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Rent an Absolvent

Von der "Generation Praktikum" und ihrer Exklusion vom Arbeitsmarkt regulärer Beschäftigungsverhältnisse

Titel: Rent an Absolvent

Essay , 2008 , 9 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Luisa Bauer (Autor:in)

Soziologie - Arbeit, Ausbildung, Organisation
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Zusammenfassung Leseprobe Details

„Jung, qualifiziert, ausgenutzt“, „Lobby für Ausgebeutete“, „Generation in der Warteschleife“, „Leben auf Probe“ - An kreativen ausgefallenen Bezeichnungen für Hochschulabsolventen, die heutzutage trotz qualifizierter akademischer Abschlüsse ein Praktikum nach dem anderen absolvieren und von Firmen als billige Arbeitskräfte ausgebeutet werden, mangelt es in der heutigen Medienlandschaft nicht. Sehr verheerend scheint die Situation der Generation Praktikum zu sein, wenn man ihre eigene Klagen und den Medienhype um junge Akademiker, die von Praktikum zu Praktikum tingeln, verfolgt. Ihre Zukunft auf dem Arbeitsmarkt wird hierbei alles andere als rosig dargestellt. Erwerbsarbeit hat ihren Sinn in unserer heutigen Gesellschaft schon lange nicht mehr ausschließlich in materieller Notwendigkeit. Sie vermittelt dem Einzelnen ein Gefühl sozialer Integration in die Gesellschaft und ist wichtig, um eine Identität aufzubauen, die es ermöglicht sich als Teil eines Ganzen, sprich der Gesellschaft, zu begreifen. Arbeitslosigkeit – Prekarisierung – Ausgrenzung – Die Gefahr von diesen Phänomenen eingeholt zu werden, war bislang auf bestimmte Gruppen, wie alleinerziehende Mütter, Migranten oder gewisse Milieus der Arbeiterschicht beschränkt. Innerhalb soziologischer Debatten wird diese Exklusion aus der Gesellschaft allerdings zunehmend auch als ein Phänomen der Mittelschicht bezeichnet. Demzufolge sind selbst Leistungsträger, deren wirtschaftliche Situation bislang als stabil galt, zunehmend gefährdet in den „Club der Nutzlosen“ aufgenommen zu werden. Doch wie steht es heutzutage um den Berufseinstieg junger akademischer Absolventen? Meine These orientiert sich an der vor allem im Bereich der Medien und somit auch unter einem nicht zu missachtenden Teil der Bevölkerung verbreiteten Annahme, gemäß derer auch junge qualifizierte Akademiker heutzutage aufgrund von Praktika zunehmend von der Exklusion vom Arbeitsmarkt betroffen sind. Sicher gibt es hier und da jemanden, der jemanden kennt, der wiederum jemanden kennt, der sich in der Praktikums-Mühle verfangen hat. Doch zum Beispiel ist kein Beweis. Deshalb werde ich im folgenden Textabschnitt überprüfen inwieweit diese These empirisch fundierten Ergebnissen standhält.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Absolventenstudie 2006

3. Ergebnisse der Untersuchung

4. Qualitätsbewertung und Lerngehalt

5. Berufliche Zukunft und Arbeitsmarkt

6. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht kritisch den in den Medien geprägten Begriff der „Generation Praktikum“. Ziel ist es, anhand empirischer Daten der HIS-Absolventenstudie zu prüfen, ob die Annahme einer zunehmenden Exklusion junger Akademiker vom Arbeitsmarkt durch eine Flut an Praktika tatsächlich haltbar ist oder ob es sich eher um einen medialen Mythos handelt.

  • Analyse des Phänomens „Generation Praktikum“
  • Auswertung der HIS-Absolventenstudie von 2006
  • Untersuchung von Praktikumsdauer, Qualität und Vergütung
  • Erforschung der Motive für Praktika nach dem Studium
  • Bewertung des beruflichen Verbleibs von Hochschulabsolventen

Auszug aus dem Buch

Die Situation der Generation Praktikum

„Jung, qualifiziert, ausgenutzt“, „Lobby für Ausgebeutete“, „Generation in der Warteschleife“, „Leben auf Probe“ - An kreativen ausgefallenen Bezeichnungen für Hochschulabsolventen, die heutzutage trotz qualifizierter akademischer Abschlüsse ein Praktikum nach dem anderen absolvieren und von Firmen als billige Arbeitskräfte ausgebeutet werden, mangelt es in der heutigen Medienlandschaft nicht. Sehr verheerend scheint die Situation der Generation Praktikum zu sein, wenn man ihre eigene Klagen und den Medienhype um junge Akademiker, die von Praktikum zu Praktikum tingeln, verfolgt. Ihre Zukunft auf dem Arbeitsmarkt wird hierbei alles andere als rosig dargestellt.

Erwerbsarbeit hat ihren Sinn in unserer heutigen Gesellschaft schon lange nicht mehr ausschließlich in materieller Notwendigkeit. Sie vermittelt dem Einzelnen ein Gefühl sozialer Integration in die Gesellschaft und ist wichtig, um eine Identität aufzubauen, die es ermöglicht sich als Teil eines Ganzen, sprich der Gesellschaft, zu begreifen. Arbeitslosigkeit – Prekarisierung – Ausgrenzung – Die Gefahr von diesen Phänomenen eingeholt zu werden, war bislang auf bestimmte Gruppen, wie alleinerziehende Mütter, Migranten oder gewisse Milieus der Arbeiterschicht beschränkt. Innerhalb soziologischer Debatten wird diese Exklusion aus der Gesellschaft allerdings zunehmend auch als ein Phänomen der Mittelschicht bezeichnet.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die mediale Debatte um die „Generation Praktikum“ und Formulierung der Forschungsfrage zur empirischen Überprüfung dieses Phänomens.

2. Die Absolventenstudie 2006: Vorstellung der vom BMBF in Auftrag gegebenen Studie der HIS GmbH als empirische Datenbasis zur Untersuchung von Hochschulabsolventen.

3. Ergebnisse der Untersuchung: Darstellung quantitativer Daten zur Praktikumshäufigkeit, die zeigen, dass Dauerpraktika kein Massenphänomen darstellen.

4. Qualitätsbewertung und Lerngehalt: Analyse der subjektiven Einschätzungen von Praktikanten hinsichtlich Betreuungsqualität, Arbeitsaufgaben und Vergütung.

5. Berufliche Zukunft und Arbeitsmarkt: Diskussion darüber, wie Praktika als Brücke in die Erwerbstätigkeit fungieren und inwieweit sie die beruflichen Chancen beeinflussen.

6. Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und kritische Einordnung, ob von einer tatsächlichen Exklusion der Akademiker gesprochen werden kann.

Schlüsselwörter

Generation Praktikum, Absolventenstudie, Arbeitsmarkt, Prekarisierung, Soziologie, Akademiker, Beschäftigungsverhältnis, Praktikumsvergütung, Exklusion, HIS-Studie, Berufseinstieg, Erwerbstätigkeit, Medienhype, Qualifikation, Identitätskrise

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die soziologische Debatte um die „Generation Praktikum“ und hinterfragt, ob junge Akademiker tatsächlich systematisch vom Arbeitsmarkt ausgegrenzt werden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Themen sind der Übergang vom Studium in den Beruf, prekäre Arbeitsverhältnisse für Akademiker sowie die Rolle von Praktika bei der Qualifizierung und sozialen Integration.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den medialen Diskurs der „Generation Praktikum“ anhand empirischer Daten der HIS-Studie zu verifizieren oder zu falsifizieren.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Sekundärdatenanalyse der HIS-Absolventenstudie aus dem Jahr 2006 mit einer Stichprobe von 11.786 Fällen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden Motive für Praktika, deren Häufigkeit, Dauer und die Zufriedenheit der Absolventen sowie der spätere berufliche Verbleib detailliert diskutiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Generation Praktikum, Absolventenstudie, Exklusion, Arbeitsmarkt, Praktika und beruflicher Einstieg.

Widerlegt die Studie das Phänomen „Generation Praktikum“ vollständig?

Die Daten deuten darauf hin, dass es sich um kein Massenphänomen handelt, auch wenn negative Einzelfälle („schwarze Schafe“) existieren und Identitätskrisen bei Betroffenen auslösen können.

Warum kritisieren Experten wie Ingrid Sehrbrock die Studie?

Die Kritik bezieht sich darauf, dass die Studie nicht differenziert, welche Art von nachfolgenden Beschäftigungsverhältnissen erreicht werden – ob es sich um prekäre Aushilfsjobs oder qualifizierte Positionen handelt.

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Details

Titel
Rent an Absolvent
Untertitel
Von der "Generation Praktikum" und ihrer Exklusion vom Arbeitsmarkt regulärer Beschäftigungsverhältnisse
Hochschule
Technische Universität Dresden  (Institut für Soziologie/ Lehrstuhl für Mikrosoziologie)
Veranstaltung
Entgrenzung von Arbeit und Leben
Note
1,7
Autor
Luisa Bauer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
9
Katalognummer
V120907
ISBN (eBook)
9783640251629
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Generation Praktikum Arbeitsmarkt Akademiker
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Luisa Bauer (Autor:in), 2008, Rent an Absolvent, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/120907
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Leseprobe aus  9  Seiten
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