Diese Arbeit soll beleuchten, was für Arten von Freiheiten Rousseau vorschwebten und wie sie sich mit dem Gesellschaftsvertrag vereinbaren, selbiges dann am praktizierten Beispiel Amerika geschildert von Tocqueville sowie dessen Ansicht zur Freiheit im Vergleich mit Rousseau untersuchen. Auch soll gezeigt werden, warum Tocqueville die Freiheit für bedroht hielt. Zuletzt sollen vor allem die Freiheitsbegriffe beider Autoren noch einmal verglichen werden, dabei die theoretischen Kategorien des Artikels „Freiheit“ von Bernd Ladwig aus dem Buch „Politische Theorie“ verwendend.
Interessant ist es auch, ob Pestalozzi Recht hatte, als er davon sprach, dass Rousseau Freiheit und Gehorsam getrennt hatte und es nun wieder zu vereinigen sei, da „die absolute Freiheit bloß Einbildung sei, die aber, in die Tat umgesetzt, zur totalen Versklavung führen müsse; wovor dann auch die großen französischen Staatsdenker des 19. Jahrhunderts, Alexis de Tocqueville und Benjamin Constant, warnten.“ Hat Rousseau überhaupt getrennt? Gehört es zusammen? Und was sagte Tocqueville dazu?
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Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Rousseau
- Der Naturzustand
- Der Gesellschaftsvertrag
- Freiheit durch Gleichheit
- Freiheit und Knechtschaft
- Fazit
- Tocqueville
- Religiöser Freiheitsbegriff und freiwillige Knechtschaft
- Viele Arten von Freiheit und die Gefahr der Gleichschaltung
- Die Vereinigungsfreiheit
- Demokratie erstickt geistige Freiheit, erhält aber andere Freiheiten
- Gefahr des Individualismus und freiheitliche Institutionen als Schutz
- Fazit
- Der theoretische Begriff Freiheit nach Bernd Ladwig
- Vergleich der Freiheit bei Rousseau und Tocqueville
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die Konzepte von Freiheit bei Jean-Jacques Rousseau und Alexis de Tocqueville. Sie vergleicht ihre Auffassungen von Freiheit, untersucht Rousseaus Konzept des Gesellschaftsvertrags und analysiert Tocquevilles Beobachtungen zur Demokratie in Amerika im Hinblick auf Freiheit. Die Arbeit nutzt dabei auch die theoretischen Kategorien von Bernd Ladwig zum Begriff der Freiheit.
- Rousseaus Naturzustand und Gesellschaftsvertrag
- Verschiedene Arten von Freiheit bei Rousseau und Tocqueville
- Der Einfluss der Demokratie auf die Freiheit (Tocqueville)
- Vergleich der Freiheitskonzepte von Rousseau und Tocqueville
- Die Rolle von Gleichheit und Freiheit
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in die Thematik ein und stellt die zentralen Autoren und deren Werke vor. Das Kapitel zu Rousseau beleuchtet seinen Naturzustand und den Gesellschaftsvertrag als Mittel zur Sicherung von Freiheit und Ordnung. Es wird auf die verschiedenen von Rousseau beschriebenen Freiheitsbegriffe eingegangen. Das Kapitel über Tocqueville fokussiert auf seine Analyse der amerikanischen Demokratie und deren Auswirkungen auf verschiedene Freiheitsaspekte, einschließlich der Gefahr des Individualismus und der Bedeutung freiheitlicher Institutionen. Das Kapitel zu Ladwig bietet einen theoretischen Rahmen für den Vergleich der beiden Autoren.
Schlüsselwörter
Freiheit, Rousseau, Tocqueville, Gesellschaftsvertrag, Naturzustand, Demokratie, Gleichheit, Individualismus, Freiheitliche Institutionen, Bernd Ladwig, Politische Theorie.
Häufig gestellte Fragen
Wie definiert Rousseau den Begriff Freiheit im Gesellschaftsvertrag?
Rousseau unterscheidet zwischen natürlicher Freiheit und bürgerlicher Freiheit, die durch den Gehorsam gegenüber dem selbstgegebenen Gesetz (dem Gemeinwillen) erreicht wird.
Welche Gefahr sieht Tocqueville für die Freiheit in der Demokratie?
Tocqueville warnt vor der "Tyrannei der Mehrheit" und der Gefahr, dass Gleichheit zu einem sanften Despotismus führt, der die individuelle geistige Freiheit erstickt.
Wie hängen Gleichheit und Freiheit bei Rousseau zusammen?
Für Rousseau ist Gleichheit die Voraussetzung für Freiheit, da niemand so reich sein darf, um einen anderen zu kaufen, und niemand so arm, um sich verkaufen zu müssen.
Was ist Tocquevilles Ansicht zur Vereinigungsfreiheit?
Er betrachtet die Freiheit, sich zu vereinigen, als wesentlichen Schutz gegen die Macht des Staates und als Mittel zur Erhaltung der individuellen Unabhängigkeit.
Hat Rousseau Freiheit und Gehorsam getrennt?
Die Arbeit diskutiert Pestalozzis Ansicht dazu und zeigt auf, dass für Rousseau Freiheit gerade im Gehorsam gegenüber dem Gemeinwillen (Volonté Générale) liegt.
Welche Rolle spielt der Individualismus bei Tocqueville?
Tocqueville sieht im Individualismus die Gefahr, dass Bürger sich ins Privatleben zurückziehen und so den Weg für eine despotische Staatsgewalt ebnen.
- Citation du texte
- Andre Schuchardt (Auteur), 2008, Der Begriff Freiheit bei Rousseau und Tocqueville, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/124055