In einem immer stärker werdenden Spannungsfeld unterschiedlicher Interessengruppen mit sich verändernden Anforderungen seitens des Publikums, der Wissenschaft, der Verwaltung, der Politik und der Wirtschaft ist es in der heutigen Zeit auch im Nonprofit-Bereich unerlässlich geworden, eine auf die jeweilige Institution angepaßte Corporate Identity Strategie zu implementieren, um konkurrenzfähig zu bleiben.
Die vorliegende Arbeit zeigt auf, inwiefern auch im Museumswesen die Erfordernis einer Corporate Identity Strategie besteht und welches Potential deren Implementierung bietet. In diesem Rahmen liegt der Schwerpunkt der Untersuchung insbesondere auf der Betrachtung des Instruments Corporate Fashion als Ausprägung des Corporate Designs. Im Mittelpunkt steht dabei einerseits die Darstellung von Vorteilen, die sich aus einer durchdachten Entwicklung von CF intern und extern ergeben, andererseits wird auf mögliche Probleme und Konflikte verwiesen, die im Zuge des Umsetzungsprozesses entstehen können. Weiterhin wird der Versuch unternommen, einen Kriterienkatalog zur Bewertung der Trageakzeptanz als entscheidender Erfolgfaktor zu erstellen, auf dessen Basis mit Hilfe zukünftiger Forschungsansätze (bspw. durch Mitarbeiterbefragungen) weitere Erkenntnisse zur Bedeutung einzelner Charakteristika der Berufskleidung gewonnen werden können. Im weiteren Verlauf der Arbeit wird schließlich zur Vertiefung der bisherigen Ausführungen das Praxisbeispiel herangezogen, um konkret eine Möglichkeit der Umsetzung von CF aufzuzeigen. Dafür konnte die Museumsstiftung Post und Telekommunikation gewonnen werden, die sich aktuell in der Implementierungsphase von CF befindet.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Gang der Untersuchung
1.3 Begriffsklärung
1.3.1 Corporate Fashion
1.3.2 Mode
1.4 Praxisbeispiel - Die Museumsstiftung Post und Telekommunikation
2 Corporate Fashion als strategische Maßnahme im Museumsmanagement
2.1 Corporate Fashion im Zusammenhang
2.1.1 Management im Museum
2.1.2 Die Corporate Identity Strategie
2.2 Idealtypische Aufgaben von Corporate Fashion
3 Bewertung des langfristigen Potentials von Corporate Fashion
3.1 Chancen eines einheitlichen Bekleidungskonzeptes
3.2 Mögliche Problemkreise
3.3 Bewertungskriterien der Trageakzeptanz
3.4 Aspekte der Wirkungskontrolle
4 Corporate Fashion in der Praxis – Ansätze zur Umsetzung in der Museumsstiftung Post und Telekommunikation
4.1 Anweisungsentwurf zur Umsetzung der Corporate Fashion
4.2 Ausblick
5 Schlussbemerkung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Relevanz und das Potenzial von Corporate Fashion als Instrument der Corporate Identity im Museumswesen. Das primäre Ziel ist es, den Nutzen sowie die potenziellen Konflikte bei der Einführung eines einheitlichen Bekleidungskonzeptes zu bewerten und anhand der Museumsstiftung Post und Telekommunikation eine praktische Umsetzung aufzuzeigen.
- Integration von Funktion, Motivation und Kommunikation in der Museumsbekleidung.
- Analyse des Spannungsfeldes zwischen Individualität der Mitarbeiter und dem Bedarf an uniformer Corporate Identity.
- Entwicklung von Kriterien zur Bewertung der Trageakzeptanz als kritischer Erfolgsfaktor.
- Bewertung der langfristigen Wirkungskontrolle von Corporate Fashion-Maßnahmen.
Auszug aus dem Buch
1.3.1 Corporate Fashion
Wo früher noch von Dienstkleidung, Berufsbekleidung, Uniform oder gar Zunftkleidung die Rede war, wird heute aufgrund ihrer neuen modischen Aspekte von „Corporate Fashion“ gesprochen. Nach einer aktuellen Definition von Schirrmacher ist Corporate Fashion „lang eingesetzte Berufskleidung, welche die vorhandene Identität eines Unternehmens nach deren Corporate Design in einer modernen, zeitgemäßen Gestaltung umsetzt.“ Sie umfasst die klassischen „blauen“ und „weißen“ Sparten der Berufsbekleidung (Workwear), Unternehmensbekleidung (Careerwear, Corporate Casualwear) sowie Schutzbekleidung (Protectivewear) für alle Arten von Organisationen und Hierarchien.
Zwar sollte CF nicht allein aus modischen Aspekten entwickelt werden und kann aufgrund ihrer Zielsetzung (u. a. Kontinuität) kaum kurzfristigen Trends entsprechen, sollte aber dennoch, besonders im Hinblick auf die Trageakzeptanz der Mitarbeiter, den Grundtendenzen der Bekleidungsindustrie folgen, die über einige Jahre Gültigkeit haben. Die CF kann dann nach Schirrmacher so gestaltet werden, dass sie für knapp eine Dekade den zeitgemäßen Gestaltungserwartungen an Bekleidung folgen kann.
Der Ursprung der Berufskleidung reicht bis in das Mittelalter zurück, wo sie hauptsächlich eine Schutzfunktion einnahm, wie bspw. die mit Wappen verzierte Ritterrüstung oder der Lederschutz der Schmiede. Später wurde ein anderer Schwerpunkt auf die Kennzeichnung z. B. eines Berufsstandes (Schornsteinfeger, Krankenschwester et al.) und den Ausdruck von Zugehörigkeit zu einer staatlichen Einrichtung (Uniformen des Militärs, des Zolls, der Polizei), einem Transportunternehmen (z. B. Schonkleidung von Bahn, Post) oder einem privaten Unternehmen gelegt. Die Berufskleidung diente hier nach außen hin vornehmlich der Abgrenzung zu anderen Menschen und verlieh Autorität.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Bedeutung des Museumsmanagements und führt in die Problematik ein, dass Museen in einem Umfeld verschärften Wettbewerbs ihre Identität durch Instrumente wie Corporate Fashion stärken müssen.
2 Corporate Fashion als strategische Maßnahme im Museumsmanagement: Dieses Kapitel ordnet Corporate Fashion in den übergeordneten Rahmen der Corporate Identity Strategie ein und definiert die funktionalen, motivierenden und kommunikativen Aufgaben des Instruments.
3 Bewertung des langfristigen Potentials von Corporate Fashion: Hier werden die internen und externen Nutzenpotenziale gegenüber den Herausforderungen wie Kosten und Akzeptanzbarrieren abgewogen und Bewertungskriterien für die Trageakzeptanz erarbeitet.
4 Corporate Fashion in der Praxis – Ansätze zur Umsetzung in der Museumsstiftung Post und Telekommunikation: Das Kapitel stellt die konkrete Anwendung und den Anweisungsentwurf zur Einführung von Corporate Fashion in einer Museumsstiftung dar und gibt einen Ausblick auf die schrittweise Implementierung.
5 Schlussbemerkung: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung, die das Potenzial von Corporate Fashion unterstreicht, jedoch den Bedarf an weiterer Forschung und individueller Anpassung an die jeweilige Institution betont.
Schlüsselwörter
Corporate Fashion, Corporate Identity, Museumsmanagement, Dienstkleidung, Trageakzeptanz, Museumsidentität, Mitarbeiteridentifikation, Corporate Design, Organisationsstrategie, Imagewirkung, Markenbildung, Arbeitskultur, Personalkommunikation, Dienstleistungssektor, Museumsmarketing.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Diplomarbeit befasst sich mit der Einführung eines einheitlichen Bekleidungskonzeptes, der sogenannten Corporate Fashion, als strategisches Instrument innerhalb der Corporate Identity für Museen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind das Museumsmanagement, der Einsatz von Corporate Identity Strategien, die Gestaltung und Bewertung von Berufskleidung sowie die Faktoren der Akzeptanz bei den Mitarbeitern.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Hauptziel ist es, den potenziellen langfristigen Erfolg von Corporate Fashion zu bewerten und zu ermitteln, unter welchen Voraussetzungen die Einführung dieses Instruments in einem Museum erfolgreich und akzeptiert gestaltet werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?
Die Arbeit basiert primär auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung von Studien. Ergänzend dazu wurde die Museumsstiftung Post und Telekommunikation als Praxisbeispiel herangezogen, inklusive qualitativer Mitarbeitergespräche und einer kurzen Umfrage.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die theoretischen Grundlagen von Corporate Identity und Design erläutert, das Potenzial von Corporate Fashion detailliert analysiert und die spezifische Situation bei der Einführung dieses Konzeptes in der Museumsstiftung Post und Telekommunikation dargestellt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Corporate Fashion, Museumsmanagement, Trageakzeptanz, Corporate Identity, Mitarbeiteridentifikation und Imagewirkung charakterisiert.
Wie wird das Problem der Mitarbeiterakzeptanz im Kontext von Uniformierung gelöst?
Die Autorin schlägt vor, den Mitarbeitern durch Gestaltungsspielräume bei der Kleidung, die Einbindung in den Auswahlprozess und die Kombination mit Privatkleidung oder ausgewählten Accessoires entgegenzukommen, um den Zwang zur Uniformität zu mildern.
Welche Bedeutung hat das Praxisbeispiel der Museumsstiftung?
Das Beispiel dient der Veranschaulichung der theoretischen Konzepte unter realen Bedingungen. Es zeigt auf, dass finanzielle Engpässe und die Voreingenommenheit der Belegschaft zu einer schrittweisen Umsetzung führen können, statt einer sofortigen Komplettausstattung.
- Quote paper
- Master of International Business Administration Carolin Wobben (Author), 2003, Corporate Fashion als Instrument der Corporate Identity, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/12226