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Die Macht der geschlechtergerechten Sprache bei der Herstellung von Geschlechtergerechtigkeit in Kultur und Gesellschaft

Titre: Die Macht der geschlechtergerechten Sprache bei der Herstellung von Geschlechtergerechtigkeit in Kultur und Gesellschaft

Mémoire (de fin d'études) , 2008 , 71 Pages , Note: 1,5

Autor:in: Sarah Vazquez (Auteur)

Travail Social
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Die vorliegende Arbeit soll darlegen, dass die Sprache Veränderungen und Verbesserungen schaffen kann. Sie soll zeigen, dass die Anwendung einer geschlechtergerechten Sprache keine Banalität ist, sondern dass sie zur Emanzipation von Frauen und Männern beiträgt. Zum Ende der Arbeit soll die Frage beantwortet sein, ob geschlechtergerechte Sprache die Macht besitzt Geschlechtergerechtigkeit in Gesellschaft und Kultur herzustellen oder voranzutreiben. Dabei wird sich an der These „Geschlechtergerechte Sprache führt zu geschlechtergerechtem Denken und geschlechtergerechtem Handeln“ orientiert. Im Folgenden wird überprüft, ob und wie sich der geschlechtsspezifische Sprachgebrauch auf Denken und Handeln auswirkt. Es soll gezeigt werden, dass ein bewusst geschlechtergerechter Sprachgebrauch einen Beitrag zu mehr Gleichberechtigung der Geschlechter leistet.
Zu Beginn der Arbeit wird eine zeitgeschichtlicher Rückblick auf die Anfänge der Frauenbewegung und der, aus ihr resultierenden, feministischen Wissenschaft gegeben. Der anschließende Blick auf die feministische Sprachwissenschaft führt zu einer differenzierten Betrachtung des Sprachsystems. Dabei werden die Hauptkritikpunkte der feministischen Sprachforschung beleuchtet und Richtlinien für eine geschlechtergerechte Sprache vorgestellt.
Im Anschluss folgt eine kurze Übersicht über den Spracherwerb und eine Beleuchtung möglicher geschlechtsspezifischer Unterschiede.
Den Fragen, in welchen Zusammenhängen Sprache und Denken miteinander stehen und ob Sprache und Denken Einfluss aufeinander üben, wird im nächsten Schritt nachgegangen. Dieser wird durch die Betrachtung einiger Studien über die Wirkung verschiedener Sprachformen abgeschlossen. Daran schließt sich der Blick auf die Zusammenhänge und gegenseitige Einflussnahme von Sprache und Handeln an. Im weiteren Verlauf wird erörtert, welche Wirkung Sprache auf Kultur und Gesellschaft haben kann und worin die Macht der Sprache liegt. Bevor ein Fazit gezogen wird, folgt eine kurze Darstellung des bisher stattgefundenen Sprachwandels unter dem Einfluss der feministischen Sprachwissenschaft.
Da bei der Erforschung und Beschreibung des Themas „Sprache“ verschiedene Disziplinen beteiligt sind, wird die vorliegende Arbeit viele Forschungsbereiche streifen. Dazu gehören unter anderem Linguistik, Psychologie, Philosophie, Anthropologie, Soziologie, Erziehungs-, Kommunikations- und Kulturwissenschaft sowie Gender Studies.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Motivation und Überblick

1.2 Begriffsverständnis

2 Entwicklung und Inhalte der Feministischen Sprachwissenschaft

2.1 Die Neue Frauenbewegung

2.2 Feministische Wissenschaft

2.3 Feministische Sprachwissenschaft

2.3.1 Defizitkonzeption

2.3.2 Differenzkonzeption

2.3.3 Konstruktivistische Konzepte

2.4 Das Sprachsystem

2.4.1 Genus und Sexus

2.4.2 Personenbezeichnungen

2.4.3 Generisches Maskulinum

2.4.4 Richtlinien für eine geschlechtergerechte Sprache

2.4.5 Sprichwörter und Redensarten

3 Entstehung der Sprache

3.1 Evolution der Sprache

3.2 Spracherwerb

3.2.1 Nativismus

3.2.2 Kognitivismus

3.2.3 Behaviorismus

3.2.4 Interaktionismus

3.3 Geschlechtsspezifische Unterschiede

4 Zusammenhänge zwischen Sprache und Denken

4.1 Denken ohne Sprache

4.2 Wirkung der Sprache auf das Denken

4.3 Studien über die Wirkung verschiedener Sprachformen

5 Zusammenhänge zwischen Sprache und Handeln

6 Kultur und Gesellschaft

7 Macht der Sprache

8 Sprachwandel

9 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, inwiefern geschlechtergerechte Sprache die Macht besitzt, Geschlechtergerechtigkeit in Kultur und Gesellschaft zu etablieren oder zu fördern, basierend auf der These, dass ein geschlechtergerechter Sprachgebrauch zu geschlechtergerechtem Denken und Handeln führt.

  • Theoretische Grundlagen und Entwicklung der feministischen Sprachwissenschaft
  • Analyse des Sprachsystems und der sprachlichen Diskriminierung von Frauen
  • Untersuchung der Zusammenhänge zwischen Sprache, Denken und menschlicher Kognition
  • Erforschung der Wechselwirkung zwischen sprachlichen Strukturen und gesellschaftlichem Handeln
  • Einfluss von Sprachrichtlinien auf den Sprachwandel und die soziale Realität

Auszug aus dem Buch

2.4.3 Generisches Maskulinum

Soll eine Aussage über Personen mit unbekanntem Geschlecht, eine Gruppe in der beide Geschlechter vertreten sind oder eine Person bei der das Geschlecht irrelevant ist getroffen werden, so wird das Maskulinum verwendet. Maskuline Personenbezeichnungen sollen in diesen Fällen Frauen und Männer in gleicher Weise repräsentieren. Das Maskulinum wird generisch, also verallgemeinernd und in seiner Wortbedeutung neutral eingesetzt. Die grammatische Grundlage für die Möglichkeit des generischen Einsatzes des Maskulinums ist die Annahme, dass jedes Wort eine Form und eine Bedeutung hat. Zwei Wörter mit gleicher Form, aber unterschiedlicher Bedeutung gelten als verschiedene Wörter.

Zu jeder geschlechtsneutralen Personenbezeichnung gibt es ein Wort in der gleichen Form mit einer geschlechtsspezifischen Bedeutung. „Der Arbeiter“ hat also in gleichbleibender Form zum einen die geschlechtsneutrale Bedeutung „Person, die arbeitet“ und zum anderen die geschlechtsspezifische Bedeutung „männliche Person, die arbeitet“. „Die Arbeiterin“ ist eine Movierung des geschlechtsspezifischen Wortes „der Arbeiter“ und ist grammatisch nur von diesem ableitbar; jedoch nicht von dem geschlechtsneutralen Begriff, da durch ihn kein Geschlecht zum Ausdruck gebracht wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die Motivation dar, geschlechtergerechte Sprache zu verwenden, und führt in die zentrale Forschungsfrage ein, ob Sprache die Macht besitzt, Geschlechtergerechtigkeit zu fördern.

2 Entwicklung und Inhalte der Feministischen Sprachwissenschaft: Das Kapitel beleuchtet den Ursprung der feministischen Sprachwissenschaft in der Frauenbewegung und analysiert kritisch das Sprachsystem sowie verschiedene Konzepte wie Defizit- und Differenzkonzeption.

3 Entstehung der Sprache: Es wird ein Überblick über Theorien zur Sprachevolution und zum Spracherwerb gegeben und mögliche geschlechtsspezifische Unterschiede bei der Sprachentwicklung diskutiert.

4 Zusammenhänge zwischen Sprache und Denken: Dieses Kapitel erörtert, ob Denken ohne Sprache möglich ist und inwiefern die Sprache das Denken beeinflusst, gestützt durch Studien zu geschlechtergerechten Sprachformen.

5 Zusammenhänge zwischen Sprache und Handeln: Hier wird untersucht, wie Sprache als performative Handlung fungieren kann und inwiefern sprachliche Mittel Macht ausüben oder zu struktureller Gewalt führen können.

6 Kultur und Gesellschaft: Das Kapitel betrachtet Sprache als Trägerin kultureller Normen und untersucht, wie Sprachgebrauch soziale Rollenbilder und Kategorien konstruiert oder beeinflusst.

7 Macht der Sprache: Es wird analysiert, wie Sprache Machtverhältnisse schafft und festigt, wobei Mechanismen der Ausschließung nach Foucault diskutiert werden.

8 Sprachwandel: Hier werden Beispiele für sprachliche Veränderungen dargestellt, die durch feministische Sprachkritik und die Anwendung geschlechtergerechter Sprache angestoßen wurden.

9 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Sprache soziale Realität mitgestaltet und geschlechtergerechte Sprache ein Instrument sein kann, um gesellschaftliche Ungleichheiten abzubauen.

Schlüsselwörter

Geschlechtergerechte Sprache, Feministische Sprachwissenschaft, Sprachsystem, Generisches Maskulinum, Geschlechtergerechtigkeit, Sprachwandel, Sprachliche Diskriminierung, Soziale Arbeit, Macht der Sprache, Sprachhandeln, Feminismus, Geschlechterrollen, Diskurs, Spracherwerb, Gender Mainstreaming.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Diplomarbeit untersucht die Macht der Sprache bei der Herstellung von Geschlechtergerechtigkeit in Kultur und Gesellschaft und die Wirkung einer geschlechtergerechten Sprache auf Denken und Handeln.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Arbeit behandelt die Entwicklung der feministischen Sprachwissenschaft, die Analyse des Sprachsystems, den kindlichen Spracherwerb, die Verknüpfung von Sprache mit Denken und Handeln sowie die Rolle der Sozialen Arbeit.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es zu beantworten, ob geschlechtergerechte Sprache die Macht besitzt, Geschlechtergerechtigkeit in Gesellschaft und Kultur herzustellen oder voranzutreiben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine Literaturanalyse wissenschaftlicher Erkenntnisse aus Disziplinen wie Linguistik, Psychologie, Soziologie und Gender Studies sowie auf die Auswertung spezifischer Studien zur Wirkung von Sprachformen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historisch-theoretische Herleitung feministischer Sprachkritik, eine Analyse des Sprachsystems, Studien zur Auswirkung von Sprache auf das Denken sowie die Betrachtung von Sprache als Machtmittel und Faktor für sozialen Wandel.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind geschlechtergerechte Sprache, Feministische Sprachwissenschaft, generisches Maskulinum, Geschlechtergerechtigkeit, Macht der Sprache und sozialer Sprachwandel.

Wie bewertet die Autorin die Verwendung des generischen Maskulinums?

Die Autorin kritisiert das generische Maskulinum als sprachliches Machtmittel, das Frauen unsichtbar macht und männliche Identität als Norm definiert, was den gedanklichen Einbezug von Frauen erschwert.

Welchen Stellenwert nimmt die Soziale Arbeit in dieser Arbeit ein?

Die Autorin betont, dass die Soziale Arbeit als Profession mit dem Ziel der sozialen Gerechtigkeit eine Vorbildfunktion hat und geschlechtergerechte Sprache sowohl fördern als auch anwenden sollte.

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Résumé des informations

Titre
Die Macht der geschlechtergerechten Sprache bei der Herstellung von Geschlechtergerechtigkeit in Kultur und Gesellschaft
Université
University of Applied Sciences Koblenz
Note
1,5
Auteur
Sarah Vazquez (Auteur)
Année de publication
2008
Pages
71
N° de catalogue
V126238
ISBN (ebook)
9783640322787
ISBN (Livre)
9783640320875
Langue
allemand
mots-clé
Macht Sprache Herstellung Geschlechtergerechtigkeit Kultur Gesellschaft
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Sarah Vazquez (Auteur), 2008, Die Macht der geschlechtergerechten Sprache bei der Herstellung von Geschlechtergerechtigkeit in Kultur und Gesellschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/126238
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Extrait de  71  pages
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