Betrachtet man die allgemeine deutsche Gesellschaft heutzutage, wird man nur wenige Familien finden, bei denen es in den letzten Generationen keine Migration in der Familiengeschichte gegeben hat. Um so mehr verwundert daher die Tatsache, dass nach einer allgemeinen Bevölkerungsumfrage der Sozialwissenschaften im Jahr 1996 sich fast 30 % der Befragten aufgrund der Ausländer im eigenen Land als Fremde fühlten. Knapp die Hälfte war damals der Meinung, dass ausländische Mitbürger das soziale System in Deutschland belasten würden und fast 45 % führten Wohnungsknappheit auf die Anwesenheit von Ausländern zurück. Besorgniserregender waren jedoch folgende Ergebnisse: fast die Hälfte war überzeugt davon, dass Ausländer mehr Straftaten begehen würden als Deutsche, 50 % waren generell gegen eine Einbürgerung und der Anteil der Einheimischen, die überhaupt Kontakt zu Ausländern hatten, lag gerade mal bei 60 %.
Diese erschreckenden Ergebnisse aus dem Jahr 1996 würden bei einer aktuellen Umfrage nicht viel anders ausfallen. Doch eine positive Integration kann nur dann gelingen, wenn Eingewanderte sich in ihrer neuen Umgebung wohl und ihr zugehörig fühlen und nicht mit alltagsrassistischen Erfahrungen konfrontiert werden.
Besonderes Augenmerk muss dabei in zweierlei Hinsicht auf die jungen Migranten gelegt werden. Zum einen ist der Anteil der ausländischen Kinder und Jugendlichen an der altersentsprechenden Bevölkerung insgesamt höher als der Anteil der ausländischen Personen insgesamt, zum anderen stellen auch diese Kinder und Jugendlichen die Zukunft unserer Gesellschaft dar.In einer Zeit des massiven Fachkräftemangels und sinkenden Geburtenraten in Deutschland, sind es genau diese Migranten, die uns eine Chance bieten, gesellschaftliche und wirtschaftliche Probleme anzugehen. Sie müssen als Chance verstanden werden, indem man sie unterstützt und ihre Kompetenzen nutzt.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 1.1. Ziel und Vorgehensweise
- 1.2. Begriffsabgrenzungen
- 2. Migration und Arbeitsmarkt in Deutschland
- 2.1. Migrantenanteile nach ethnischen Gruppen
- 2.2. Arbeitsmarktdaten für Migranten
- 2.3. Schulbildung für Migranten
- 2.4. Ausbildungsmarkt für Migranten
- 3. Probleme und Potenziale für Migranten
- 3.1. Sprache
- 3.2. Kultur/Religion
- 3.3. Schulische Vorbildung
- 3.4. Eingliederungsmaßnahmen
- 4. Typische Einstiegsberufe und Vorschläge alternativer Berufe
- 4.1. Typische Einstiegsberufe ohne Ausbildung
- 4.2. Typische Einstiegsberufe mit kaufmännischer/technischer Ausbildung
- 4.3. Besondere Abschlüsse von Migranten
- 4.4. Alternativen und zukünftige Berufsfelder
- 5. Zusammenfassung und Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die Ausbildungssituation von Jugendlichen mit Migrationshintergrund in Deutschland. Ziel ist es, die Herausforderungen und Chancen im deutschen Ausbildungssystem für diese Gruppe zu beleuchten und mögliche Lösungsansätze aufzuzeigen.
- Herausforderungen im deutschen Ausbildungssystem für Jugendliche mit Migrationshintergrund
- Der Einfluss von Sprache, Kultur und Religion auf den Ausbildungserfolg
- Analyse der typischen Einstiegsberufe und Alternativen für Migranten
- Bewertung der Bedeutung von Schulbildung und Eingliederungsmaßnahmen
- Ausblick auf zukünftige Berufsfelder und Potenziale
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung beschreibt Zielsetzung und Methodik der Arbeit. Kapitel 2 analysiert die Situation von Migranten auf dem deutschen Arbeitsmarkt, einschließlich Daten zu Migrantenanteilen, Arbeitsmarktzahlen und Ausbildungschancen. Kapitel 3 beleuchtet die spezifischen Probleme und Potenziale, die mit Sprache, Kultur, Schulbildung und Eingliederungsmaßnahmen für Migranten verbunden sind. Kapitel 4 befasst sich mit typischen Einstiegsberufen und vorschlägt alternative Berufsmöglichkeiten für Jugendliche mit Migrationshintergrund.
Schlüsselwörter
Migrationshintergrund, Ausbildung, Arbeitsmarkt, Integration, Sprache, Kultur, Schulbildung, Eingliederungsmaßnahmen, Berufsausbildung, Deutschland.
Häufig gestellte Fragen
Welche Hürden haben Jugendliche mit Migrationshintergrund auf dem Ausbildungsmarkt?
Zentrale Herausforderungen sind Sprachbarrieren, kulturelle Unterschiede, fehlende Kontakte zum Arbeitsmarkt und oft schlechtere schulische Vorbildung.
Warum sind junge Migranten wichtig für die deutsche Wirtschaft?
Angesichts von Fachkräftemangel und sinkenden Geburtenraten stellen sie ein enormes Potenzial dar, um gesellschaftliche und wirtschaftliche Probleme zu lösen.
Welchen Einfluss hat die Sprache auf den Ausbildungserfolg?
Die Beherrschung der deutschen Sprache ist der Schlüssel zur Integration. Defizite führen oft zu Problemen in der Berufsschule und bei der Kommunikation im Betrieb.
Was sind typische Einstiegsberufe für Migranten ohne Ausbildung?
Häufig finden sich Einstiege in ungelernten Tätigkeiten im Dienstleistungssektor, in der Gastronomie oder in der Logistik, die jedoch wenig Aufstiegschancen bieten.
Wie kann Integration im Ausbildungssystem besser gelingen?
Durch gezielte Eingliederungsmaßnahmen, Unterstützung beim Spracherwerb und eine stärkere Nutzung der vorhandenen interkulturellen Kompetenzen der Jugendlichen.
Spielt Alltagsrassismus eine Rolle bei der Jobsuche?
Die Arbeit weist darauf hin, dass Vorurteile und mangelnder Kontakt zwischen Einheimischen und Zuwanderern die Integration und das Wohlbefinden erschweren können.
- Arbeit zitieren
- Dipl.-Betriebswirtin (FH) Christine Bader (Autor:in), 2008, Ausbildungssituation Jugendlicher mit Migrationshintergrund in Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/123652