Die vorliegende Arbeit widmet sich der Frage, inwieweit die literarische Normativität mit dem Wesen des Textes an sich und dem Akt des Lesens zusammenhängt. Zudem zielt sie darauf ab, literarische Normativität vor den herkömmlichen Ansätzen zu verteidigen, die diese Normativität unterschiedlich zu widerlegen versuchen. Ich möchte die These aufstellen, dass literarische Normativität von keinem ontologischen Wesen ist, sondern auf der Funktionalität der Literatur basiert. Die Wirkungsästhetik von Wolfgang Iser eignet sich dazu, die literarische Normativität induktiv auf den funktionalistischen Ursprung der Literatur zurückzuführen.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Einleitung
- 2 Der Lesertyp
- 2.1 Der Archileser
- 2.2 Der informierte Leser
- 2.3 Der implizite Leser
- 3 Die beim Lesen zu erzeugenden Vorstellungen
- 3.1 Textstruktur. Pragmatik statt Ontologie
- 3.2 Aktstruktur. Der Bildcharakter der Vorstellung
- 4 Die literarische Normativität
- 5 Schluss
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die Beziehung zwischen literarischer Normativität, dem Wesen des Textes und dem Akt des Lesens. Sie argumentiert, dass literarische Normativität nicht von einem ontologischen Wesen abhängt, sondern auf der Funktionalität der Literatur basiert. Das Ziel ist es, die literarische Normativität vor traditionellen Ansätzen zu verteidigen, die sie widerlegen möchten.
- Die Rolle der Sprechakttheorie in der Wirkungsästhetik von Wolfgang Iser
- Die beim Lesen entstehenden Vorstellungen und ihre Bedeutung für die literarische Normativität
- Der Zusammenhang zwischen literarischer Normativität und den Aspekten Form, Technik, Thema und Inhalt
- Die Rolle verschiedener Lesertypen (Archileser, informierter Leser, impliziter Leser) im Verständnis der literarischen Normativität
- Die Verteidigung der literarischen Normativität basierend auf ihrem funktionalistischen Ursprung
Zusammenfassung der Kapitel
Kapitel 2: Der Lesertyp
Dieses Kapitel befasst sich mit drei Konzepten des Lesertyps: dem Archileser, dem informierten Leser und dem impliziten Leser. Es werden Definitionen, Kritikpunkte und deren Einfluss auf die Forschung erläutert.
Kapitel 3: Die beim Lesen zu erzeugenden Vorstellungen
Dieser Teil untersucht die Rolle der Sprechakttheorie im Rahmen von Isers Wirkungsästhetik und diskutiert die beim Lesen entstehenden Vorstellungen. Dabei werden die Aspekte Textstruktur und Aktstruktur in Bezug auf die Entstehung von Vorstellungen beleuchtet.
Schlüsselwörter
Literarische Normativität, Wirkungsästhetik, Wolfgang Iser, Sprechakttheorie, Lesertyp, Archileser, informierter Leser, impliziter Leser, Textstruktur, Aktstruktur, Funktionalität der Literatur, ontologisches Wesen.
Häufig gestellte Fragen
Was versteht Wolfgang Iser unter „Wirkungsästhetik“?
Die Wirkungsästhetik untersucht, wie ein literarischer Text beim Leser wirkt und wie der Leser im Akt des Lesens die Bedeutung des Textes mitkonstituiert.
Was ist ein „impliziter Leser“?
Der implizite Leser ist eine im Text angelegte Struktur, die die Rolle und die Verstehensmöglichkeiten vorgibt, die ein realer Leser einnehmen muss.
Wie wird literarische Normativität in dieser Arbeit begründet?
Die Arbeit argumentiert, dass Normativität nicht auf einem festen Wesen (Ontologie) basiert, sondern auf der Funktionalität der Literatur und dem Akt des Lesens.
Welche Rolle spielt die Sprechakttheorie?
Iser nutzt die Sprechakttheorie, um die pragmatische Struktur von Texten zu erklären und wie diese Handlungsanweisungen für die Vorstellungskraft des Lesers geben.
Was unterscheidet den Archileser vom informierten Leser?
Der Archileser (nach Riffaterre) basiert auf Leser-Reaktionen, während der informierte Leser (nach Fish) über die notwendigen literarischen Kompetenzen verfügt.
- Quote paper
- Mohammad Hassan Heshmatifar (Author), 2022, Die wirkungsästhetische Rechtfertigung der literarischen Normativität, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1255178