Für dieses Forschungsinteresse wurde ein Methodenmix aus qualitativer und quantitativer Inhaltsanalyse gewählt. Dabei sollen Instagram-Posts mit den Hashtags #angststörung und #angstundpanikstörungen sowie den dazugehörigen Kommentaren untersucht werden. In einem ersten Schritt wurden bereits die Kategorien für das Codebuch sowohl induktiv mithilfe einer qualitativen Inhaltsanalyse als auch deduktiv aus der aktuellen Literatur abgeleitet. In einem weiteren Schritt wird das finale Sample von 60 Posts angelehnt an die quantitative Inhaltsanalyse nach Rössler (2017) analysiert. Schließlich sollen die erzielten Erkenntnisse über die Darstellung und Entstigmatisierung von Angststörungen auf Instagram die bestehende Forschungslücke füllen und zu einer weiteren Forschung anregen.
Soziale Medien bieten im Gesundheitskontext die Möglichkeit, sich offen mit anderen Nutzern über Krankheiten, so auch psychische Störungen, auszutauschen. Dabei können einerseits hilfreiche Tipps für eine Krankheitsbewältigung kommuniziert werden, andererseits beinhaltet der offene Umgang mit der eigenen Erkrankung Aufklärungspotenzial. Diese kann wiederum zu mehr gesellschaftlicher Akzeptanz und einer Entstigmatisierung führen. Da Aufklärungskampagnen bisher wenig Erfolg zugeschrieben wird, sehen Forscher in der etablierten Plattform Instagram ein großes Potenzial für Entstigmatisierung.
Diese Befunde beruhen auf Studien, die sich hauptsächlich mit dem offenen Austausch über Depressionen in sozialen Medien befasst haben. Zu einem öffentlichen Diskurs über Angststörungen liegt dagegen noch wenig Forschung vor. Meist werden in Studien zu Angststörungen mehrere psychischen Krankheiten gleichzeitig thematisiert. Um diesem Forschungsdefizit entgegenzuwirken, fokussiert sich diese Forschungsarbeit auf die Entstigmatisierung von Angststörungen auf Instagram. Folgende forschungsleitende Fragen wurden formuliert: Wie werden Angststörungen von Betroffenen in Instagram-Posts dargestellt? Wie werden Angststörungen auf Instagram stigmatisiert? Inwiefern findet eine Entstigmatisierung durch Postende auf Instagram statt? Inwiefern findet eine Entstigmatisierung durch Nutzer-Kommentare auf Instagram statt?
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 2. Theoretischer Hintergrund
- 2.1 Angststörung als psychische Erkrankung
- 2.2 Konstrukt Stigma
- 2.3 Stigmatisierung psychischer Erkrankungen in der Gesellschaft
- 2.4 Soziale Medien im Kontext der Entstigmatisierung
- 2.5 Herleitung der Forschungsfragen
- 3. Methodisches Vorgehen
- 3.1 Design und Sample
- 3.2 Operationalisierung zentraler Variablen
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Forschungsarbeit untersucht die Entstigmatisierung von Angststörungen in sozialen Medien, insbesondere auf der Plattform Instagram. Sie konzentriert sich auf die Darstellung von Angststörungen durch Betroffene und die Art und Weise, wie diese in den sozialen Medien stigmatisiert werden. Darüber hinaus wird untersucht, inwiefern eine Entstigmatisierung durch Posts und Nutzerkommentare auf Instagram stattfindet.
- Darstellung von Angststörungen in Instagram-Posts
- Stigmatisierung von Angststörungen auf Instagram
- Entstigmatisierung von Angststörungen durch Posts auf Instagram
- Entstigmatisierung von Angststörungen durch Nutzerkommentare auf Instagram
- Forschungsdefizit zu Angststörungen in sozialen Medien
Zusammenfassung der Kapitel
Kapitel 1 führt in das Thema ein und stellt die Relevanz von Entstigmatisierung im Kontext von Angststörungen heraus. Es wird auf die besondere Bedeutung sozialer Medien im Hinblick auf Aufklärung und gesellschaftliche Akzeptanz psychischer Erkrankungen hingewiesen. Die Forschungsarbeit fokussiert sich auf die Entstigmatisierung von Angststörungen auf Instagram und formuliert die relevanten Forschungsfragen.
Kapitel 2 erläutert den theoretischen Hintergrund der Forschung, indem es das Krankheitsbild der Angststörung beleuchtet und das Konstrukt Stigma im Kontext psychischer Erkrankungen beleuchtet. Darüber hinaus wird die Rolle von sozialen Medien im Zusammenhang mit Entstigmatisierung beleuchtet.
Kapitel 3 beschreibt die methodischen Vorgehensweisen der Studie, die sich auf eine Kombination aus qualitativer und quantitativer Inhaltsanalyse von Instagram-Posts stützt. Die Kategorien für die Analyse werden sowohl induktiv als auch deduktiv aus der aktuellen Literatur gewonnen.
Schlüsselwörter
Angststörungen, Entstigmatisierung, Soziale Medien, Instagram, Inhaltsanalyse, Stigma, Psychische Erkrankung, Gesellschaftliche Akzeptanz, Online-Kommunikation.
Häufig gestellte Fragen
Welches Ziel verfolgt diese Forschungsarbeit auf Instagram?
Die Arbeit untersucht, wie Angststörungen auf Instagram dargestellt werden und inwiefern die Plattform zur Entstigmatisierung dieser psychischen Erkrankung beiträgt.
Warum wird Instagram als Potenzial für Entstigmatisierung gesehen?
Soziale Medien ermöglichen einen offenen Austausch und Aufklärung, was zu mehr gesellschaftlicher Akzeptanz führen kann, da traditionelle Kampagnen oft weniger Erfolg haben.
Welche Hashtags wurden für die Untersuchung analysiert?
Es wurden Instagram-Posts mit den Hashtags #angststörung und #angstundpanikstörungen sowie die dazugehörigen Nutzerkommentare untersucht.
Welche Methode wurde für die Inhaltsanalyse gewählt?
Es wurde ein Methodenmix aus qualitativer (induktiv) und quantitativer (deduktiv) Inhaltsanalyse angewendet, basierend auf einem Sample von 60 Posts.
Welche Forschungsfragen stehen im Mittelpunkt?
Zentral sind Fragen nach der Darstellung der Störung durch Betroffene, der Art der Stigmatisierung und dem Ausmaß der Entstigmatisierung durch Postende und Kommentatoren.
- Citation du texte
- Adriana Henke (Auteur), 2020, Entstigmatisierung von Angststörungen in sozialen Medien. Eine quantitative Inhaltsanalyse von Instagram-Beiträgen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1265490