Die Musikindustrie ist Tot! Es lebe der Konsument, the End of Control ist da! (vlg.
http://www.heise.de/newsticker/meldung/print/80179)
Mit diesem etwas provokanten Einleitungsstatement könnte man den Inhalt der
folgenden Arbeit auf den Punkt bringen. Fakt ist: Die Musikindustrie erlebt einen
fundamentalen Umschwung, wie selten eine Branche des 21.Jahrhunderts in nur so
kurzer Zeit. Schon in den letzen Jahren folgte eine Negativmeldung der
Tonträgerbranche der anderen: Geringere Umsätze, in Konkurs gehende Major-
Platten Labels, oder solche, die nur durch Firmen- Aquisitationen gerettet werden
konnten. Vor allem die Piraterie hat der Musikbranche hart zugesetzt. Die deutsche
Musikindustrie hat seit dem Jahr 2000 37% des Umsatzes verloren, auch im
vergangenen Jahr setzte sich der Negativtrend mit einem Umsatzrückgang von 3,2%
vor. Auch die Absatzzahlen der echten Cds ist in den Geschäften gesunken. Ganz
konträr dagegen verhalten sich allerdings die Online Musikkäufe: Der Umsatz hier ist
um 45,2% gewachsen. (vgl. Mey Stefan 2008)
Die Strategien der Musikindustrie diesem fallenden Trend des Regalverkaufes
entgegenzuwirken laufen nur spärlich an oder scheitern schon nach wenigen Monaten.
So versuchte man zum Beispiel mittels unterschiedlicher Kopierschutzsysteme gegen
die illegalen Raubkopien der Tauschbörsen im Internet vorzugehen. Der Begriff
DRM(digitales Rechte Management) stand plötzlich im Raum. Doch auch das digitale
Rechtemanagement des Internets ist keine wirklich permanente Lösung. Schon jetzt
überlegt die weltweit führende Mp3 download Plattform iTunes von Apple auf das
DRM System wieder zu verzichten. Dies würde zu kopierschutzfreien käuflich
erwerbbaren Mp3s führen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Consumer Empowerment
2.1. Determinanten des Consumer Empowerment
2.2. Das Modell des Consumer Empowerment 2.0
3. Die problematische Lage der Musikindustrie
3.1. Digitalen Musikkonsum- Ein neuer Trend
3.2. Die Entwertung wichtiger Kernkompetenzen der Musikindustrie
4. Neue Möglichkeiten für Musikkonsumenten durch Empowerment: Konsumenten generieren Inhalte
5. Die Verhinderung von Consumer Empowerment durch die Musikindustrie
5.1. Kopierschutzmaßnahmen & Anti Piraterie Maßnahmen
5.2. Verfolgung von Tauschbörsenutzern
6. Die neue Wertschöpfung im MusicBiz & die neue Rolle der Musikindustrie
6.1. Der „neue“ Musikmarkt
6.1.1. Digitales Rechte Management abschaffen
6.1.2. Inhalte bündeln & personalisieren
6.2. Long Tail Strategien entwickeln & „End of Control“ Maßnahmen umsetzen.
7. Fazit & Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht den fundamentalen Wandel in der Musikindustrie, der durch technologische Entwicklungen und das Phänomen des "Consumer Empowerment" ausgelöst wurde. Ziel ist es, die veränderte Rolle des Konsumenten zu analysieren und aufzuzeigen, welche neuen Strategien für Musikunternehmen notwendig sind, um in einer durch Digitalisierung und Web 2.0 geprägten Umgebung langfristig zu überleben.
- Phänomen des Consumer Empowerment im digitalen Zeitalter
- Strukturwandel der Musikindustrie und Entwertung traditioneller Kernkompetenzen
- Rolle von User Generated Content und sozialen Netzwerken
- Kritische Analyse von Gegenmaßnahmen wie DRM und Filesharing-Verfolgung
- Zukunftsfähige Ansätze wie Long-Tail-Strategien und das "End of Control"-Konzept
Auszug aus dem Buch
4. Neue Möglichkeiten für Musikkonsumenten durch Empowerment: Konsumenten generieren Inhalte
Der Musikkonsument von heute hat sich verändert. Sie wollen Angebote, die individuelle auf Ihre Bedürfnisse angepasst sind. Diese Bedürfnisse sind durch den rasanten Wandel des Internets und die dadurch stattfindende Vernetzung im stetigen Wandel. Denken wir nur an die unterschiedlichen Möglichkeiten, die wir heute haben, Musik zu konsumieren. Besonders stark wachsen zur Zeit die mobilen- „Handy“ Angebote der einzelnen Plattenfirmen. Auch die Möglichkeit Musik aufgrund von „sozialen Netzwerken“ zu konsumieren oder von dort zu beschaffen ist eine neue Art geworden, Musik zu bekommen. Denken wir nur an die oben schon erwähnten sozialen Netzwerke wie MySpace, Facebook, StudiVz. Nicht nur, dass diese Netzwerke zur Kommunikation der einzelnen Menschen untereinander beitragen, geben diese den Nutzern eine noch nie dagewesene Möglichkeit sich selbst darzustellen. Perfekt für Musikliebhaber als auch für Musikproduzenten, die nach neuen Inhalten oder Künstlern suchen. Der heutige Musikkonsument kann daher von überall, wann er will und wo er will auf Musik zugreifen. Ladenöffnungszeiten sind kein Hindernis mehr. Musik „schwirrt“ und „klingt“ im Internet.
Man könnte auch, wie schon im Punkt Consumer Empowerment 2.0 erwähnt, davon sprechen dass der heutige Musik Konsument seine „eigenen Inhalte“ generiert. Die neue Breitband Internet Technologie ermöglicht es einfacher denn je zuvor, seine eigenen (Musik) Inhalte zu erstellen und zu veröffentlichen. Durch „Internet Blogs“ kann jeder Konsument Autor, Journalist, oder andere Funktionen wahrnehmen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert den fundamentalen Umschwung der Musikindustrie durch Digitalisierung und den damit einhergehenden Kontrollverlust der Branche.
2. Consumer Empowerment: Es wird das Phänomen der Stärkung des Konsumenten definiert und das Modell des Consumer Empowerment 2.0 sowie dessen Determinanten erläutert.
3. Die problematische Lage der Musikindustrie: Das Kapitel analysiert den Rückgang traditioneller Vertriebswege und die Entwertung der Kernkompetenzen durch das digitale Musikformat und P2P-Tauschbörsen.
4. Neue Möglichkeiten für Musikkonsumenten durch Empowerment: Konsumenten generieren Inhalte: Der Fokus liegt auf der aktiven Rolle des Konsumenten als Produzent von Inhalten und der Bedeutung sozialer Netzwerke im Musikgeschäft.
5. Die Verhinderung von Consumer Empowerment durch die Musikindustrie: Hier werden die erfolglosen Versuche der Industrie, den Wandel durch Kopierschutzmaßnahmen und rechtliche Verfolgung aufzuhalten, kritisch hinterfragt.
6. Die neue Wertschöpfung im MusicBiz & die neue Rolle der Musikindustrie: Es werden alternative Strategien wie das Ende des DRM, Personalisierung sowie Long-Tail-Ansätze als notwendige Zukunftskonzepte vorgestellt.
7. Fazit & Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit der Feststellung, dass die Aufgabe alter Geschäftsmodelle der einzige Weg für die Industrie ist, um dem durch das Internet gestärkten Konsumenten gerecht zu werden.
Schlüsselwörter
Consumer Empowerment, Musikindustrie, Digitalisierung, Web 2.0, User Generated Content, DRM, Tauschbörsen, Long Tail, End of Control, Musikmarkt, Online-Musik, Wertschöpfung, Soziale Netzwerke, Musikbeschaffung, Geschäftsmodelle
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie technologische Entwicklungen und das Internet die Machtverhältnisse zwischen Musikindustrie und Konsumenten nachhaltig verschoben haben.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen das Consumer Empowerment, die Krise der Musikindustrie durch Piraterie und der Wandel zu neuen digitalen Wertschöpfungsmodellen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu erörtern, wie die Musikindustrie ihre Geschäftsmodelle anpassen muss, um im Zeitalter des "End of Control" überhaupt noch bestehen zu können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse aktueller Trends, ergänzt durch Fachliteratur und Studien zu den Themen Consumer Empowerment und Digitalisierung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Ursachen der Branchenkrise, die Rolle der sozialen Netzwerke, die gescheiterten Schutzmaßnahmen der Industrie und zukunftsorientierte Strategien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind unter anderem Consumer Empowerment, Digitale Transformation, Long Tail, Musikindustrie und User Generated Content.
Wie bewertet der Autor die bisherigen Kopierschutzmaßnahmen der Musikindustrie?
Die Maßnahmen werden als verzweifelte Versuche bewertet, die sich meist als wirkungslos erwiesen haben und zudem das Vertrauen der Kunden beschädigten.
Welchen Stellenwert nimmt das "End of Control"-Konzept von Gerd Leonhard ein?
Es bildet ein zentrales Argument der Arbeit, da es die Notwendigkeit postuliert, dass Unternehmen die Kontrolle über die Distribution aufgeben und den Konsumenten aktiv einbinden müssen.
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- Mag. Florian Meisel (Author), 2009, Consumer Empowerement – Wie verändert Technologie die Rolle des Konsumenten in the MusicBizz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/125257