Die vorliegende Arbeit befasst sich mit nationalistischen Lexemen im politischen Diskurs des 19. und 20. Jahrhunderts. Es soll ermittelt werden, ob die vom Verfasser ausgewählten Lexeme Volk und Volkstum einen nationalistischen Bedeutungsgehalt aufweisen.
Aus diesem Grunde wird vorab in Kapitel 2 eine Definition sowie ein kurze Entstehungsgeschichte des Nationalismus gegeben.
Das dritte Kapitel widmet sich dann den zwei bereits genannten Lexemen. In Abschnitt 3.1 steht der Begriff Volk im Mittelpunkt. An dieser Stelle soll die ursprüngliche Bedeutung, ihr Wandel im Laufe der Zeit, vor allem aber der Missbrauch des Wortes durch die Nationalsozialisten beschrieben werden. Abschnitt 3.2 stellt das Wort Volkstum vor. Es soll an dieser Stelle verdeutlicht werden, dass der eigentliche Bedeutungsgehalt von Volkstum sich durch die intensive ideologische Nutzung des Wortes im Dritten Reich nachdrücklich negativ verändert hat.
Im vierten Kapitel wird ein abschließendes Fazit gezogen und beurteilt, ob die zwei Lexeme als nationalistisch geprägt / überprägt angesehen werden können.
Abschließend ist die eingesehene Literatur aufgeführt, unterteilt in Quellen, Wörterbücher und Lexika, Forschungsliteratur und Internet-Links. Als besonders hilfreich für die Erstellung der Nationalismus-Entstehungsgeschichte erwies sich der Beitrag in Geschichtliche Grundbegriffe, Bd. 7, herausgegeben von O. Brunner/W. Conze/R. Koselleck sowie das Buch Nation-Nationalismus-Nationale Identität von D. Weidinger. Zu Volk fand sich in der Deutschen Wortgeschichte, Bd. 2, herausgegeben von F. Maurer/F. Stroh, in den Deutschen Wörterbüchern von Trübner und Grimm sowie in der Veröffentlichung Das Wort "Volk" im Sprachgebrauch der SED von H. Bartholmes eine ausführliche Darstellung über Wortgeschichte und Bedeutungswandel. Auf Volkstum geht A. Lindqvist in seinem Buch Deutsches Kultur- und Gesellschaftsleben im Spiegel der Sprache gesondert ein, außerdem ist hier auf das Werk Vokabular des Nationalsozialismus von C. Schmitz-Berning und Geschichtliche Grundbegriffe, Bd. 7 zu verweisen.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Nationalismus – Definition und Entstehungsgeschichte
- Die Lexeme Volk und Volkstum
- Zur Wortgeschichte von Volk
- Zur Wortgeschichte von Volkstum
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung nationalistischer Lexik im politischen Diskurs des 19. und 20. Jahrhunderts. Das Hauptziel ist es, herauszufinden, ob die ausgewählten Lexikoneinträge „Volk“ und „Volkstum“ einen nationalistischen Bedeutungsgehalt aufweisen.
- Definition und Entstehungsgeschichte des Nationalismus
- Semantische Entwicklung und Bedeutungswandel des Wortes "Volk"
- Bedeutung und Missbrauch des Wortes "Volkstum" im Kontext der NS-Ideologie
- Analyse der nationalistischen Prägung von "Volk" und "Volkstum"
- Bewertung des Einflusses nationalistischer Lexik auf den politischen Diskurs
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Dieses Kapitel stellt die Thematik der Arbeit vor und erläutert das Ziel, die nationalistische Prägung der Lexikoneinträge "Volk" und "Volkstum" zu analysieren. Es wird außerdem eine Übersicht über die Struktur der Arbeit gegeben.
Nationalismus – Definition und Entstehungsgeschichte: In diesem Kapitel wird zunächst eine Definition des Nationalismus gegeben und auf seine historische Entwicklung eingegangen. Besondere Aufmerksamkeit wird dabei auf die Bedeutung der Französischen Revolution und der Romantik für die Herausbildung des Nationalismus gelegt. Außerdem werden die Auswirkungen des Nationalismus auf die politische und gesellschaftliche Entwicklung in Europa im 19. und 20. Jahrhundert beschrieben.
Die Lexeme Volk und Volkstum: Dieses Kapitel widmet sich den beiden zentralen Lexikoneinträgen der Arbeit. Der Abschnitt 3.1 analysiert die semantische Entwicklung des Wortes "Volk" von seinen ursprünglichen Bedeutungen bis hin zu seinem Missbrauch durch die Nationalsozialisten. Abschnitt 3.2 untersucht die Bedeutung des Wortes "Volkstum" und beleuchtet, wie seine Bedeutung durch die intensive ideologische Nutzung im Dritten Reich negativ beeinflusst wurde.
Schlüsselwörter
Die Arbeit konzentriert sich auf die Analyse nationalistischer Lexik im 19. und 20. Jahrhundert, wobei die Begriffe "Volk" und "Volkstum" im Zentrum stehen. Weitere zentrale Themen sind die Entwicklung des Nationalismus, die Geschichte der deutschen Nationalbewegung und die Bedeutung der NS-Ideologie für die Semantik der untersuchten Lexikoneinträge. Die Arbeit befasst sich außerdem mit der Bedeutung von Wortgeschichte, Bedeutungswandel und ideologischer Instrumentalisierung von Sprache.
Häufig gestellte Fragen
Was untersucht die Arbeit zur politischen Lexik?
Die Arbeit analysiert die nationalistische Prägung und den Bedeutungswandel der Begriffe „Volk“ und „Volkstum“ im 19. und 20. Jahrhundert.
Wie veränderte sich die Bedeutung des Wortes „Volk“?
Das Wort wandelte sich von einer allgemeinen Bezeichnung zu einem ideologisch aufgeladenen Begriff, der besonders durch die Nationalsozialisten missbraucht wurde.
Was versteht man unter dem Begriff „Volkstum“?
Volkstum beschreibt die Gesamtheit der Eigenheiten eines Volkes. Durch die Nutzung im Dritten Reich erhielt der Begriff eine nachdrücklich negative, ausgrenzende Konnotation.
Welche Rolle spielte die Romantik für den Nationalismus?
Die Romantik trug wesentlich zur kulturellen Begründung des Nationalismus bei, indem sie Sprache und Tradition als einigende Merkmale einer Nation hervorhob.
Können diese Lexeme heute noch neutral verwendet werden?
Die Arbeit zieht das Fazit, dass beide Begriffe stark nationalistisch überprägt sind, was ihren Gebrauch im modernen politischen Diskurs problematisch macht.
- Citation du texte
- Karsten Kramer (Auteur), 2002, Politische Lexik im 19. und 20. Jahrhundert: Nationalistische Prägungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/12169