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Tathandlung und absolutes Ich bei Fichte. Eine Untersuchung des ersten Paragraphen der "Grundlage der gesamten Wissenschaftslehre" (1794)

Titel: Tathandlung und absolutes Ich bei Fichte. Eine Untersuchung des ersten Paragraphen der "Grundlage der gesamten Wissenschaftslehre" (1794)

Hausarbeit , 2021 , 17 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Davy Mühlenbein (Autor:in)

Philosophie - Theoretische (Erkenntnis, Wissenschaft, Logik, Sprache)
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Einführung in die Philosophie Johann Gottlieb Fichtes bietet eine nähere Betrachtung des ersten Paragraphen der Grundlage der gesamten Wissenschaftslehre von 1794. Fichte beansprucht mit seiner Wissenschaftslehre nicht weniger als eine Letztbegründung allen Wissens zu leisten, und entfaltet zu diesem Zwecke eine Egologie, die das transzendentalphilosophische Programm Immanuel Kants fortführt. Jene Egologie ist keine Metaphysik des Subjekts, sondern der Versuch, mehrere Formen der Selbstbezüglichkeit des Ichs miteinander zu verknüpfen.

Die Wissenschaftslehre und damit auch die Begründung menschlichen Wissens ankern bei Fichte im absoluten Ich. Dieses ist kein personelles, konkretes Ich, sondern reine Selbstbezüglichkeit, verstanden als unbestimmte und mit sich selbst identische Tätigkeit. Jene Tätigkeit bezeichnet Fichte als Tathandlung. Absolutes Ich und Tathandlung sind Prinzipien des Selbstbewusstseins. Fichte war der Ansicht, dass sich Selbstbewusstsein und Ich nur dann konsistent denken lassen, wenn jene Prinzipien mitbedacht würden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Historischer Rückblick

3. Die Grundlage der gesamten Wissenschaftslehre

4. Der erste Grundsatz

4.1 Propädeutik

4.1.1 Der Satz der Identität

4.1.2 Noesis und Noema

4.2 Tathandlung und absolutes Ich

5. Fazit

Zielsetzung & Themenfelder

Die vorliegende Arbeit untersucht den ersten Paragraphen von Johann Gottlieb Fichtes Hauptwerk „Grundlage der gesamten Wissenschaftslehre“ (1794), um durch eine abstrahierende Reflexion den philosophischen Sinn der darin beschriebenen Tathandlung und des absoluten Ichs zu erschließen.

  • Der Deutsche Idealismus und Fichtes Stellung zur kantischen Philosophie.
  • Die Kritik am Subjekt-Objekt-Verhältnis bei Reinhold und die Entwicklung der Tathandlung.
  • Die logische Begründung der Selbstsetzung des Ichs durch das Prinzip "Ich = Ich".
  • Die Unterscheidung zwischen noetischer und noematischer Identität als Erkenntnismethode.
  • Die Funktion des absoluten Ichs als Bedingung der Möglichkeit von Selbstbewusstsein.

Auszug aus dem Buch

4.2 Tathandlung und absolutes Ich

Um zur Tathandlung des absoluten Ichs zu kommen, stellt Fichte zunächst fest, dass durch den Satz der Identität geurteilt wird, was wiederum eine Handlung darstellt, nämlich eine Handlung des menschlichen Geistes. Dieser Handlung liegt nun die noetische Identität „Ich bin“ zu Grunde, denn ohne einen Handelnden kann es keine Handlung geben.

Die entscheidende Frage, die an diesem Punkt gestellt werden muss, ist die nach der Denkmöglichkeit der noetischen Identität des Selbstbewusstseins. Wir wissen zwar durch die noematische von der noetischen Identität, weil sich letztere durch das erste artikuliert, aber was die noetische Identität ihrem Wesen nach ist, bedarf noch einer Erläuterung. Es muss also die Frage nach der Bedingung der Möglichkeit dieser Identität selbst noch gestellt werden.

Wichtig ist die Einsicht, dass es sich nicht um ein ontologisches oder ein empirisches, individuelles Ich handelt, und schon gar nicht um ein metaphysisches Ich, sondern um eine „gedanklich-ideale Geltungseinheit“. Das absolute Ich kann nicht anders gedacht werden als reine Tätigkeit, d.h. als reines Sich-Selbstsetzen. Es ist dadurch, dass es sich selbst bestimmt und bedingt von keinem anderen abhängig; es gründet in sich selbst. Nun könnte man einwenden, dass dem absoluten Ich die Bestimmung der Selbstbezüglichkeit inhäriert. Doch verhält es sich vielmehr so, dass die Selbstbezüglichkeit gerade die Ursache für die Unbestimmtheit ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einführung positioniert Fichtes Werk innerhalb des Deutschen Idealismus und definiert das Ziel, die Letztbegründung alles Wissens durch die Konzepte des absoluten Ichs und der Tathandlung zu untersuchen.

2. Historischer Rückblick: Dieses Kapitel arbeitet die philosophischen Hintergründe auf, insbesondere die Auseinandersetzung mit der Elementarphilosophie Reinholds und die Kritik des Skeptikers Schulze, um Fichtes eigenständigen Ansatz zu motivieren.

3. Die Grundlage der gesamten Wissenschaftslehre: Hier werden Entstehungskontext und Intention der Schrift beleuchtet, wobei Fichtes Vorhaben als systematische Darstellung gesicherten Wissens gegen Skeptizismus hervorgehoben wird.

4. Der erste Grundsatz: Dieses zentrale Kapitel analysiert die methodische Herleitung des ersten Grundsatzes, die Rolle der Logik und die Bedeutung der Tathandlung als Fundament des Bewusstseins.

4.1 Propädeutik: Dieses Kapitel erläutert die hinführenden Schritte zur Tathandlung über die Konzepte des Satzes der Identität sowie die terminologische Differenzierung durch Noesis und Noema.

4.1.1 Der Satz der Identität: Hier wird die Bedeutung des Grundsatzes „A ist A“ als Ausgangspunkt der Reflexion analysiert, wobei die Form des Satzes gegenüber seinem logischen Gehalt betont wird.

4.1.2 Noesis und Noema: Dieses Kapitel begründet die Notwendigkeit, der noematischen Identität eine noetische Identität als verknüpfende Instanz vorzuschalten, um einheitliches Denken zu ermöglichen.

4.2 Tathandlung und absolutes Ich: Hier kulminieren die Argumente in der Bestimmung des absoluten Ichs als reine Tätigkeit und Selbstsetzung, die unabhängig von empirischen Gegebenheiten das Selbstbewusstsein erst ermöglicht.

5. Fazit: Die Zusammenfassung bündelt die gewonnenen Erkenntnisse über die Tathandlung und reflektiert erneut die Bedingungen und methodischen Grenzen von Fichtes Systementwurf.

Schlüsselwörter

Johann Gottlieb Fichte, Wissenschaftslehre, absolutes Ich, Tathandlung, Deutscher Idealismus, Selbstbewusstsein, Selbstsetzung, Transzendentalphilosophie, Noesis, Noema, Satz der Identität, Selbstevidenz, Subjektivität, Metaphysik, Erkenntnis.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert philosophisch den ersten Paragraphen von Fichtes Werk "Grundlage der gesamten Wissenschaftslehre" aus dem Jahr 1794, mit einem speziellen Fokus auf die Begriffe "Tathandlung" und "absolutes Ich".

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Kernbereichen zählen die transzendentalphilosophische Egologie, das Verhältnis von theoretischer und praktischer Vernunft sowie die Frage nach der Begründung menschlichen Wissens.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, den methodischen Weg nachzuvollziehen, den Fichte einschlägt, um die Tathandlung des absoluten Ichs als unerlässliches Fundament alles Bewusstseins zu beweisen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Fichte nutzt eine deduktive Hinführung durch abstrahierende Reflexion, ergänzt durch phänomenologische Begriffe wie "Noesis" und "Noema", um die Struktur des Identitätsdenkens offenzulegen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung der Zeitgenossen, die methodische Propädeutik anhand des Identitätssatzes und die systematische Ableitung des absoluten Ichs als reine, selbstsetzende Tätigkeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere die Tathandlung, das absolute Ich, die Selbstsetzung und die Unterscheidung von noetischer und noematischer Identität.

Warum betont der Autor, dass das absolute Ich keine "Tatsache des Bewusstseins" ist?

Weil das absolute Ich die Bedingung ist, *dass* Bewusstsein überhaupt Tatsachen enthalten kann. Es ist die Voraussetzung des Bewusstseins, nicht ein abrufbarer Inhalt innerhalb desselben.

In welchem Verhältnis stehen "Noesis" und "Noema" zueinander?

Die noetische Identität (das denkende Ich) hat den Primat gegenüber der noematischen Identität (dem gedachten Inhalt), da erstere die Bedingung dafür ist, dass Denkinhalte als identisch konstituiert werden können.

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Details

Titel
Tathandlung und absolutes Ich bei Fichte. Eine Untersuchung des ersten Paragraphen der "Grundlage der gesamten Wissenschaftslehre" (1794)
Hochschule
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Note
1,0
Autor
Davy Mühlenbein (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
17
Katalognummer
V1224791
ISBN (PDF)
9783346639325
ISBN (Buch)
9783346639332
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Johann Gottlieb Fichte Wissenschaftslehre Absolutes Ich Tathandlung Deutscher Idealismus Ich = Ich Satz der Identität Noesis Noema Ich bin ich Intentionalität 1794
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Davy Mühlenbein (Autor:in), 2021, Tathandlung und absolutes Ich bei Fichte. Eine Untersuchung des ersten Paragraphen der "Grundlage der gesamten Wissenschaftslehre" (1794), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1224791
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Leseprobe aus  17  Seiten
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