Prostitutionstourismus ist eine der verschiedenen nachteiligen Auswirkungen des Massentourismus auf die Länder der Dritten Welt. Doch Massenprostitution ist keine zwangsläufige Konsequenz von Massentourismus in die Dritte Welt. Prostitution kann als Attraktion im harten Konkurrenzgeschäft genutzt werden, dann wird sie zum Touristenservice. Massentourismus in die Dritte Welt ist oft kein interkultureller Austausch, sondern ist weitgehend dominiert von den finanziellen und kulturellen Privilegien der weißen Reisenden.
Der Markt des Prostitutionstourismus macht sich Armutsverhältnisse und frauendiskriminierende Strukturen zunutze. Prostitution ist eine Folge der Tourismusindustrie zwischen Erster und Dritter Welt. Der Nord-Süd-Gegensatz erfährt eine radikale Widerspiegelung in der Prostitution.
Massentourismus selbst bringt nachteilige Veränderungen für breite Bevölkerungsschichten mit sich und verschlechtert häufig die Lebensgrundlage von Frauen noch mehr, womit ihr Weg in die Prostitution gekennzeichnet ist.
Werbung für Sextourismus baut auf weitverbreitete sexistische und rassistische Klischees auf. Der Kauf von weiblicher Sexualität wird durch Werbung für Sextourismus unterstützt und gefördert. Mit der konsequenten Unterlassung könnte einiges bewirkt werden: Die Trennung zwischen Sextouristen und „normalen“ Touristen wäre nicht mehr möglich. Der Ausweitung von Sextourismus in andere Länder der Dritten Welt wäre entgegengewirkt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung:
a, Internationaler Tourismus als Wachstumsbranche Nr. Eins
b, Tourismus als Entwicklungsstrategie
c, Prostitutionstourismus
c a, Schätzungen zum Umfang des Prostitutionstourismus
c b, Formen der Werbung für den Prostitutionstourismus
c b a, Werbung für Sextourismus in den Massenmedien
c b b, Werbung der Reiseveranstalter
c b c, Werbung der Reiseführer
c b d, Werbung für Sextourismus durch Pornographie
c c, Organisatorische Zusammenhänge und ökonomische Verflechtungen zwischen Tourismus- und Prostitutionstourismusindustrie
c d, Aktuelle Entwicklungen im Prostitutiostourimus
2 Fallstudie Thailand:
a, Literaturlage
b, Zur wirtschaftlichen Entwicklung
c, Situation der Frauen
c a, Frauenrolle und Religion
c b, Geschichte der Frauenarbeit
c c, Frauenarbeit in der Landwirtschaft
c d, Arbeitsmigration in die Städte
c e Arbeit im Diebstleistungssektor
d, Prostitutionstourismus in Thailand
d a, Geschichte der Prostitution
d a a, Regelung der Prostitution durch Gesetze
d a b, Auswirkungen der Militarisierung im Zuge des Vietnamkrieges
d b, Zentren des Prostitutiostourismus
d c, Arbeit im Sex-Service-Sektor
d c a, Biographische Daten zu den Prostituierten
d c b, Wege in die Prostitution
d c c, Formen der Prostitution
d c d, Psychische Situation der Prostituierten
d c e, Gesundheitsversorgung der Prostituierten
d c f, Profiteure des Sextourismus und Verdienst der Prostituierten
d c g, Unterstützung der Familien mit dem Verdienst aus der Prostitution
d c h, Möglichkeiten des Ausstiegs aus der Prostitution
d d, Staatlicher Umgang mit Prostitution
e, Aktionsgruppen und Widerstand in Thailand
3, Zusammenfassende Bemerkungen
4, Ergebnisse und handlungsorientierte Empfehlungen
a, Zum Schutz der Frauen
b, Strafverfolgung
c, Prävention
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die komplexen Zusammenhänge zwischen internationalem Massentourismus und dem Prostitutionstourismus in Thailand. Das primäre Ziel ist es, die strukturellen Ursachen, die ökonomischen Verflechtungen und die soziale Lage der betroffenen Frauen zu beleuchten, um daraus fundierte, handlungsorientierte Empfehlungen zum Schutz der Frauen sowie zur Prävention abzuleiten.
- Analyse der Tourismusentwicklung als wirtschaftliche Strategie und deren negative Folgen.
- Untersuchung der Werbestrukturen und ökonomischen Verflechtungen des Sextourismus.
- Darstellung der soziokulturellen und ökonomischen Situation der Frauen in Thailand.
- Kritische Beleuchtung der staatlichen Maßnahmen und rechtlichen Rahmenbedingungen.
- Aufzeigen von Strategien für Schutzmaßnahmen und notwendige Präventionsansätze.
Auszug aus dem Buch
d a a, Regelung der Prostitution durch Gesetze:
1909 wurde die Prostitution mit einem Gesetz zur Kontrolle und Verhütung von Geschlechtskrankheiten geregelt. Prostituierte durften nicht öffentlich sichtbar sein, wodurch sie in Bordelle gezwungen wurden, von denen der Staat Steuern einnahm. 1960 kam es zu einem Verbot der Prostitution. Zu diesem Zeitpunkt waren schon viele Prostituierte Thailänderinnen aus ländlichen Gegenden, die zur Prostitution gezwungen wurden.
Das Verbot der Prostitution verringerte aber nicht die Anzahl der Prostituierten, sondern die Nachfrage stieg. Eine Folge war die Verschlechterung der Lebensverhältnisse für Frauen, die nun auch der Polizei ausgeliefert waren.
Eine Anwendung der Gesetze gegen die Organisatoren und Profiteure wie Bordellbesitzer und nicht gegen die Prostituierten würde das Geschäft mit der Prostitution schon erheblich einschränken. Doch gegen eine Unterstützung dieses Vorschlages spricht die enge Verbindung von Polizei, Politik und Sexgeschäft.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel erläutert den Tourismus als Wachstumsbranche und dessen Rolle als Entwicklungsstrategie, wobei der Fokus insbesondere auf der Entstehung des Prostitutionstourismus in Südostasien nach dem Vietnamkrieg liegt.
2 Fallstudie Thailand: Die Fallstudie analysiert die sozioökonomische Lage der thailändischen Frauen, die Geschichte der Prostitution im Land sowie die verschiedenen Formen der Ausbeutung, den staatlichen Umgang damit und bestehende Widerstandsstrukturen.
3, Zusammenfassende Bemerkungen: Hier wird festgehalten, dass Massenprostitution keine zwangsläufige Folge des Massentourismus ist, sondern eine touristische Dienstleistung, die auf Armut und frauendiskriminierenden Strukturen aufbaut.
4, Ergebnisse und handlungsorientierte Empfehlungen: Dieses Kapitel liefert auf Basis der Analyse Empfehlungen, die unter anderem einen besseren Schutz der Frauen, konsequentere Strafverfolgung und langfristig angelegte Präventionsmaßnahmen fordern.
Schlüsselwörter
Thailand, Frauenrechte, Menschenrechte, Sextourismus, Tourismusindustrie, Prostitution, wirtschaftliche Entwicklung, Frauenarbeit, soziale Ausbeutung, Massentourismus, Geschlechterrollen, Arbeitsmigration, Armutsbekämpfung, Prävention.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den negativen Auswirkungen des Massentourismus auf Länder der Dritten Welt, unter besonderer Berücksichtigung des Prostitutionstourismus am Beispiel von Thailand.
Was sind die zentralen Themenfelder dieser Analyse?
Die Schwerpunkte liegen auf der ökonomischen Verflechtung der Tourismusbranche mit der Sexindustrie, der soziokulturellen Situation thailändischer Frauen und der Rolle staatlicher sowie gesellschaftlicher Strukturen bei der Aufrechterhaltung dieses Systems.
Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?
Ziel ist es, die Ursachen und Hintergründe des Prostitutionstourismus zu identifizieren und konkrete Handlungsempfehlungen zum Schutz der Frauen sowie zur Prävention aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse der vorhandenen Literaturlage und empirischer Studien thailändischer Sozialwissenschaftlerinnen, um ein Bild der Lebenslage der betroffenen Frauen zu zeichnen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine umfassende Fallstudie zu Thailand, welche die wirtschaftlichen Hintergründe, die traditionelle Frauenrolle, Ursachen der Arbeitsmigration und die verschiedenen Formen der Prostitution detailliert untersucht.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Untersuchung?
Zentrale Begriffe sind Thailand, Prostitutionstourismus, Frauenrechte, strukturelle Ausbeutung und ökonomische Abhängigkeit.
Welche Rolle spielt der Vietnamkrieg für die heutige Prostitutionsinfrastruktur in Thailand?
Die Stationierung von US-amerikanischem Militär schuf während des Vietnamkrieges eine enorme Nachfrage nach sexuellen Dienstleistungen, was zur Etablierung einer entsprechenden städtischen Infrastruktur führte, die nach Kriegsende direkt in den Tourismussektor übernommen wurde.
Warum greifen staatliche Verbote der Prostitution in Thailand laut der Autorin nicht?
Die Autorin argumentiert, dass die Kriminalisierung primär die Prostituierten trifft, während die enge Verbindung zwischen Polizei, Politik und dem Sexgeschäft die Profiteure schützt und das System aufrechterhält.
- Quote paper
- Mag. Karin Stepanek (Author), 1995, Frauenrechte - Menschenrechte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/12420