Was in der deutschen Bevölkerung selbstverständlich war, vertraten zuerst auch die 4 Besatzungsmächte nach ihren Kriegskonferenzen sowie der Potsdamer Konferenz. Zwar sollte Polen deutsche Gebiete zur Entschädigung erhalten, aber die Einheit Deutschlands sollte das oberste Ziel der alliierten Besatzungspolitik sein. Da es in Deutschland nun einen kapitalistischen Westen und kommunistischen Osten gab, war eine Teilung vorhersehbar. Die Verschmelzung der amerikanischen und britischen Besatzungszonen zur Bizone, die Währungsreform, die Berlin-Blockade, aber auch unterschiedliche Strategien in der Entnazifizierung zerstörten das Vertrauen zwischen den Alliierten und verhinderten eine gemeinsame Besatzungspolitik. Aber warum wurden letztendlich zwei deutsche Staaten gegründet? Wer hatte den größten Anteil an der Gründung der Bundesrepublik? Inwiefern hatte man aus den Fehlern der Weimarer Republik gelernt? Warum wurde ausgerechnet die kleine Universitätsstadt Bonn zur Bundeshauptstadt? Welche Optionen wurden für eine deutsche Einheit offen gelassen? Diesen Fragen wird in der folgenden Seminararbeit nachgegangen. Sie soll weniger die soziale und wirtschaftliche Situation der Nachkriegszeit beschreiben und auch nicht die Schuld an der deutschen Teilung suchen, sondern die politischen Prozesse, die zur Gründung der Bundesrepublik in den westlichen Besatzungszonen führten. Das Hauptaugenmerk soll auf der Entstehung des Grundgesetzes liegen.
Inhaltsverzeichnis
- Fragestellung
- Stunde „Null“?
- Verwaltungsaufbau und Besatzungspolitik
- Entnazifizierung
- Haltung der Westalliierten zum neuen deutschen Staat
- Die Frankfurter Dokumente
- Das Grundgesetz als Gründungsdokument der Bundesrepublik Deutschland
- Der Konvent von Herrenchiemsee
- Der Parlamentarische Rat
- Die Ratifizierung des Grundgesetzes
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Seminararbeit befasst sich mit den politischen Prozessen, die zur Gründung der Bundesrepublik Deutschland in den westlichen Besatzungszonen führten. Im Fokus steht die Entstehung des Grundgesetzes. Die Arbeit untersucht die Frage, inwiefern die Bundesrepublik eine provisorische Gründung war und welche Rolle die Besatzungsmächte in diesem Prozess spielten.
- Die unterschiedlichen Besatzungspolitiken der Westalliierten
- Die Rolle des Verwaltungsaufbaus und der Entnazifizierung bei der Staatsgründung
- Die Entstehung des Grundgesetzes im Parlamentarischen Rat
- Die Bedeutung des Konvents von Herrenchiemsee für die Grundgesetzgebung
- Die Ratifizierung des Grundgesetzes und die Gründung der Bundesrepublik
Zusammenfassung der Kapitel
- Fragestellung: Die Einleitung stellt die zentrale Frage der Arbeit: Inwiefern war die junge Bundesrepublik eine provisorische Gründung? Sie beleuchtet die verschiedenen Perspektiven auf die Gründung der Bundesrepublik und die unterschiedlichen Ansätze der Besatzungsmächte.
- Stunde „Null“?: Dieses Kapitel behandelt die unmittelbare Nachkriegszeit und die Auswirkungen der Besatzungspolitik auf die deutsche Gesellschaft. Es werden die unterschiedlichen Verwaltungsstrukturen in den Besatzungszonen sowie die Entnazifizierung und die Haltung der Westalliierten zum neuen deutschen Staat analysiert.
- Die Frankfurter Dokumente: Dieses Kapitel befasst sich mit den Frankfurter Dokumenten, die einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung des Grundgesetzes geleistet haben. Die Dokumente formulierten grundlegende politische Prinzipien und Forderungen für die zukünftige deutsche Verfassung.
- Das Grundgesetz als Gründungsdokument der Bundesrepublik Deutschland: Dieses Kapitel behandelt die Entstehung des Grundgesetzes, welches die Grundlage für die politische Ordnung der Bundesrepublik Deutschland wurde. Es werden der Konvent von Herrenchiemsee, der Parlamentarische Rat und die Ratifizierung des Grundgesetzes betrachtet.
Schlüsselwörter
Die Arbeit konzentriert sich auf die Gründung der Bundesrepublik Deutschland und die Entstehung des Grundgesetzes. Wichtige Themen sind die Besatzungspolitik der Westalliierten, der Verwaltungsaufbau in den Besatzungszonen, die Entnazifizierung, der Parlamentarische Rat, der Konvent von Herrenchiemsee und die Ratifizierung des Grundgesetzes.
Häufig gestellte Fragen
Warum wurden 1949 zwei deutsche Staaten gegründet?
Unterschiedliche Ideologien (Kapitalismus vs. Kommunismus), die Berlin-Blockade und das Scheitern einer gemeinsamen Besatzungspolitik führten zur Teilung und Staatsgründung in West und Ost.
Was war der „Konvent von Herrenchiemsee“?
Ein Expertengremium, das im August 1948 einen Verfassungsentwurf erarbeitete, der als wesentliche Grundlage für die Beratungen des Parlamentarischen Rates diente.
Warum wurde das Grundgesetz nicht „Verfassung“ genannt?
Um den provisorischen Charakter der Staatsgründung zu betonen und den Anspruch auf eine künftige Wiedervereinigung aller Deutschen offen zu halten.
Welche Rolle spielten die Westalliierten bei der Gründung der BRD?
Durch die Frankfurter Dokumente gaben sie den Anstoß zur Staatsgründung und setzten demokratische sowie föderale Rahmenbedingungen für das neue Grundgesetz fest.
Warum wurde Bonn zur Bundeshauptstadt gewählt?
Bonn wurde als provisorischer Sitz gewählt, um den vorläufigen Charakter der Bundesrepublik zu unterstreichen und die Hoffnung auf eine Rückkehr nach Berlin nicht aufzugeben.
- Citation du texte
- Tim Holzlehner (Auteur), 2017, Die Gründung der Bundesrepublik Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1239802