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Politische und persönliche Rivalität in "Maria Stuart" von Friedrich Schiller

Title: Politische und persönliche Rivalität in "Maria Stuart" von Friedrich Schiller

Term Paper (Advanced seminar) , 2021 , 26 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Anonym (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Drama "Maria Stuart" von Friedrich Schiller und untersucht die politische Rivalität zweier Königinnen und die persönliche Rivalität zweier Frauen.

Macht ist weiblich – so verlangt es zumindest die deutsche Rechtschreibung, denn in Wörterbüchern der deutschen Sprache ist Macht als feminines Substantiv zu finden. Und doch zeigt uns die Realität, dass weibliche Macht auch heutzutage noch ein selten auftretendes Phänomen beschreibt, da Frauen in Machtpositionen ein eher ungewöhnliches Bild abgeben.

Jedoch heißt ungewöhnlich oder selten nicht unmöglich, auch wenn Stimmen immer wieder behaupten, das weibliche Wesen vertrage sich nicht mit der Metapher der Macht im Sinne von politischer Größe oder einer bedeutungsvollen Rolle in der Geschichte. Frauen wie Kleopatra, Indira Gandhi oder Magret Thatcher stechen zunächst durch ihr Geschlecht aus der Historie hervor und nicht durch ihren Mut, ihr Engagement oder ihre Leistungen auf machtpolitischer Ebene. Eine Feststellung, die es als notwendig erscheinen lässt, die Thematik der weiblichen Macht und Herrschaft näher zu untersuchen, was sich die vorliegende Hausarbeit zur Aufgabe gemacht hat.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung und Erkenntnisinteresse

2. Einführung in die Gender Studies

2.1 „Maria Stuart“ als Beispiel männergemachter Weiblichkeit?

2.2 Die Rolle der Frau im gesellschaftshistorischen Kontext

3. Macht und Herrschaft

4. Das Frauenbild im Drama „Maria Stuart“

4.1 Elisabeth: Eine Frau hinter der Fassade maskuliner Stärke

4.2 Maria Stuart: Eine Frau kann nicht Königin sein

4.3 Das Motiv des Scheiterns

5. Die Königinnenbegegnung im dritten Aufzug

6. Die mächtige Frau im 21. Jahrhundert

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen weiblicher Macht und der als maskulin definierten Herrschaft in Friedrich Schillers Drama „Maria Stuart“, ausgehend von der Forschungsfrage, inwiefern die gewählte historische Konstellation die damaligen Geschlechterrollenvorstellungen widerspiegelt und legitimiert.

  • Analyse des Frauenbildes im 18. Jahrhundert im literarischen Kontext.
  • Untersuchung der Machtverhältnisse bei Elisabeth Tudor und Maria Stuart.
  • Deutung des Motivs des Scheiterns als Ausdruck einer männergemachten Weiblichkeit.
  • Übertragung der literarischen Ergebnisse auf die Stellung der mächtigen Frau im 21. Jahrhundert.
  • Diskurs über die Vereinbarkeit von Weiblichkeit und Machtpositionen.

Auszug aus dem Buch

Elisabeth: Eine Frau hinter der Fassade maskuliner Stärke

Elisabeth stellt im Drama „Maria Stuart“ eine weibliche Figur mit viel Einfluss dar, welche in ihrer Rolle als Königin England regiert und repräsentiert. Sie ist die vom Parlament legitimierte Herrscherin, vom Volk anerkannt, politisch erfolgreich und zu- dem vom französischen Thronfolger umworben. Diese macht- politische Größe Elisabeths korreliert mit ihrer Überlegenheit gegenüber Maria, welche als ihre Gefangene keinen Handlungsspielraum hat und Elisabeth gegenüber als unterlegen dargestellt wird. Diese politische Unterlegenheit wird jedoch durch die Darstellung der beiden Protagonistinnen in ihrer Rolle als Frauen umgekehrt, da Elisabeth versucht ihre Rolle als Frau und ihre Weiblichkeit hinter einer Fassade maskuliner Strenge zu verstecken. Zum Zeit- punkt der Uraufführung stellt Elisabeth als mächtige Frau in einem männlich dominierten Bereich, der Politik, das Gegenteil des idealen Frauenbildes dar. Elisabeths Rolle als jungfräuliche Königin, die in ihrer sexuellen Enthaltsamkeit eine Chance zum Herrschaftsaufstieg sieht, widerspricht der idealisierten Ehefrau, Mutter und Haus- frau. Die Rolle als Ehefrau strebt sie nicht an, da sie darin eine Bedrohung ihrer politischen Authentizität sieht, welche in ihrem Leben eine priorisierte Rolle genießt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung und Erkenntnisinteresse: Einführung in die Thematik der weiblichen Macht, das Interesse an einer geschlechtertheoretischen Analyse von Schillers Drama und die Verknüpfung mit zeitgenössischen Diskursen.

2. Einführung in die Gender Studies: Theoretische Fundierung durch Gender-Konzepte und Diskussion der „männergemachten Weiblichkeit“ als zentrales Konstrukt für die literarische Analyse.

2.1 „Maria Stuart“ als Beispiel männergemachter Weiblichkeit?: Kritische Reflexion der männlichen Autorschaft Schillers und deren Einfluss auf die Konstruktion der weiblichen Figuren im Werk.

2.2 Die Rolle der Frau im gesellschaftshistorischen Kontext: Darstellung der traditionellen Rollenbilder des 18. Jahrhunderts, die Frauen primär auf den privaten Bereich beschränkten.

3. Macht und Herrschaft: Begriffsdefinitionen von Macht und Herrschaft nach Foucault und anderen Theoretikern zur Anwendung auf die politische Situation der beiden Königinnen.

4. Das Frauenbild im Drama „Maria Stuart“: Vorstellung der beiden Protagonistinnen als Repräsentantinnen politischer Gegensätze und erste Einordnung ihres inneren Konflikts.

4.1 Elisabeth: Eine Frau hinter der Fassade maskuliner Stärke: Analyse von Elisabeths Ablehnung weiblicher Attribute zugunsten einer als maskulin wahrgenommenen politischen Stärke.

4.2 Maria Stuart: Eine Frau kann nicht Königin sein: Untersuchung der Figur Maria Stuart, deren Weiblichkeit und Schönheit sowohl als Machtinstrument dienen als auch in ihrer politischen Rolle scheitern.

4.3 Das Motiv des Scheiterns: Synthese des Scheiterns beider Königinnen unter dem Aspekt der frühaufklärerischen Kritik an der emanzipierten Frau.

5. Die Königinnenbegegnung im dritten Aufzug: Analyse der zentralen Schlüsselszene als Kulminationspunkt der persönlichen und politischen Rivalität.

6. Die mächtige Frau im 21. Jahrhundert: Transfer der Erkenntnisse auf die aktuelle Situation von Frauen in machtpolitischen Positionen in der globalen Politik.

7. Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und Bestätigung des unvereinbaren Konzepts von Weiblichkeit und Herrschaft in Schillers Werk.

Schlüsselwörter

Geschlechterrollen, Gender Studies, Maria Stuart, Friedrich Schiller, Weiblichkeit, Macht, Herrschaft, Elisabeth I., Patriarchat, Frühaufklärung, schöne Seele, politisches Drama, Rivalität, Machtkonstruktion, Feminismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der literaturwissenschaftlichen und genderkritischen Analyse von Friedrich Schillers Drama „Maria Stuart“, insbesondere im Hinblick auf das Spannungsfeld zwischen Macht, Herrschaft und Weiblichkeit.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind die Untersuchung von Geschlechterrollenbildern, die Konstruktion von „männergemachter Weiblichkeit“ sowie die Analyse des Scheiterns von Frauen in machtpolitischen Kontexten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Untersuchung soll klären, warum Schiller zwei komplexe Frauenfiguren in einem Machtkonflikt darstellt und ob das Werk die stereotypen Geschlechterrollen des 18. Jahrhunderts stützt oder kritisiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Vorgehensweise unter Einbeziehung der Gender Studies und politikwissenschaftlicher Definitionen von Macht und Herrschaft gewählt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Charaktere Elisabeth und Maria Stuart, ihr Scheitern im öffentlichen Raum, die Bedeutung der historischen Königinnenbegegnung und das ästhetische Konzept der „schönen Seele“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Geschlechterrollen, Macht, Herrschaft, Weiblichkeit, Patriarchat und die literarische Figur der „schönen Seele“.

Wie unterscheidet sich Elisabeths Machtverständnis von dem Maria Stuarts?

Elisabeth versucht, ihre Weiblichkeit zu unterdrücken und eine maskuline Fassade zu wahren, um ihre Macht zu sichern. Maria hingegen setzt ihre Weiblichkeit und Schönheit gezielt als Machtinstrument ein, was zu einer grundlegend anderen, aber ebenfalls problematischen Position führt.

Warum spielt die „Königinnenbegegnung“ eine so entscheidende Rolle?

Dies ist die Peripetie des Dramas, in welcher die politische und persönliche Konfrontation eskaliert und die Unvereinbarkeit ihrer Rollen mit den gesellschaftlichen Erwartungen an ihre Geschlechterrollen deutlich wird.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor zur heutigen Zeit?

Die Arbeit kommt zu dem Ergebnis, dass die gesellschaftliche Marginalisierung von mächtigen Frauen auch im 21. Jahrhundert fortbesteht und dass der Abbau traditioneller Geschlechterklischees weiterhin eine notwendige Voraussetzung für echte Geschlechterdemokratie ist.

Excerpt out of 26 pages  - scroll top

Details

Title
Politische und persönliche Rivalität in "Maria Stuart" von Friedrich Schiller
College
University of Mannheim
Grade
1,3
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2021
Pages
26
Catalog Number
V1265375
ISBN (eBook)
9783346754431
ISBN (Book)
9783346754448
Language
German
Tags
politische rivalität maria stuart friedrich schiller
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2021, Politische und persönliche Rivalität in "Maria Stuart" von Friedrich Schiller, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1265375
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