Die vorliegende Thesis beschäftigt sich mit dem Thema „Überwachung der Arbeitnehmer am Arbeitsplatz – Grenzen und Möglichkeiten“ und der dazugehörigen Forschungsfrage „Inwieweit greift die Arbeitnehmerüberwachung in das Persönlichkeitsrecht ein?“.
Die Arbeitnehmerüberwachung ist aufgrund der technischen Möglichkeiten aktuell wie nie zuvor. Die heutige Arbeitswelt ist geprägt von einer zunehmend globalisierten Welt, sowie auch von rapiden Veränderungen der technischen und gesellschaftlichen Entwicklung. An diesem Punkt soll der Leser einen möglichst genauen und übersichtlichen Eindruck davon erhalten, was der Zweck der Arbeitnehmerüberwachung ist und welche Möglichkeiten zur Arbeitnehmerüberwachung existieren, mit den dazugehörigen rechtlichen Vorschriften. Auch im Zuge des vermehrten Homeoffice gewinnt das Thema zunehmend an Relevanz. Die Corona-Pandemie zwingt aktuell eine Vielzahl von Arbeitnehmern ihre Tätigkeit von zu Hause aus zu erbringen. Sofern die Tätigkeit es erlaubt, weisen Unternehmen flächendeckend ihre Mitarbeiter an, bis auf weiteres im Home-Office zu arbeiten. Hier stellt sich die Frage, inwieweit der Arbeitgeber seine Arbeitnehmer überwachen darf und wo die Grenzen und Möglichkeiten im Hinblick auf das Persönlichkeitsrechtes liegen.
Die Möglichkeiten der Arbeitnehmerüberwachung umfassen zum einen nicht technische Einrichtungen wie z. B. das Beobachten, Befragen oder Durchsuchen des Beschäftigten. Auf der anderen Seite gibt es auch eine Vielzahl von technischen Möglichkeiten der Überwachung, wie die elektronische Zeiterfassung, Zugangskontrollsysteme, Telefonüberwachung, Computerüberwachung und Videoüberwachung. Technische Überwachungseinrichtungen haben den Vorteil, dass sie ohne Zeitdruck eingesetzt werden können und kostengünstiger sind als der Einsatz von Detektiven oder Sicherheitspersonal.
Es gibt verschiedene Gründe für die Überwachung von Arbeitnehmern. Einer davon ist z.B. die Sicherheit der Mitarbeiter zu gewährleisten. Ein weiterer Grund kann darin liegen, Produkte vor potenziellen Diebstählen oder Angriffen zu schützen.
Fraglich ist, ob es rechtlich gesehen legitime Gründe dafür gibt, dass Arbeitnehmer ständig überwacht werden dürfen.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Problemstellung und Zielsetzung
- Aufbau und Vorgehensweise
- Zweck der Arbeitnehmerüberwachung
- Leistungs- und Verhaltenskontrolle
- Gestiegene Herausforderungen durch mobiles Arbeiten und Home-Office
- Möglichkeiten der Arbeitnehmerüberwachung
- Videoüberwachung
- E-Mail- und Telekommunikationsüberwachung
- Online-Recherche zu aktuellen und potentiellen Mitarbeitern/ der Gläserne Bewerber
- Persönlichkeitsrecht des Arbeitnehmers
- Grundlagen und Bedeutung
- Der Schutz durch das allgemeine Persönlichkeitsrecht
- Drittwirkung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts im Arbeitsverhältnis
- Das Persönlichkeitsrecht im Arbeitsverhältnis
- Beispiele zum Persönlichkeitsschutz des Arbeitnehmers
- Außerdienstliches Verhalten
- Ehrenschutz
- Überwachung
- Datenschutz
- Der Datenschutz
- Arbeitswelt 4.0
- Notwendigkeit und Entwicklung des Datenschutzes
- Datenschutz in der EU
- Die Regelungsrahmen der Art. 7- und Art. 8 EUGRC
- Öffnungsklausel
- Umsetzung der DSGVO in Deutschland
- Arbeitnehmerdatenschutz
- Rechte des Betriebsrates
- Überwachungsaufgabe des Betriebsrates
- Technische Einrichtung
- Datenverarbeitungssysteme als Mitbestimmungstatbestand
- Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen
- Zulässigkeit der Überwachung vorm Gericht als Beweisstück mit Fallbeispiel
- Fazit und Ausblick
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit befasst sich mit der Arbeitnehmerüberwachung am Arbeitsplatz und den damit verbundenen Grenzen und Möglichkeiten. Im Zentrum der Untersuchung steht die Frage, inwieweit die Arbeitnehmerüberwachung in das Persönlichkeitsrecht eingreift. Ziel der Arbeit ist es, einen umfassenden Überblick über den Zweck der Arbeitnehmerüberwachung, die verfügbaren Möglichkeiten, die geltenden rechtlichen Vorschriften sowie die Bedeutung des Persönlichkeitsrechts und des Datenschutzes im Arbeitsverhältnis zu geben.
- Rechtliche Grenzen der Arbeitnehmerüberwachung im Kontext des Persönlichkeitsrechts
- Möglichkeiten der Arbeitnehmerüberwachung und ihre Anwendung in der Arbeitswelt 4.0
- Rechte des Betriebsrates zur Wahrung des Arbeitnehmerdatenschutzes
- Relevanz des Datenschutzes im Arbeitsverhältnis, insbesondere im Kontext der DSGVO
- Zulässigkeit der Überwachung als Beweisstück im Gerichtsverfahren
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Die Arbeit stellt die Problemstellung und Zielsetzung dar und beleuchtet die zunehmende Bedeutung der Arbeitnehmerüberwachung im Kontext der Digitalisierung und des Home-Office.
- Zweck der Arbeitnehmerüberwachung: Dieses Kapitel behandelt die verschiedenen Gründe für die Überwachung von Arbeitnehmern, wie z.B. die Sicherstellung der Sicherheit, der Schutz von Produkten vor Diebstahl und die Kontrolle von Leistungs- und Verhaltensaspekten.
- Möglichkeiten der Arbeitnehmerüberwachung: Hier werden verschiedene Methoden der Arbeitnehmerüberwachung, wie z.B. Videoüberwachung, E-Mail- und Telekommunikationsüberwachung, sowie Online-Recherchen zu aktuellen und potentiellen Mitarbeitern vorgestellt.
- Persönlichkeitsrecht des Arbeitnehmers: Das Kapitel befasst sich mit den Grundlagen und der Bedeutung des Persönlichkeitsrechts, der Drittwirkung im Arbeitsverhältnis und den Beispielen für den Schutz des Arbeitnehmers vor unerlaubter Überwachung.
- Der Datenschutz: Dieses Kapitel erläutert den Datenschutz in der Arbeitswelt 4.0, die Notwendigkeit und Entwicklung des Datenschutzes, die Regelungen der DSGVO und deren Umsetzung in Deutschland sowie den speziellen Bereich des Arbeitnehmerdatenschutzes.
- Rechte des Betriebsrates: Hier werden die Aufgaben des Betriebsrates im Bereich der Arbeitnehmerüberwachung, die Mitbestimmung bei technischen Einrichtungen und Datenverarbeitungssystemen sowie die Rolle von Tarifverträgen und Betriebsvereinbarungen besprochen.
- Zulässigkeit der Überwachung vorm Gericht als Beweisstück mit Fallbeispiel: Dieses Kapitel untersucht die Frage, ob rechtswidrige Überwachung als Beweismittel vor Gericht zugelassen ist, und beleuchtet dies anhand eines Fallbeispiels.
Schlüsselwörter
Arbeitnehmerüberwachung, Persönlichkeitsrecht, Datenschutz, DSGVO, Betriebsrat, Arbeitswelt 4.0, Home-Office, Videoüberwachung, E-Mail-Überwachung, Telekommunikationsüberwachung, Online-Recherche, Rechtliche Grenzen, Möglichkeiten, Zulässigkeit, Beweisstück.
Häufig gestellte Fragen
Darf der Arbeitgeber Mitarbeiter im Home-Office überwachen?
Die Überwachung im Home-Office unterliegt strengen Grenzen des Persönlichkeitsrechts und Datenschutzes. Eine lückenlose Überwachung ist in der Regel unzulässig.
Ist Videoüberwachung am Arbeitsplatz erlaubt?
Videoüberwachung ist nur unter engen Voraussetzungen zulässig, etwa zur Gefahrenabwehr oder bei konkretem Verdacht auf Straftaten, und darf nicht der allgemeinen Leistungskontrolle dienen.
Welche Rolle spielt der Betriebsrat bei der Arbeitnehmerüberwachung?
Der Betriebsrat hat gemäß BetrVG ein Mitbestimmungsrecht bei der Einführung technischer Überwachungseinrichtungen, die dazu geeignet sind, das Verhalten oder die Leistung der Arbeitnehmer zu kontrollieren.
Darf der Arbeitgeber E-Mails der Beschäftigten lesen?
Das hängt davon ab, ob die private Nutzung des E-Mail-Accounts erlaubt ist. Bei Verbot hat der Arbeitgeber mehr Kontrollrechte, muss aber dennoch den Datenschutz wahren.
Was bedeutet „Arbeitswelt 4.0“ für den Datenschutz?
Durch zunehmende Digitalisierung und Vernetzung fallen mehr Daten an. Die DSGVO bietet hier den Rahmen, um das Recht auf informationelle Selbstbestimmung der Arbeitnehmer zu schützen.
- Citation du texte
- Sahra Gayib (Auteur), 2021, Überwachung der Arbeitnehmer am Arbeitsplatz. Grenzen und Möglichkeiten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1243372