Die Ausarbeitung befasst sich mit dem Ansatz der biographischen Diagnostik nach Hanses sowie der narrativ-biographischen Diagnostik nach Fischer und Goblirsch. Des Weiteren werden Ziele und Bedeutung biographischer Diagnostik näher beleuchtet.
Diese Methode der Fallrekonstruktion basiert auf einem sog. rekonstruktiv-hermeneutischen Ansatz. Zentral sind die Begriffe der verstehenden Diagnostik sowie das kontrollierte Fremdverstehen. Umsetzbar wird dies dadurch, indem der Therapeut die Erzählungen des Klienten, seine Erfahrungen und eventuelle Zusammenhänge widerspiegelt. Somit kann beim Klienten ein positives Umdenken in Bezug auf seine Selbstwahrnehmung stattfinden und er erhält einen anderen Blick auf seine individuelle Lebensgeschichte. Darüber hinaus werden die Erfahrungen und Lebenseinstellungen des Klienten mit dessen psychosozialen Problemlagen in Verbindung gesetzt. Als Form der Gesprächsführung dient das narrative Interview in abgewandelter Form. Hierbei soll nicht frei erzählt werden, sondern es steht eine bestimmte Lebensphase bzw. ein prägendes Ereignis im Mittelpunkt. Das Verfahren gibt deshalb einen abgekürzten Rahmen vor, da es beispielsweise in Kliniken verwendet wird und den Zweck hat, Zeit zu sparen. Jedoch ist trotz dieser Einschränkungen von großer Bedeutung, dass z.B. der Umfang oder die Aneinanderreihung der Erzählungen dem Klienten überlassen werden. Nur dadurch erhält man einen Einblick seine Erlebnis- und Gefühlswelt.
Inhaltsverzeichnis
- Verfahren in der biographischen Diagnostik nach Hanses
- Verfahren in der narrativ-biographischen Diagnostik nach Fischer/Goblirsch
- Ziele der narrativ-biographischen Diagnostik
- Bedeutung der narrativ-biographischen Diagnostik
- Fazit zu den Ansätzen der biographischen und narrativ-biographischen Diagnostik
- Biographische Ressourcen
- Ressourcendimensionen
- Anwendung der Ressourcenorientierung in der Praxis
- Das ungelebte Leben
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit analysiert Verfahren der biographischen und narrativ-biographischen Diagnostik und beleuchtet deren Bedeutung für die psychosoziale Arbeit. Sie untersucht die Methoden von Hanses und Fischer/Goblirsch im Hinblick auf deren Ziele, Anwendungsbereiche und Bedeutung in der Praxis.
- Rekonstruktion biographischer Erfahrungen
- Analyse von Lebenslaufstrukturen
- Identifizierung und Nutzung biographischer Ressourcen
- Verständnis von Orientierungsstrukturen und Handlungsmustern
- Entwicklung von Problemlösungsstrategien und Empowerment
Zusammenfassung der Kapitel
- Verfahren in der biographischen Diagnostik nach Hanses: Dieses Kapitel erläutert die Methode der biographischen Fallrekonstruktion nach Hanses, die auf einem rekonstruktiv-hermeneutischen Ansatz basiert. Es werden die Ziele, die Gesprächsführung und die drei Varianten der Rekonstruktion dargestellt. Besonderes Augenmerk liegt auf der Ressourcenorientierung, die auf positiven Ereignissen und Lebensstrategien fokussiert.
- Verfahren in der narrativ-biographischen Diagnostik nach Fischer/Goblirsch: Hier wird die Methode der narrativ-biographischen Diagnostik vorgestellt, die die gesamte Lebensspanne des Klienten in den Blick nimmt und auf die Rekonstruktion von Lebenslaufstrukturen und Ressourcen fokussiert. Es werden die Ziele und die Bedeutung dieses Ansatzes im Kontext gesellschaftlicher Veränderungen beleuchtet.
- Biographische Ressourcen: Dieses Kapitel beschäftigt sich mit dem Begriff der biographischen Ressourcen und deren Bedeutung für die Bewältigung von Herausforderungen und die Gestaltung der eigenen Zukunft. Es wird betont, wie Lebenserfahrungen als Ressource dienen können, Selbstbewusstsein fördern und die Entwicklung der eigenen Person beeinflussen.
Schlüsselwörter
Biographische Diagnostik, narrativ-biographische Diagnostik, Fallrekonstruktion, Ressourcenorientierung, Lebenslaufstrukturen, Empowerment, Orientierungsstrukturen, Selbstwahrnehmung, Handlungsmuster, gesellschaftliche Veränderungen.
Häufig gestellte Fragen
Was ist biographische Diagnostik?
Eine Methode der Fallrekonstruktion, die lebensgeschichtliche Erzählungen nutzt, um psychosoziale Problemlagen und Ressourcen zu verstehen.
Wie funktioniert ein narratives Interview?
Der Klient erzählt frei über bestimmte Lebensphasen, wodurch Therapeuten Einblick in seine Erlebniswelt und Handlungsmuster erhalten.
Was bedeutet Ressourcenorientierung in der Diagnostik?
Anstatt nur auf Defizite zu schauen, werden positive Erfahrungen und Stärken aus der Biographie identifiziert, um Problemlösungen zu entwickeln.
Welche Ziele verfolgt die Diagnostik nach Fischer und Goblirsch?
Ziele sind die Rekonstruktion von Lebenslaufstrukturen, das Empowerment des Klienten und die Entwicklung neuer Selbstwahrnehmungen.
Was versteht man unter „kontrolliertem Fremdverstehen“?
Es ist der methodisch abgesicherte Versuch eines Therapeuten, die subjektive Sichtweise des Klienten ohne vorschnelle Wertung nachzuvollziehen.
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- Anonym (Author), 2016, Biographische Diagnostik – Methoden, Ziele und Bedeutung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1225197