Wie werden Migrant:innen und Geflüchtete in den Medien dargestellt und wie vielfältig sind die Redaktionen der deutschen Medienhäuser?
Die Debatte darum, wie Menschen mit Migrationshintergrund in den Medien dargestellt werden, ist nicht erst seit der Flüchtlingskrise Teil des öffentlichen Diskurses. Bereits nach dem zweiten Weltkrieg kamen Themen wie Rassismus und Ausländer:innenfeindlichkeit durch die Migration von Geflüchteten aus Osteuropa in die Medien, zehn Jahre später erneut durch die Einwanderung von ausländischen Arbeitskräften. Über die Jahre wandelte sich der Fokus hin zu Türk:innen, die den größten Teil der ausländischen Einwohner:innen darstellten und Medien sorgten mit der Verbindung von Ausländer:innen und Kriminalität dafür, dass der Eindruck entstand, von ihnen gehe eine besondere Gefahr aus. Spätestens jedoch ab Anfang 2000 wurde Deutschland mit der Einführung der Green Card zum Einwanderungsland und der offensive Rassismus in der Gesellschaft wurde stiller, während sich der institutionelle Rassismus immer stärker durchsetzte.
Durch die Flüchtlingskrise hatte sich der Ton, mit dem über Geflüchtete und Migrant:innen berichtet wurde, allerdings ins (teilweise einseitig) Positive verändert. Der Anfang des Sommers 2015 war geprägt von der Willkommenskultur, in der sich viele Deutsche um ein freundliches und offenes Image für die Geflüchteten bemühten. Doch bereits nach ein paar Monaten kippte die Stimmung und die Forderungen nach Grenzschließungen wurden lauter.
Die Massenmedien nahmen in diesem Prozess eine zentrale Rolle ein: Die Medienberichte fungierten als ein Kontakt zwischen den Minderheiten und Mehrheiten und formten so die öffentliche Meinung über Zuwanderung und Asyl. Dabei ist die Art und Weise der Berichterstattung über ebendiese Minderheiten von hoher Bedeutung, denn Medien hätten „per Gesetz eine integrierende Funktion“ (Sickenberger 2018). Doch diese integrierende Funktion beschränkt sich nicht nur auf Medieninhalte, sondern auch auf die Medienproduktion.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Mediendarstellung von Menschen mit Einwanderungsgeschichte
- Menschen mit Einwanderungsgeschichte als fehlende Protagonist:innen
- Menschen mit Einwanderungsgeschichte bei der Berichterstattung über Straftaten
- Menschen mit Einwanderungsgeschichte und muslimische Stereotype
- Fehlende Vielfalt in deutschen Redaktionen
- Redaktionen als ungenügender Spiegel der Gesellschaft
- Braucht der deutsche Journalismus eine Migrationsquote?
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Hausarbeit untersucht die Repräsentation von Menschen mit Einwanderungsgeschichte in den deutschen Leitmedien im Kontext der Flüchtlingskrise. Sie analysiert die mediale Darstellung von Migrant:innen und Geflüchteten sowie die Zusammensetzung der Redaktionen deutscher Medienhäuser.
- Die Auswirkungen der Medienberichterstattung auf die öffentliche Meinung und die Integration von Migrant:innen
- Die Verwendung von Stereotypen und Vorurteilen in der Berichterstattung über Menschen mit Einwanderungsgeschichte
- Die Bedeutung von Vielfalt in den Redaktionen deutscher Medienhäuser
- Die Rolle des Journalismus bei der Förderung von Inklusion und der Bekämpfung von Rassismus und Diskriminierung
- Die Auswirkungen der Flüchtlingskrise auf die mediale Darstellung von Migrant:innen und Geflüchteten
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Dieses Kapitel stellt den Kontext der Hausarbeit dar und beleuchtet die historische Entwicklung der medialen Darstellung von Menschen mit Einwanderungsgeschichte in Deutschland. Die Rolle der Medien in der Flüchtlingskrise und deren Einfluss auf die öffentliche Meinung werden hervorgehoben.
- Mediendarstellung von Menschen mit Einwanderungsgeschichte: Dieses Kapitel analysiert die mediale Darstellung von Migrant:innen und Geflüchteten in deutschen Leitmedien. Es untersucht, wie Menschen mit Einwanderungsgeschichte in der Berichterstattung über Straftaten, in der Darstellung muslimischer Stereotype sowie in fiktionalen Inhalten dargestellt werden.
- Fehlende Vielfalt in deutschen Redaktionen: Dieses Kapitel beleuchtet die mangelnde Repräsentation von Menschen mit Einwanderungsgeschichte in den Redaktionen deutscher Medienhäuser. Es diskutiert die Folgen der fehlenden Diversität für die Medienlandschaft und die Notwendigkeit von Veränderungen in der Zusammensetzung der Redaktionen.
Schlüsselwörter
Repräsentation, Einwanderung, Migration, Flüchtlingskrise, Leitmedien, Stereotype, Vorurteile, Vielfalt, Inklusion, Rassismus, Diskriminierung, Mediendarstellung, Redaktionen, Medienproduktion, öffentliche Meinung, Integrationshemmnisse, Ethnomedien, Parallelgesellschaften, Medienghettos.
- Citation du texte
- Anonym (Auteur), 2022, Repräsentation von Menschen mit Einwanderungsgeschichte in den deutschen Leitmedien nach der Flüchtlingskrise, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1254012