Die Seminararbeit gibt einen allgemeinen Überblick zu den im Untertitel genannten Themenfeldern und geht, wo nötig und möglich, immer wieder auf den nachfolgenden relativ generalistisch (auf Grund der Grundproblemfelder) gehaltenen Fall eines VC suchenden Unternehmens aus der Software-Branche ein:
"Die VC-Interessenten bestehen jeweils aus drei Entwicklern, die eine Expertensoftware erarbeitet haben, die in Datenbanken vorhandenes Wissen zusammenträgt, filtert und bearbeitet. Für Deutschland sind sowohl ein Patent als auch Markenrechte angemeldet. Auch besteht Urheberrechtsschutz. Ein Unternehmen ist noch nicht gegründet. Für die Unternehmensgründungsphase wird mit einem Zeitaufwand von etwa sechs Wochen und Kosten von 50.000 € gerechnet. Hierin sind auch die Kosten für die Internationalisierung der Schutzrechte enthalten. Für die Entwicklung der Expertensoftware zur Marktreife wird mit einem Aufwand zwischen 500.000 € und 2 Millionen € und einem Zeitraum von ein bis zwei Jahren gerechnet (Nettoaufwand, der effektiv von außen zugeschossen werden muss). In einer anschließenden Expansionsphase wird für die Expansion und die Entwicklung einer zweiten Generation der Software mit weiteren Kosten von 2 bis 5 Millionen € bei einer Dauer von eineinhalb bis drei Jahren gerechnet. Wenn alles klappt, hat das Unternehmen dann etwa einen Wert von 150 Millionen € (Wahrscheinlichkeit 20 %). Die Möglichkeit eines vollständigen Scheiterns wird mit etwa einem Drittel bewertet. Die restlichen Wahrscheinlichkeiten entfallen auf dazwischen liegende Entwicklungen."
Inhaltsverzeichnis
- 1. Teil: Einleitende Betrachtungen
- A. Über Venture Capital
- B. Abgrenzung zu ähnlichen Konzepten
- C. Preisbildung bei Venture Capital Investments
- 2. Teil: Juristische Betrachtungen
- A. Der Venture Capital Vertrag
- I. Wahl der Rechtsform
- II. Bestandteile
- 1. Die Satzung
- 2. Der Beteiligungsvertrag
- 3. Die Gesellschaftervereinbarung
- B. Schutz des geistigen Eigentums und des Know-how
- I. Schutz der Innovation
- II. Patentrechtlicher Schutz
- III. Urheberrechtlicher Schutz
- IV. Markenrechtlicher Schutz
- V. Schutz des Know-how
- 1. Bedeutung und Begriffsbestimmung
- 2. Strafrechtlicher Schutz
- 3. Zivilrechtlicher Schutz
- 4. Praktische Betrachtungen
- VI. Vertragsrechtliche Schutzmöglichkeiten
- 1. Vorvertragliches Stadium
- 2. Einbringung von Immaterialgütern im Zielunternehmen
- C. Wettbewerbsverbote
- D. Berufsunfähigkeit und Tod der Initiatoren
- 3. Teil: Thesen
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit Venture Capital (VC) Finanzierungen, insbesondere den juristischen Aspekten und dem Schutz geistigen Eigentums. Ziel ist es, ein umfassendes Verständnis der VC-Verträge, der damit verbundenen rechtlichen Herausforderungen und der Strategien zum Schutz von Innovationen und Know-how zu vermitteln.
- Venture Capital als Finanzierungsmodell für junge Unternehmen
- Juristische Gestaltung von Venture Capital Verträgen
- Schutz geistigen Eigentums (Patente, Urheberrechte, Marken)
- Schutz von Know-how und Betriebsgeheimnissen
- Risikomanagement in VC-Finanzierungen
Zusammenfassung der Kapitel
1. Teil: Einleitende Betrachtungen: Dieser Teil führt in das Thema Venture Capital ein, definiert den Begriff und grenzt ihn von ähnlichen Konzepten ab. Die Preisbildung bei VC-Investments wird ebenfalls erläutert.
2. Teil: Juristische Betrachtungen: Dieser Teil analysiert die rechtlichen Aspekte von VC-Verträgen, einschließlich der Wahl der Rechtsform, der Vertragsbestandteile (Satzung, Beteiligungsvertrag, Gesellschaftervereinbarung) und des Schutzes von geistigem Eigentum und Know-how. Wettbewerbsverbote und die Absicherung gegen Berufsunfähigkeit und Tod der Gründer werden ebenfalls behandelt.
Schlüsselwörter
Venture Capital, Private Equity, Gesellschaftsrecht, Geistiges Eigentum, Patentrecht, Urheberrecht, Markenrecht, Know-how-Schutz, Vertragsrecht, Wettbewerbsverbot, Risikomanagement, GmbH, Due Diligence.
Häufig gestellte Fragen
Was ist Venture Capital?
Venture Capital (Wagniskapital) ist eine Form der Eigenkapitalfinanzierung für junge, innovative Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial, aber auch hohem Risiko.
Welche Verträge sind bei einer VC-Finanzierung wichtig?
Zentrale Bestandteile sind die Satzung des Unternehmens, der Beteiligungsvertrag (Investment Agreement) und die Gesellschaftervereinbarung (Shareholders' Agreement).
Wie schützt man geistiges Eigentum in VC-Verträgen?
Durch Patente, Marken- und Urheberrechte sowie vertragliche Klauseln zur Sicherung von Know-how und Betriebsgeheimnissen.
Warum sind Wettbewerbsverbote in VC-Verträgen üblich?
Sie verhindern, dass Gründer ihr Wissen nutzen, um ein konkurrierendes Unternehmen aufzubauen, was den Wert des Investments gefährden würde.
Was passiert bei Berufsunfähigkeit der Gründer?
VC-Verträge enthalten oft Regelungen ("Key Man Clauses"), die das Vorgehen und die Absicherung des Unternehmens beim Ausfall von Schlüsselpersonen festlegen.
- Quote paper
- Sebastian Stricker (Author), 2009, Vertragsgestaltung bei Venture Capital Verträgen , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/125388