissenschaft und Spiritualität im kulturellen Kontext zu beleuchten.
Konstruktiver Realismus: Dieses Kapitel widmet sich der ausführlichen Darstellung und Diskussion des Konstruktiven Realismus, wie er von Professor Wallner und seinem Team entwickelt wurde. Es wird die epistemologische Position des Konstruktiven Realismus detailliert erläutert, einschließlich seiner zentralen Annahmen und Implikationen für die wissenschaftliche Erkenntnis. Die Darstellung beinhaltet eine eingehende Auseinandersetzung mit den methodologischen Aspekten und den Grenzen der wissenschaftlichen Erkenntnisfähigkeit innerhalb dieses Rahmens. Besonderes Augenmerk liegt auf der Klärung der Konzepte von Realität und Wirklichkeit im Kontext des Konstruktiven Realismus, um den späteren Vergleich mit dem Advaita Vedanta vorzubereiten. Hier werden die wesentlichen Unterschiede zwischen wissenschaftlicher Erfahrung und spiritueller Erkenntnis im Kontext des Konstruktiven Realismus herausgearbeitet.
Vergleich: Konstruktiver Realismus und Advaita Vedanta: Dieses Kapitel bildet den Kern der Arbeit und stellt den Konstruktiven Realismus dem Advaita Vedanta gegenüber. Es analysiert die Gemeinsamkeiten und Unterschiede beider Systeme im Hinblick auf ihre epistemologischen Grundlagen und ihren Wahrheitsanspruch. Die Gegenüberstellung dient dazu, die Argumente gegen einen positivistischen Forschungsansatz zu verstärken und die komplementären Aspekte von wissenschaftlicher und spiritueller Erkenntnis aufzuzeigen. Die Diskussion konzentriert sich auf die unterschiedlichen Erkenntniswege und -ebenen, um die Grenzen der Wissenschaft als Ausgangspunkt für spirituelle Einsichten herauszustellen. Der Vergleich beleuchtet, wie die Unmöglichkeit der wissenschaftlichen Erkenntnis absoluter Wirklichkeit aus Sicht des Konstruktiven Realismus als Ausgangspunkt für die spirituelle Suche nach der Gewahrwerdung der Wirklichkeit verstanden werden kann.
Schlüsselwörter
Wissenschaft, Spiritualität, Wirklichkeit, Konstruktiver Realismus, Advaita Vedanta, Erkenntnistheorie, Realität, Wahrheitsanspruch, kultureller Kontext, wissenschaftliche Grenzen, spirituelle Erkenntnis.
Häufig gestellte Fragen (FAQ) zur Dissertation: Konstruktiver Realismus und Advaita Vedanta
Was ist der Gegenstand dieser Dissertation?
Die Dissertation untersucht die erkenntnistheoretischen Grenzen der Wissenschaft und die Möglichkeiten spiritueller Erkenntnis. Sie vergleicht den Konstruktiven Realismus mit der Philosophie des Advaita Vedanta, um den Wahrheitsanspruch von Wissenschaft und die Möglichkeit der Erkenntnis einer absoluten Wirklichkeit zu beleuchten.
Welche Themen werden behandelt?
Die zentralen Themen sind die erkenntnistheoretischen Grenzen der Wissenschaft, die Erkenntnismöglichkeiten der Spiritualität, der Vergleich des Konstruktiven Realismus und Advaita Vedanta, der Wahrheitsanspruch von Wissenschaft und Spiritualität sowie die Möglichkeit der Erkenntnis einer absoluten Wirklichkeit.
Wie ist die Dissertation aufgebaut?
Die Arbeit gliedert sich in drei Kapitel: Eine Einleitung, ein Kapitel zum Konstruktiven Realismus und ein Kapitel zum Vergleich von Konstruktivem Realismus und Advaita Vedanta. Die Einleitung stellt die indische Kultur und Philosophie sowie den Hinduismus vor. Das zweite Kapitel erläutert den Konstruktiven Realismus detailliert. Das dritte Kapitel bildet den Kern der Arbeit und vergleicht beide Perspektiven, um die komplementären Aspekte von wissenschaftlicher und spiritueller Erkenntnis aufzuzeigen.
Was ist der Konstruktive Realismus und wie wird er in der Dissertation behandelt?
Die Dissertation behandelt den Konstruktiven Realismus nach Wallner und seinem Team. Es wird die epistemologische Position, die zentralen Annahmen, methodologische Aspekte und die Grenzen der wissenschaftlichen Erkenntnisfähigkeit innerhalb dieses Rahmens detailliert erläutert. Besonderes Augenmerk liegt auf den Konzepten von Realität und Wirklichkeit im Kontext des Konstruktiven Realismus.
Welche Rolle spielt der Advaita Vedanta?
Der Advaita Vedanta wird als Gegenpart zum Konstruktiven Realismus verwendet. Der Vergleich analysiert Gemeinsamkeiten und Unterschiede beider Systeme hinsichtlich epistemologischer Grundlagen und Wahrheitsanspruch. Ziel ist es, die Argumente gegen einen positivistischen Forschungsansatz zu stärken und die komplementären Aspekte von wissenschaftlicher und spiritueller Erkenntnis aufzuzeigen.
Was ist das zentrale Argument der Dissertation?
Die Dissertation argumentiert gegen ein positivistisches Fundament in der Forschung. Durch den Vergleich von Konstruktivem Realismus und Advaita Vedanta werden implizite Annahmen aufgedeckt und die Erkenntnispotenziale von Wissenschaft und Spiritualität im kulturellen Kontext beleuchtet. Die Unmöglichkeit der wissenschaftlichen Erkenntnis absoluter Wirklichkeit aus Sicht des Konstruktiven Realismus wird als Ausgangspunkt für die spirituelle Suche nach der Gewahrwerdung der Wirklichkeit verstanden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Dissertation?
Schlüsselwörter sind: Wissenschaft, Spiritualität, Wirklichkeit, Konstruktiver Realismus, Advaita Vedanta, Erkenntnistheorie, Realität, Wahrheitsanspruch, kultureller Kontext, wissenschaftliche Grenzen, spirituelle Erkenntnis.
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- Mag. Dr. Martin Gostentschnig (Autor), 2009, Wissenschaft & Spiritualität - Eine Abgrenzung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/126740